Ich weiss, was Sehnsucht ist und Abschied und Distanz

Ich spüre Sand zwischen meinen Zehen. Füsse, die bis zum Knöchel darin versinken. Ich blicke mich um und irgendwo dort in den Spuren, die du hinterlassen hast, wehen deine Worte. Irgendwo dort in dem Sand, der unaufhörlich in die Ferne greift. Himmelsrichtungen überschlagen sich, drehen sich im Kreis. Überall ein paar Spuren, überall ein bisschen Liebe, ein bisschen Duft, ein bisschen hier und da. Ich halte einen Moment inne und blicke ihnen nach. Ich strecke meine Arme und greife in die salzige Luft und etwas zieht mich nach vorne, so dass ich das Gleichgewicht verliere.

Und wir liegen dort und wälzen uns entlang der Zeit. Eng umschlungen und ich spüre deine Hände in meinen Rücken drücken. Spüre die Worte, die du mir auf die Wangen küsst und ein paar Tränen, die gleich darauf im Sand verschwunden sind. Ich grabe ihnen nach, doch komme nicht hinterher. Nun liege ich dort, auf dem Grund dieser tiefen Grube. Den Rücken habe ich tief in den Sand gedrückt, die Beine überschlagen, die Hände hinter dem Kopf gekreuzt. Ich summe Erinnerung, male dein Gesicht in die Luft. Ein Stück blauer Himmel hängt mir in den Augen, zwischen den Tränen, deinen oder meinen.

“Bis bald”, flüsterst du und ich denke ein “Vergiss mein nicht”, ein “das wird schon”, ein “hoffentlich”.

 

Auch ein irgendwo hat irgendwie ein Ende.

 

I’d probably never have ended up a photographer

Here though, this time, it was her idea. Because, as we soon discovered, she’d forgotten how much she hates having her picture taken. That meant I had a few minutes to grab some shots before her discomfort levels welled back up to the point where she put a stop the the whole shebang. Which, again, good thing. Otherwise I’d…well shit, no idea where I’d be. Sure as shit wouldn’t be writing this, I tell you what.

I’d say I take better pictures of people I find interesting

As much time as I want to dig as deeply as I care to. I’ll take the same shot again and again while asking questions, concerned far more with answers than photographic results.

And if I’m lucky (and I tend to be very lucky), the moments dovetail, a Good moment and a Good point in the conversation, and I get a photo like this.

 

Ich will ein Staunen sein

Montagmorgen

Die Stadt war voller Menschen, es war kühl, windig…

Ich sass in einem Café, bestellte mir etwas und schaute aus dem Fenster. Mein warmes Getränk kam, die Kellnerin sah schon ziemlich müde aus, sie versuchte zu lächeln, ich lächelte zurück.

Ich strecke mich, nehme meine Arme hinter den Kopf und hole tief Luft, langsam lasse ich meine Augen zugehen und versuche nur noch zu hören, zu riechen, spüren. Ich höre Geschirr, leise Gespräche. Kaffeeduft steigt in meine Nase. Spüre einen Luftzug an meinem Arm und weis das es die Kellnerin ist. Ich höre ein Handy brummen, Nachrichten aus der Vergangenheit die jetzt gelesen werden. Draussen höre ich Autos, höre, wenn die Ampel rot ist, höre wenn sie grün wird. Zwei ältere Frauen unterhalten sich, ich versuche sie auszublenden, weil ich keine Lust habe mir die Krankheiten anzuhören. Die Kellnerin kommt wieder, ich nehme den frischen Tortenduft war, Erdbeerkuchen. Ich spüre sogar die Wärme der Kellnerin, höre ihre schnellen Schritte.

Ich strecke mich noch mehr, fühle mich angenehm ruhig, entspannt. So entspannt das ich nicht mal bemerke wie jemand an meinem Tisch steht.

„Entschuldigung, ist der Platz noch frei?“

Achte auf den Augenblick, der dich ganz tief berührt

Ich will dir sagen, wie schön du bist, ohne dass es farblos und wie daher gesagt klingt. Es wird genug eben einfach so gesagt. Doch dies soll wertvoll bleiben. Du sollst dich nicht daran gewöhnen. Ich schaue dich an.

Deine Lider zucken ein wenig im Licht der schwindenden Abendsonne.

Schweigend die Blumen zwischen deinen Händen.

 

Ich komme zu dir, ganz nah, noch näher. Erst jetzt ist es gut. Ich möchte dir etwas sagen.

 

Was spürst du, wenn ich dich berühre, wenn meine Finger an deiner Wange über die Haut fahren, wenn sie etwas von der Sonne nehmen und dir einen Schatten auf das Gesicht legen? Du regst dich nicht. Nur als meine Nase deinen Hals berührt, murmelst du etwas.

Ich verharre, warte einen Moment, bleibe wie ich bin. Einen Augenblick, zwei Augenblicke, drei.

Du magst das, hast du gesagt.

“Ich, ich, ich….” – Flüsterton. Ich höre dich lächeln. Hörst du mich? “Ich, ich, ich…”, setze erneut an. Sollst dich nicht daran gewöhnen, nicht, nicht daran gewöhnen. “Ich, ich, ..”. Drücke meine Lippen vorsichtig an dein Ohr. Spüre den zarten Widerstand und lasse mich ein wenig zurückfallen. Ich schliesse meine Augen und noch bevor ich aus dem Dunkel zurückkehre, flüstert es

“ich dich auch, ich dich auch, ich auch”….

 

 

 

 

(Ganz ehrlich, beim Überarbeiten werde ich zum Sadisten und quäle den Text immer und immer wieder. Nichts ist gut, ich stelle alles infrage und raufe mir oft die Haare, wenn ich darüber nachdenke‚ in welchem schäbigen Bewusstseinszustand ich gewesen sein muss, als ich diesen Text geschrieben habe.)

 

Vergesst nicht: Hinter den Wolken ist der Himmel immer blau

Stolz recken die Gräser sich gegen den Himmel. In das tiefe dunkle blau, dieses Meer, das so stolz über ihren Köpfen schwebt. Ich streife durch sie hindurch. Lasse sie durch meine Finger gleiten. Spüre sie auf meiner Haut.

Neben mir gehst du. Du hältst ein wenig Abstand. Wenn du etwas sagst, dann lächelst du und manchmal, da wirst du rot. Du schaust dann auf den Boden. Du bist schön. Du bist schön mit deinem langen Haar, deinen vollen Lippen und dem schüchternen Blick deiner Augen. Ich bin gerne mit dir zusammen. Fühle mich wohl bei dir. Es ist schön.

Wir sind scheues Getier. Du und ich. Achten darauf, uns nicht zu schrecken. Nicht voreinander wegzulaufen, davon zu rennen. Wir sprechen vorsichtige Worte und behutsame Blicke liegen auf fruchtbarem Boden. Wir sollten etwas Schönes darauf bauen. Ja.

Es ist ein warmer Tag. Ein warmer Wind zieht vorüber. Ich rieche die Felder, die sich vor und hinter und neben uns in die Ferne ziehen. Ich schliesse meine Augen.

„Ich, ich, ich“, stottere ich. Wir bleiben stehen und dein Blick, dieser Quell deiner süssen Verletzlichkeit, wendet sich mir zu. „Ich mag dich“, sage ich schliesslich. Ich schlucke, zögere. Dann greife ich nach deiner Hand. Es ist alles still. Du, ich, die Welt. Ich spüre, wie ein kräftiger Atem durch deine Lungenflügel strömt und deine Brust hebt. Du reibst deine Lippen aneinander, als seien sie ein wenig trocken und dann, dann lächelst du.

Es kommt mir vor, als betrachte ich eine weit entfernte Szene

Ein leichter, weicher Kuss war das, du hattest die Augen noch geschlossen, und dann, mitten im Begreifen und Erwachen, hast du so gelächelt. Ein rein spontanes, glückliches Lächeln war das. Das war wunderschön.

Ich bin tatsächlich stolz, merke ich; stolz, dein Vertrauen zu geniessen, es geniessen zu dürfen, es verdient zu haben. Es berührt mich, wenn du einschläfst, fest um mich geschlungen; wenn du dich dem Schlaf ergibst, wie ein Kind in meinen Armen. Manchmal richtest du im Halbschlaf Worte an mich; ein erklärender Satz, eine Frage, mit geschlossenen Augen, immer mitten aus einem Gespräch gerissen, das du dir erträumt hast. Manchmal wachst du auf und hast das Ende des Films verpasst, bist verwirrt und ein bisschen wütend, aber kraftlos, eher enttäuscht, vielleicht von dir selbst. Als sei es eine Schwäche: eingeschlafen zu sein. Das mag ich.

Ich mag, dich noch nicht aufzuwecken, obwohl mein Nacken schmerzt, obwohl der Film längst zu Ende ist; ich halte dich dann fest und freue mich. Ich halte dich fest mit dem Gefühl, dich beschützen zu wollen, vor allem, was kreucht und fleucht und draussen herumheult. Vor allem, dass dich unter Druck setzt, dass Erwartungen an dich stellt; wenigstens für den Moment soll die Zukunft ohne Widerstände sein, alle Hindernisse hinweggefegt. Du sollst sicher wandeln in deinem Traum, nichts soll dich quälen.

 

 

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