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Category : Du musst das Leben nicht verstehen

Mi dünkt’s ir Nacht sig’s häu

Das hatte ich mir gewünscht, mit ihr allein zu sein und dann, ein paar Worte nur, sie vielleicht an mich ziehen. Ich stand da und konnte nicht, konnte kein Wort herausbringen, keins, das von Belang gewesen wäre. Ich war wie gelähmt. Einerseits wollte ich, wollte mehr als alles andere ihre Lippen schmecken und in ihrem tiefen Blick ertrinken, und andererseits … überwog die Angst. War es Angst? Unsicherheit. (Dabei war ich mir doch so sicher gewesen.) Ich half ihr, die […]

Das Gefühl, wenn ein Lied erklingt

Tief im Innern glaube ich nicht daran, glaube nicht an Wunder. [Das ist nicht dahergesagt.] Ich glaube, tief im Innern überwiegt die Vernunft, das rationale Denken. Hoffnung ist mehr oberflächlich, legt sich wie eine sachte Staubschicht um den Kern; ich weiss selbst nicht, wie ich das meine. Tief in jedem Menschen ist dieses Etwas, das, wenn eine Hoffnung in die Brüche geht (klirrend zerscheppert), leise flüstert: „Ich hab’s ja gewusst.“ Eigentlich hast du es ja gewusst, aber du wolltest nicht […]

This emptiness fills my heart

In meinem Kopf wurde etwas durcheinander geschüttelt. Gleich Sand auf dem Grunde eines Meeres sind meine Gedanken aufgewirbelt worden, als sei ein grosser Fisch dicht darüber hinweg geschwommen; als habe jemand sich hinabsinken lassen und sei auf dem Grund herumgesprungen, habe gestrampelt,  bis das Wasser sich trübte. Tanzende Sandkörner. Ich kann sie natürlich ignorieren, kann die Musik laut aufdrehen und so tun als wüsste ich; so tun als gäbe es keine Trübung des Wassers.  Ich könnte auch so tun als […]

I moved to California in the summer time

Ich sitze auf dem alten Holzstuhl auf dem Balkon in eine Decke gewickelt und beobachte die Wolken. Manchmal würde ich gerne die Welt anhalten, nur für ein paar Sekunden, damit sie stehen bleiben und ich sie noch etwas länger ansehen kann. Es ist stürmisch heute. Ich ziehe die Decke etwas enger um meine Schultern. Meine Gedanken kehren dorthin zurück, wo sie eigentlich nicht sein sollten. Wir hatten uns nicht mehr viel zu sagen und doch blieb so vieles unausgesprochen. Letztendlich […]

Du bist da

„Ich mache doch gar nichts.“ „Doch. Du bist da.“ „Du doch auch!“ möchte ich sagen. Du bist da. Immer. Du hörst zu, stellst die richtigen Fragen, findest die richtigen Worte. Du weisst, wann es Zeit ist mit mir zu schweigen und wann ich Worte brauche, um nicht von meinem Schweigen erdrückt zu werden. Du bist da und machst alles so viel einfacher und schöner. Du bist da und alles um mich herum wird besser. Ich möchte versuchen, Dir etwas von […]

Jetzt sehe ich erst, dass du ein Mensch bist wie ich

Wie wir durch die Nacht treiben manchmal, haltlos in diesem Meer aus Sternen und Menschen, wie sie alle leuchten, nur wir selbst sehen uns dunkel im Nebel stehen und unwissend angesichts dieser Übermacht. Statt zu lächeln trinken wir, statt zu wimmern und weinen lächeln wir, bis die Füsse unter uns wegbrechen und die Welt mit ihr, du fällst weich. Aber du fällst. Keiner merkt es, wie sehr und wie tief, wie du verzweifelt versuchst an der Normalität festzuhalten, an dem, […]

Herbststimmung

Dann der erste kühle Tag, und ich erinnere mich an Beschwingtheit; ist es vielleicht das, was ich an meinem ersten Herbst fern von Zuhause fühlte? Auf einem anderen Kontinent; spürte ich da zum ersten Mal all die Möglichkeiten, die möglichen Zukünfte? Die Frische der Luft trägt eine Kraft in sich, anders als die des Sommers, eine herzhafte Frische, ein Mich kann nichts aufhalten. Ein Ich packe es an, und vielleicht rührt meine Melancholie daher, dass ich die Stimmung zwar auffange, […]

Hold on, hold on tightly

Ich bin traurig. Jeder weiss das, der, der es nicht weiss, der weiss auch sonst nichts von mir, die zählen nicht. Letzte Nacht haben wir mal wieder geredet. Du kamst zu Besuch und nahmst mich einfach mit. Ganz einfach, sagst du dann immer, nimmst meine Hand lächelst mich mit deinen grossen, tiefen Augen an, die etwas aus der Mischung meiner enthalten. Wir fliegen dann immer nicht so hoch zum Anfang. Das ist schon komisch und obgleich ich das jetzt schon […]

Es wurde dunkel, und es wurde hell

Dass du mir aber auch so über den Weg laufen musst, ohne es überhaupt zu wissen, ohne es zu ahnen, wie blind und sprachlos und ich mit einer Pappnase auf, trampelst du durch meinen Garten aus Gedanken und die Brombeersträucher zerkratzen deine Waden, spürst du es, fühlst du überhaupt noch etwas oder bin ich schon tot innendrin, hab ich schon aufgegeben oder holst du nur Luft, um weiter zu tauchen als jemals zuvor, wer kann das ahnen, wenn man doch […]

Ich war so…

Ich wanke schlaftrunken durch die Gassen nichts denkend, sehend, fühlend. Plötzliches erwachen trifft mich wie der Rausch den Nüchternen und mir wird das Spiel von Nebel Licht und Wind gewahr. Ich freue mich früh aufgestanden zu sein, sehe noch ein wenig zu und gehe.