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Tag : literature

Was für ein Gefühl

Um uns herum scheint es keine Zeit mehr zu geben. Ich spüre deinen warmen Mund, deine lebendigen Lippen, die sich wie ein Schmetterling auf meine legen. Ich halte dich in meinen Armen und spüre wie du dich an mich schmiegst, wie es nur weibliche Wesen können. Du bist so geschmeidig an mir, voller Hingabe und Sehnsucht, es ist als würden wir verschmelzen durch unseren Kuss, der keine Einflüsse von aussen zulässt. Nur du und ich im Wandel der Zeit, die […]

Du bist stumm

Es sind deine Augen, die die Worte formen. Ich stehe still. Du erhellst mich mit deinen wachen Augen. Ich bin stumm, liege vor deinen Füssen, in der Gewissheit nicht getreten zu werden. Mit dir würde ich durchs Feuer gehen, mich in die Dunkelheit stürzen. Wenn du mich mit deinen Händen formst, mich mit deinen Fingern ins Leben holst, dann atme ich tief und bin. Immerzu durchwandern Gedanken mein Gehirn. Du bist die Stille für mich, ein Ort, wo ich mich […]

Aber manchmal war es so schwer zu lieben

Ich sehe sie dasitzen, und das Bewusstsein, sie da sitzen zu sehen, fährt mir in alle Glieder. Sie könnte jede sein, aber; ich falle aus mir heraus, falle heraus und komme nur langsam und zittrig wieder zu mir. Dahinten sitzt sie, pocht mein Herz, dahinten, und gleich werdet ihr euch vielleicht ansehen und vielleicht wirst du etwas sagen, vielleicht wird sie deinen Teller begutachten, was du darauf hast; also belade ich meinen Teller mit Grünzeug. Sie soll nicht denken, ich […]

Die Luft riecht grün

Prolog Ich verlasse das Haus, gehe leicht und beschwingt und mit wohliger Nervosität zum Bahnhof. Ein wenig später stehe ich an der vereinbarten Strassenecke am Anfang der Fussgängerzone in der Innenstadt. Sie ist noch nicht hier. Viele warten hier auf ihre Verabredung, es ist ein bekannter Treffpunkt. Immer wieder wechsle ich Position um in alle Richtungen schauen zu können, obwohl ich mir sicher bin, aus welcher sie kommt. Und dann steht sie vor mir. Eigentlich will ich ihr um den […]

Jeder spielt seine Rolle, und meine ist eine traurige

Macht man das nicht ständig? Ausser Acht lassen, dass die Menschen, die in unser Leben treten, bereits ihre Geschichten, Wunden und Geheimnisse besitzen, die rein gar nichts mit uns zu tun haben? Verdammt, ich habe deinen Brief rausgesucht. Aus dem kleinen Karton, in dem ich Dinge sammle, die mich berühren oder in der Vergangenheit die Kraft dazu hatten. Ich habe ihn rausgekramt, und allein die Farbe des Briefumschlags und deine rundgeschwungenen Schriftzüge haben mich lächeln lassen. Wir waren jung, denke […]

Komm, stell dir vor, wir wären am Meer

Komm, wir kaufen Dynamit und sprengen jedes dieser Zimmer, wir jagen alles in die Luft für einen Wind und einen Himmel. Lass alle Lampen Sonnen sein, den Strassenlärm ein Meeresrauschen, die Bäume Palmen nur zum Lauschen und unsere Kissen einen Strand. Komm, stell dir vor, du wärst am Meer für einen Tag und eine Nacht, für vierundzwanzig Stunden Meer mit mir. Komm, lass uns unsre Zeit neu teilen, potenzieren und dann runden, alle Sonnen-, Wolkenstunden, Zeit zum Gehen und Verweilen,  […]

Ich atme, ich nehme wahr, ich bin

Sie hat sich trotzig auf den Boden sinken lassen, umschlingt ihre Knie mit den Armen. Aus einem plötzlichen Impuls heraus setze ich mich ihr gegenüber und greife ihre Hände und halte sie fest und sage nichts. Einige Zeit sitzen wir einfach nur da, obwohl so viele Dinge zu tun sind, und gefordert werden; wir sitzen einfach da und atmen den Augenblick in sachten Zügen ein. „Weisst du, was ich mir gerade dachte?“ Ich träumte vom Morgen und liess das Jetzt […]

Mein Blick streift sie immer wieder

„Es tut mir leid wegen gestern wirklich.“ Ich wollte ihr noch sagen, dass ich sie liebe, aber das war mir dann doch zu peinlich im vollgestopften Pendelzug. „Ich liebe dich.“ Sie ist es, die es sagt und ich lächle und irgendwie ist heute endgültig ein bisschen Frühling geworden. Der ganze Wagen scheint auf einmal von einer unerklärlichen Hektik erfasst zu werden und das am frühen Morgen, jetzt wo ich ausnahmsweise glücklich bin. Das darf doch alles nicht wahr sein. Was […]

Und dann spüre ich deine Kraft

Du liebst mich mit deiner dir eigenen sanften Unerbittlichkeit. Du lässt mich baden in deinen Augen, nährst mich mit deinen Küssen. Dein Flüstern ist eine lebensnotwendige Süssigkeit. War ich jemals so wenig und so viel? Jetzt in diesem Moment dürfen wir sie leben: die unendliche Ruhe, die unerschöpfliche Zärtlichkeit, die reine Liebe. All das darf sich im Alltag nur selten zeigen, zu angreifbar, zu verwundbar wird man durch sie, aber jetzt sind wir herausgenommen aus der Zeit. Deine Augen, deine […]

Wir haben nach neuen Welten gesucht

Und dann waren wir mit einem Mal allein in der Dunkelheit, sie wollte ihre Schlafsachen holen und ich ergriff die Gelegenheit, ergriff sie und folgte ihr. Während sie alles zusammenklaubte, stand ich an einen Stuhl gelehnt und spürte die Schwere der Situation auf mich niederfallen. Das hatte ich mir gewünscht, mit ihr allein zu sein und dann, ein paar Worte nur, sie vielleicht an mich ziehen. Ich stand da und konnte nicht, konnte kein Wort herausbringen, keins, das von Belang […]