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Tag : face

Ich schliesse die Augen

Ich denke daran, wie es wäre, wenn ich meine Hand; ich konnte es hier im Zug sitzend förmlich spüren, wie ich dich dann hochheben, gegen die Wand presse… Ich mache „Hmmmmmm…“ und die ältere Dame mir gegenüber blickt irritiert zu mir herüber. Einen Augenblick zapple ich noch unruhig auf meinem Sitz herum, blicke auf die Uhr (Herrgott, noch über eine Stunde!) und halte es nicht mehr aus. Du hattest das Hotelzimmer organisiert. Du hattest mir die Adresse geschrieben und hinzugefügt, […]

Liebe Freundin

Es gibt diese Art von Briefen, die man Menschen meist dann schreibt, wenn sie aus dem eigenen Leben verschwunden sind. Genau deshalb gibt es da ein paar Sachen, die ich dir einfach sagen will, jetzt, wo du da bist und sie lesen kannst. Letzten Dienstag am frühen Abend hast du angerufen, du warst gerade auf dem Weg nach Hause. Es war nichts passiert, auch sonst nichts Besonderes, wir haben uns den Tag erzählt, dann aufgelegt, du wolltest noch einen Film sehen, […]

Du bringst mich um den Verstand

Du bringst mich um den Verstand, wunderliche Welt. Mit allen Momenten der Freiheit und den bösen Rückholaktionen auf den Boden der Tatsachen. Diese Dinge, die man nicht kontrollieren kann und die einen einholen im Augenblick der Unachtsamkeit, achtsam nur noch tränennah, und ich weine an deiner Schulter und ich hasse mich dafür und ich liebe dich dafür. Dann wieder fühlt sich alles so gut an und richtig und frei, aber der Hammerschlag kommt jedes Mal, jedes Mal wieder, mit der […]

Das war das schönste Geschenk meines Lebens

Ich bin ich, du bist du. Ich sehe die Welt nicht mehr, alles um mich ist schwarz, bedeutungslos. Nur du, mein warmer Stern, nährst mich mit deiner selbst. Welch ein Ort, welch ein Duft dringt in meine Poren. Du schmeckst warm, verlangend, lustvoll, himmlisch. Gib mir mehr von dir. Ich sehe dich, sehe meine Hände, die über dich gleiten, wie sie über deine Brüste wandern wie ein Windhauch, sehe wie du dein Gesicht in meine Hände legst und tief atmest. […]

Lass mich atmen und weinen

Trag mich nach Hause, wo immer das ist, bring mich in die Wärme einer Umarmung und halt mich nicht fest, aber fest im Arm. Ich brauche nicht mehr nur eine Schulter zum Anlehnen, ich brauche zwei davon und einen Rücken, auf den ich mich stützen kann, wenn mir die Knie weich werden und meine Stimme versagt. Lass mich atmen und weinen.     Wenn dann plötzlich die Stille kommt nach diesen Tagen voller Wucht, wenn dein Körper dich ins Bett […]

Was ich mit dir bin

Bei dir sein wollen Mitten aus dem was man tut weg sein wollen bei dir verschwunden sein. (Erich Fried) Manchmal fürchte ich, du könntest nur in meinem Kopf existieren, könntest eines dieser Hirngespinste sein, die man eben so mit sich herum trägt wie Tagträume und Schutzschilder, manchmal fürchte ich mich, was zwischen uns passiert, ob nun tatsächlich oder vielleicht auch nur in meinen Gedanken, ich weiss das hin und wieder nicht zu sagen. Dann wieder ist dein Kuss so real […]

Es regnet nicht mehr

Jetzt sind sie zum ersten Mal wirklich nah. Diese fremden Hände. Und sie berühren sacht, beinahe nur wie geahnt ihr Gesicht. Warme Fingerspitzen, berühren ihre Lippen, wandern über Nasenflügel, finden sanft und nur für den Hauch eines Moments ihren Hals. Streichen wie zufällig über ihre Ohren und verlieren sich dann in ihrem Haar. Unter dem strengsanften Zug seiner Hände fällt ihr Kopf leicht zurück und sie stöhnt, ganz bestimmt auch erschrocken, leise auf.
 Sie kämpft mit dem Drang ihn zu […]

Eine neue Jahreszeit

Versprich mir, dass du mir alles gibst, worum ich dich bitte. Ich werde dich um nichts bitten, dass du mir nicht geben kannst. Ich laufe den Gang entlang in mein Büro und sage: „Ich will mich nur mal kurz hinlegen!“ Und dann lege ich mich hin. Einfach so. Auf den Büroteppich. „Aber was ist denn los?!?“, fragen sie, und ich sage: „Nichts. Ich will mich nur mal kurz hinlegen.“ „Was ist den passiert?“ „Nichts. Lasst mich doch hier einfach liegen.“ […]

Dann war die Sonne weg

Es war Abend und die Welt tat, was sie zu tun hatte: weit draussen rauschte ein Zug vorbei, irgendwo hockte ein Vogel und sang ein Nachtlied, die Wolken standen am Himmel, weil sie es mussten. Alles war wie immer. Die Bäume versanken in weichem Licht der Abendsonne. Es wehte ein Wind, die Art von bewegter Luft, die etwas verhiess, ohne etwas zu versprechen, in der ein wenig Pathos lag. Ausserhalb der Stadt, im Garten eines winzigen Hauses, war nichts wie […]

Sie geht noch einmal auf die Strasse

Der Italiener um die Ecke hat noch ein Glas Grappa. Dann zieht sie weiter, mit dem Nichts im Blick und dem Alles auf den Schultern. Sie geht mit der Geschwindigkeit derer, die nichts zu verlieren und nichts zu gewinnen haben. Sie geht ohne Ziel, die Füsse werden finden, was die Augen nicht sehen, wovon der Kopf nicht weiss, dass das Herz es sucht. Bald kommt sie zum Park, duckt sich an Büschen vorbei und geht über den Sand zum Kinderspielplatz. […]