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Tag : ubernachtung

Zusammen durch die Nacht

Später schiebe ich mein Fahrrad neben ihr her. Ihre Augen sagen: Komm’ her und: Ich mag dich, sehr sogar. Da steht sie und es wird dunkel um uns herum und dann küsst sie mich. Wir uns. Wir uns noch mehr. Ich meine, es ist nicht das Küssen an sich, nach dem ich mich sehne; es ist die Vertrautheit, die dabei entsteht. Je länger wir uns küssten und je länger ich ihren Atem ganz nah spürte, desto heftiger empfand ich. Und […]

Irgendeinisch fingt ds Glück eim *

* Irgendwann findet das Glück Dich (Züri West) Und während ich all die Worte höre, – Gedanken, Gefühle – zieht es kurz im Bauch. Ein Erinnerungsknoten. Weisst du noch? Erinnere dich an die wichtigen Dinge. Veränderungszeiten und der Alltag dazwischen, das vergessen und rennen. Lass uns kurz stehen bleiben und das Lied zu ende hören. Wir kennen den Weg, wir trauen uns nur noch nicht, ihn zu gehen. Wir sind Anfänger, Lebens-Anfänger. Wir zählen nicht die Erfolge, sondern die Anfänge. […]

Warum sind wir so

Wichtig ist, nie beim Anfang zu beginnen. Ich werde dich suchen, hier, zwischen den Zeilen. Irgendwo zwischen zurechtgeschnittenen Worten und Bildern, irgendwo in den Glasfaserkabeln, im Fluchtpunkt einer Atempause. Kontrollgang des Blicks in die Ferne: Unser Wir zieht Fäden, die Wolken entlang. Jeder Vogelschatten, der mich streift, berichtet von deinen Brauen und Wimpern. Die Spuren von Entenfüssen im Fluss erzählen von deinem Lächeln. Der Duft frischer Pistazien muss mit deinem Nacken zu tun haben. Wenn ich mein Gesicht lang genug […]

Das richtige Wort

Nicht schlafen mit dir nein: Wachsein mit dir ist das Wort das die Küsse küssen kommt und das Streicheln streichelt und das Einatmen einatmet aus deinem Schoß und aus deinen Achselhöhlen in meinem Mund und aus meinem Haar zwischen deine Lippen und das uns Sprache gibt von dir für mich und von mir für dich eines dem anderen verständlicher als alles Wachsein mit dir das ist die endliche Nähe das Sichineinanderfügen der endlosen Hoffnungen durch das wir einander kennen Wachsein […]

Immer wenn es regnet

Altes Material in den Händen, im Kopf.   Festhalten und weitergehen. Es geht doch noch, wieder loslassen. Vermissen ohne zu fallen.   Da sitze ich und bewege mich nicht. Seit etwa einer halben Stunde schaue ich nach draussen. Es ist stürmisch und die Bäume tanzen. Der Wind heult. Radio hören, mehr geht nicht. Ich könnte es mir gemütlich machen. Ich könnte noch ein bisschen arbeiten. Ich könnte schreiben. Ich könnte noch ein paar Dinge vorbereiten und erledigen. Aber ich kann […]

Endlich küsst er sie

Ich wünsche manchmal ich könnte mich an dir sattküssen aber dann müsste ich sterben vor Hunger nach dir denn je mehr ich dich küsse desto mehr muss ich dich küssen: Dich Küsse nähren nicht mich nur meinen Hunger (Erich Fried)   Ihre Kehle ist viel zu trocken, die Welt viel zu dunkel, die Fremde zu gross. Die Lust einem Zittern gewichen, das nur noch schreien möchte. Sie wünscht sich nur noch aufzuwachen, aus diesem Traum, der solange ihr Leben mitbestimmt hat. […]

Dort wachsen keine Träume mehr

Wo lernen wir uns gegen die Wirklichkeit wehren die uns um unsere Freiheit betrügen will und wo lernen wir träumen und wach sein für unsere Träume damit etwas von ihnen unsere Wirklichkeit wird ? (Erich Fried)     Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und sehe in den Spiegel. Ich sehe mir in die Augen wie einem Fremden, der mir gegenübersteht. Lege meine Hand auf meine Wange, sehe die Finger und spüre doch — nichts. Ich beuge mich nach vorne […]

Und ich erzähle dir Geschichten

Was ist schon dabei, wenn ich noch bleibe, sagst du und bleibst einfach. Alles, was noch ist, bist du. Und dann liegst du so nah bei mir, dass ich ein Herz klopfen höre, ist es deins, ist es meins, ich weiss es nicht, ich will es nicht wissen. Im Winter ist das alles so einfach, da kann einem kalt sein und man muss einfach ein wenig näher zusammenrücken, damit niemand friert. Im Frühling und Sommer kann einem nicht so einfach […]

Kein Grund zur Panik

So herrlich unentspannt tröpfelt das Leben vor sich hin und wir mit ihm. Ab und an trifft uns ein Papierflieger mitten ins Gesicht, das macht nichts, jedenfalls nichts kaputt aber sonst auch nicht viel. Wir sind herrlich entspannt, sagen die anderen, sagen wir uns immer wieder vorm Spiegel bis wir uns selbst glauben, ein wenig nur. Das reicht, um nicht durchzudrehen. Immerhin. Troztdem vermissen wir es, das gehalten werden, das halten dürfen, ein bisschen Wärme, auch ohne Kerzenflimmern und Backgroundmusik. […]

Dass Du nicht da bist

Es war der Moment, der alles veränderte, alles in mir und um mich herum. Mit offenen Augen und den weit geöffneten Fenstern meines Bewusstseins daliegend umschloss ich jede Sekunde mit dir einzeln mit beiden Händen, um sie festzuhalten. Doch eine nach der anderen bahnte sich ihren Weg zwischen meinen Fingern hindurch in die Freiheit und zerplatzte im Zwischenraum zwischen Raum und Zeit wie eine Seifenblase. Nur einige Sekunden später reisse ich die Türe auf und tauche in der Menschenmenge ab. […]