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Category : Mängisch wenn ds Läbe eim wehmacht

I moved to California in the summer time

Ich sitze auf dem alten Holzstuhl auf dem Balkon in eine Decke gewickelt und beobachte die Wolken. Manchmal würde ich gerne die Welt anhalten, nur für ein paar Sekunden, damit sie stehen bleiben und ich sie noch etwas länger ansehen kann. Es ist stürmisch heute. Ich ziehe die Decke etwas enger um meine Schultern. Meine Gedanken kehren dorthin zurück, wo sie eigentlich nicht sein sollten. Wir hatten uns nicht mehr viel zu sagen und doch blieb so vieles unausgesprochen. Letztendlich […]

Ich habe deinen Zettel

Ich hab ihn rausgekramt, und allein die Farbe des Papiers und deine rundgeschwungenen Schriftzüge haben mich lächeln lassen. Wir waren jung, denke ich, wir waren so kindlich. Ich muss lächeln über unsere Versuche, tiefgründig zu wirken; tiefgründig und ach-so-klug, das waren wir, und oh-so-melancholisch. Und dann treiben deine Worte einen schmerzlichen Zug in mein Lächeln; denn du schreibst von Veränderungen, und damals war ich es, die dir Veränderung vorwarf. Es sei gut, schreibst du, dass wir uns verändern und beeinflussen […]

Das Ende ist immer der Anfang

Jeder sollte mehrere unglückliche Lieben unterhalten. Denn dann erwartet einen überall etwas, egal wohin man geht- und sei es nur ein Scherbenhaufen. Denn wer nur eine einzige grosse unglückliche Liebe hat und sie zurücklassen muss, kann gehen, wohin er will – und wird nie richtig ankommen.

Es wurde dunkel, und es wurde hell

Dass du mir aber auch so über den Weg laufen musst, ohne es überhaupt zu wissen, ohne es zu ahnen, wie blind und sprachlos und ich mit einer Pappnase auf, trampelst du durch meinen Garten aus Gedanken und die Brombeersträucher zerkratzen deine Waden, spürst du es, fühlst du überhaupt noch etwas oder bin ich schon tot innendrin, hab ich schon aufgegeben oder holst du nur Luft, um weiter zu tauchen als jemals zuvor, wer kann das ahnen, wenn man doch […]

Und die Dinge passieren, wie sie passieren

Und doch stehe ich noch. Ich stehe, ich atme und spreche und lache, und nur in ruhigen Momenten, wenn mein Blick abschweift und sich an einem unbestimmten Punkt verfängt, nur dann denke ich diese Gedanken, diese trübsinnigen, mich selbst bemitleidenden Trauerfäden. Dann bin ich kurz für mich, und die ohnmächtige, unfassbare Wut versucht, Farbe anzunehmen; und sie scheitert, immer wieder. Und ich tauche wieder auf, und atme und lache und spreche, und nichts scheint mir erstrebsamer, als einfach vergessen zu […]

Ich wollte nur, dass du noch weisst

Ich schrieb dir Briefe; nachts, mit schwarzer Tinte, dramatisch im Kerzenschein, und das Flackern umleuchtete, beschattete meine Verzweiflung. Ich hackte Worte und presste sie nebeneinander, ineinander; und je falscher es sich anfühlte, desto entschlossener wurde ich. Beim ersten Morgengrauen durch schneidende Kälte und Hoffnungslosigkeit gefahren, und Tränen des Selbstmitleids auf den Wangen; den Brief vor deine Tür, zitternd beim Gedanken an: deine Existenz so nah, und einen Stein darauf gelegt, damit er nicht verloren ginge. 

Ein letzter Brief

Dies ist der letzte Brief, den ich dir schreiben werde. Und ich schreibe schon diesen gar nicht mehr an dich, sondern vielmehr für mich; ganz einfach, um damit abzuschliessen. Um wirklich, wirklich und endlich damit abzuschliessen. Dabei gibt es gar nicht viel zu sagen. Was zählt ist, wie es ausging. Wie ein paar kurze, rasch gewechselte Worte gereicht haben, unsere Vergangenheit, die Freundschaft, die wir zueinander hatten, in ein völlig anderes Licht zu tauchen. In das Licht, das ich zu […]

Du hast es nie vollkommen geschafft

Es gibt immer einen Ort, der dich in die Vergangenheit zurückversetzen wird; einen Geruch, der dich erinnert, einen Geschmack.  Und dann sticht es kurz, Bilder schieben sich unaufgefordert vors innere Auge, Bilder, die man in Schachteln verpackt und weggesperrt hatte, die man hatte verbleichen lassen – Plötzlich werden sie wieder lebendig, springen dich an, und du bist wieder verletzlich und klein und glaubst, überwältigt zu werden.  Aber es ist nur ein Moment.  Nur dieser Moment. Dann fängst du dich, schüttelst […]

Aber ich halte immer noch nach ihr Ausschau

Und ich, ich merke, dass ich sie vermisse, also nicht das, was unsere Beziehung ausgemacht hat, oder was ich dafür hielt, sondern.  Sondern stattdessen die Leichtigkeit, mit der wir unsere Meinungen austauschten, die vermisse ich, und ich vermisse ihre Art, sich über mich lustig zu machen, und dass es mir nie schwer fiel, in ihr Lachen einzufallen. Ich vermisse es, dass wir miteinander scherzten, auf eine Weise, die sagte, ich mag dich.  Ich vermisse es, ständig darüber nachzudenken, ob ihre […]

Es gibt kein dich und mich

Schaue stumm dabei zu, wie sie mein Inneres herausreisst, um darin herumzuwühlen, und ich sage ihr, dass sie schön aussieht, dabei, und sie sagt, das helfe jetzt auch nicht mehr. Ich liege in ihrem Bett während sie spricht, und sie spricht mit klarer Stimme, obwohl auch in ihrem Blut noch immer der Alkohol seine Bahnen zieht. Ihre Worte schneiden buchstäblich in mein Fleisch; sie sagt, ich könne nicht in ihrem Bett schlafen, schliesslich hätten wir nichts mehr miteinander, und ich […]