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Erzähl mir alles

Vielleicht werde ich für immer zwischen „Ich kann das alles alleine!“ und „Wann hilft mir endlich jemand?!“ hin und her schwanken. Vielleicht solange, bis sich jemand findet, der mir nicht nur helfen will, sondern dessen Hilfe auch etwas bewirkt. Dessen Hilfe eine andere Motivation hat. Viele Menschen wollen mir helfen, wollen, dass es mir besser geht und für diese Menschen kämpfe ich auch. Nicht immer, weil ich sie nicht leiden sehen möchte, sondern einfach, weil ich eine Verantwortung auf mir lasten spüre, aber sie sind trotzdem ein kleiner Motor hinter alle dem. Ich weiss, dass sich manche Dinge nicht alleine bewältigen lassen. Dass ich auf andere Menschen, ihr Wissen, ihre Erfahrung, vertrauen muss, dass ich sie brauche. Weil ich ja anders zu absolut gar nichts komme… Aber… Aber… Ach. Wieso kann ich das nicht alleine? Es geht nicht mal darum, alleine meine Probleme zu lösen, sondern einfach alleine zu sein, sich nicht immer beobachtet zu fühlen. Wieso muss ich zuhören, wieso muss ich verstehen, wieso darf ich nicht auch mal sagen, dass ich keine Lust habe und es mir egal ist, ob ich glücklich bin oder nicht? Warum darf ich nicht mal kurz aufgeben, vor den Menschen, die mir helfen wollen? Ich würde weitermachen, ich werde auch immer weitermachen, aber manchmal brauche ich eine Pause. Diese Pausen sind ziemlich einsam, sie sind hässlich, sie sind kalt und unschön – ich wünsche mir, dass jemand bei mir wäre, wenn ich nicht kämpfe, sondern aufgebe. Das sind doch die wichtigen Menschen, oder? Die, die einen nicht verurteilen, weil man nicht umsetzt, was man gelernt hat, die nicht von einem erwarten, dass man ab jetzt für immer gut drauf ist, die nicht geschockt sind, wenn mal wieder Tränen laufen. Denn das macht mir Angst. Es geht mir besser und es wird noch besser werden – aber das ist doch nicht alles, was ich zu sagen habe! Manchmal ist es genau wie vorher oder eine Millionen Mal schlimmer. Davon darf ich nicht reden, ich darf es nicht zeigen. Dabei bräuchte ich genau dann jemanden. Hilfe beim Aushalten und nicht beim Weitermachen bekommen. Irgendwie so. Jemanden, bei dem „bedingungslos“ irgendwas bedeuten würde. Das Alleinsein, das war immer schon dieses eine Problem, für das niemand eine Lösung wusste. Denn Einsamkeit lässt sich nicht wegtherapieren und Freunde findet man nicht, nur weil man genau genug hinschaut. Das ist der beste Beweis für den unbarmherzigen Zufall, der das ganze Leben ist. Manche Sachen passieren, manche nicht. Nicht, weil es einen Plan gibt, sondern weil es absolut keinen gibt.

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