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Category : Im Fluss Des Seins

O Süsse Abendstunde

Auf dem Bildschirm meines Laptops bewegt sich ihr Kopf bestätigend auf und ab. Die Pixel lassen zu wünschen übrig; ich betrachte das kleine Bild, ich lächle. “Bei wem fühlst du dich denn geborgen?”, fragt sie. Mein Blick wandert wieder zu ihr zurück; ihre Augen schauen fragend, ihr Blick ist warm, und müde. Ich nenne ein paar Namen, ein paar wenige; dann verstumme ich. Dann tippe ich ein paar Worte, und drücke die Enter-Taste, mit Nachdruck. Das ist wie Flüstern, denke […]

Herbststimmung

Dann der erste kühle Tag, und ich erinnere mich an Beschwingtheit; ist es vielleicht das, was ich an meinem ersten Herbst fern von Zuhause fühlte? Auf einem anderen Kontinent; spürte ich da zum ersten Mal all die Möglichkeiten, die möglichen Zukünfte? Die Frische der Luft trägt eine Kraft in sich, anders als die des Sommers, eine herzhafte Frische, ein Mich kann nichts aufhalten. Ein Ich packe es an, und vielleicht rührt meine Melancholie daher, dass ich die Stimmung zwar auffange, […]

Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Irgendwann gehen wir weiter, wir können gar nicht anders, als ständig in Bewegung zu bleiben. Wir sehen uns noch einmal um und müssen dann auch schon los, und schon vergessen wir alles, was war. Jedes einzelne Mal. Was bleibt, sind Licht- und Schattenspiele im Kopf, Menschen ohne Namen und Gesichter.

Und die Dinge passieren, wie sie passieren

Und doch stehe ich noch. Ich stehe, ich atme und spreche und lache, und nur in ruhigen Momenten, wenn mein Blick abschweift und sich an einem unbestimmten Punkt verfängt, nur dann denke ich diese Gedanken, diese trübsinnigen, mich selbst bemitleidenden Trauerfäden. Dann bin ich kurz für mich, und die ohnmächtige, unfassbare Wut versucht, Farbe anzunehmen; und sie scheitert, immer wieder. Und ich tauche wieder auf, und atme und lache und spreche, und nichts scheint mir erstrebsamer, als einfach vergessen zu […]

Aneinandergereihte Wörter, die zu einer Melodie werden und sich in Bilder verwandeln

Ich streune durch die Strassen dieser Stadt, ich gehe ziellos durch die Gassen, ich suche nichts mehr, ich brauche nichts mehr, ich warte einfach nur noch ab, und alles, was ich noch habe, ist ein brauner Schuhkarton in meiner Hand. Denn da sind diese Sätze, die ich lange nicht sagte, die mir so aus dem Mund fallen, langsam zu Boden sinken wie die Blätter der Bäume um uns herum, kleine Kreise ziehen in Atemwolken, tanzen in der kalten Luft, kurz schwerelos […]

Gehen wir zusammen?

Sie beugt sie sich zu mir her und haucht mir zwei ausgesprochen zarte Küsse auf die linke und die rechte Wange. Es sind eigentlich keine richtigen Küsse sondern eher der Flügelschlag eines Schmetterlings. Sie berührt meine Wangen nur ganz, ganz leicht und doch habe ich den Eindruck, eine Explosion von Empfindungen zu spüren, die bis in den letzten Winkel meines Körpers ausstrahlen. Lea nimmt meine Hand. Sie blickt über die Strasse und sagt erstmal nichts. Es ist inzwischen dunkel geworden. […]

Der Augenblick ist die einzige Realität

Du hast mir geschworen, dass das Licht nach den dunklen Jahren unfassbar sein würde. Ich habe dir nicht geglaubt. Du hast mich in deinen Briefen, in deiner fein geschwungenen Schrift mit nach draussen genommen, in den Regen, den Wind. Du hast die richtigen Fragen gestellt, aber das habe ich erst begriffen, als ich zum ersten Mal über das Blutrot der Sonne staunte. Über die unsagbare Stille der Berge. Über grandiose Blumenfarben am Strassenrand. Als ich den Kopf in den Nacken […]

Zwischen Sehnsucht und Zuhause

Manchmal fürchte ich, du könntest nur in meinem Kopf existieren, könntest eines dieser Hirngespinste sein, die man eben so mit sich herum trägt wie Tagträume und Schutzschilder und Demoplakate gegen die Ungerechtigkeit der Welt. Dann wieder ist dein Kuss so real und dein Lächeln und dein Geruch, der an mir hängt und den ich festhalten will mit Inbrunst und ein bisschen Wut, die vielmehr Angst ist, als sonst irgendetwas; dein Duft und dein Lächeln und deine Hände in meinem Nacken, […]