All photos are Copyright 2019. Unauthorized use is prohibited.

Tag : wunderschon

Dies ist ein ganz gewöhnlicher Donnerstagabend

Sie stand in der linken Ecke des Gartens. Die Sonne schien durch die Bäume. Plötzlich tauchte er vor ihren geschlossenen Augen auf. Irritiert blinzelte sie, doch das Bild verschwand nicht. Gott, hatte sie lange nicht mehr an ihn gedacht. Wie es ihm wohl ging? Lange, seit Ewigkeiten, nichts mehr von ihm gehört. Seltsam, dass die Leute immer noch glaubten, das Leben sei nichts als eine Sammlung von Geraden, die einander irgendwann kurz kreuzten, weil das Geraden eben in der Mathematik […]

Und ich erzähle dir Geschichten

Was ist schon dabei, wenn ich noch bleibe, sagst du und bleibst einfach. Alles, was noch ist, bist du. Und dann liegst du so nah bei mir, dass ich ein Herz klopfen höre, ist es deins, ist es meins, ich weiss es nicht, ich will es nicht wissen. Im Winter ist das alles so einfach, da kann einem kalt sein und man muss einfach ein wenig näher zusammenrücken, damit niemand friert. Im Frühling und Sommer kann einem nicht so einfach […]

Sie geht noch einmal auf die Strasse

Der Italiener um die Ecke hat noch ein Glas Grappa. Dann zieht sie weiter, mit dem Nichts im Blick und dem Alles auf den Schultern. Sie geht mit der Geschwindigkeit derer, die nichts zu verlieren und nichts zu gewinnen haben. Sie geht ohne Ziel, die Füsse werden finden, was die Augen nicht sehen, wovon der Kopf nicht weiss, dass das Herz es sucht. Bald kommt sie zum Park, duckt sich an Büschen vorbei und geht über den Sand zum Kinderspielplatz. […]

Diese endlose Nacht

Melancholie tropft von meinen Fingerspitzen, wenn ich die Hand hebe. Meine Haare sind durchtränkt, an meinen Beinen laufen die Tropfen langsam entlang und ziehen ihre Schlieren. Ich sitze ganz still.   Wie wird es sein, fragt mich mein Herz, wenn ich ihr Lachen wieder sehe ihre strahlenden Augen ihre Jugend. Ja, wie wird es sein, wenn ich die Energie wieder fühle, die da sichtbar den Raum erfüllt. Wie wird es sein, frage ich mich in der Nacht, wenn ich mich […]

Du streichelst meine Seele

Dafür lebe ich in diesem Moment, zu merken, da ist ein Mensch, der mich will. Nicht meinen Körper, um Spass zu haben, wogegen ja nichts zu sagen ist. Aber das ist dir nicht genug. Du streichelst mit deinen Fingern meine Seele, du küsst mit deinen Lippen meinen Verstand, du dringst ein in meinen Geist. Dein Lächeln, deine warmen Küsse lassen mich zerfliessen, nur deine Hände halten mich noch zusammen. Ich erwidere dein Lächeln, deine Augen reden in einem fort. Sie […]

Die Welt die uns gehört

„Noch bin ich nicht fähig, nach diesem anderen Selbst zu greifen. Es ist Atem, der mich streichelt. Es sind Finger, in die ich mich nur zu gerne lege. Es sind Lippen, von denen ich gekostet werden will.“   „Im Moment als mein Bewusstsein das Ich formuliert, erkenne ich dich. Du bist es. Wärme breitet sich aus in mir beim Denken dieser drei Worte. Du berührst mich, nicht unbedacht, wie es eben geschieht, wenn man im selben Bett schläft. Du meinst […]

In unserer Umarmung

Was bist Du mir? Was sind mir deine Finger und was deine Lippen? Was ist mir der Klang deiner Stimme? Was ist mir dein Geruch vor unserer Umarmung und dein Duft in unserer Umarmung und nach ihr? Was bist du mir? Was bin ich Dir? Was bin ich? (Erich Fried)   Später liege ich im Bett und spüre die Melodramatik auf meinem Gesicht, spüre das, und muss lächeln, muss beinahe lachen, aber es ist dunkel und ich liege im Bett, […]

Dass Du nicht da bist

Es war der Moment, der alles veränderte, alles in mir und um mich herum. Mit offenen Augen und den weit geöffneten Fenstern meines Bewusstseins daliegend umschloss ich jede Sekunde mit dir einzeln mit beiden Händen, um sie festzuhalten. Doch eine nach der anderen bahnte sich ihren Weg zwischen meinen Fingern hindurch in die Freiheit und zerplatzte im Zwischenraum zwischen Raum und Zeit wie eine Seifenblase. Nur einige Sekunden später reisse ich die Türe auf und tauche in der Menschenmenge ab. […]

Irgendwann nach Mitternacht

Nach Mitternacht ists. Ich schreibe aus mir heraus, meine Gefühle, meine Gedanken. Sie gehören dann nicht mehr nur mir, selbst wenn niemand sie liest. Wenn nur ich bisweilen diese getrockneten, gepressten Gedankenblüten betrachte – hat sich sofort etwas verändert. Das Schreiben wäscht etwas aus mir heraus, die Buchstaben fangen es ein und lassen den erlebten Moment erstarren. Erstarren, weil er mit Worten beschrieben wurde. Gedanken sind anders, sind mehr, sind nicht nur Worte. Und dann überwiegt wieder der Drang, der […]

Näher als Du denkst

Wir heben uns etwas auf, für später vielleicht oder für immer, das ist erstmal unwichtig. Aus zwei Wochen und Jahren kann ein Frühlingslächeln werden und du weisst nicht, wo du es einsortieren sollst, du schaust darauf und daran vorbei, zurück ein bisschen und vorwärts auch, aber findest die passende Schublade nicht. Also legst du es ab unter Seltsamkeiten, da liegen schon so viele Dinge, allesamt ein buntgemischtes Inferno deiner eigenen Ungereimtheiten, suchst die passenden Wörter für etwas, worauf du dir […]