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Das Gefühl, wenn ein Lied erklingt

Tief im Innern glaube ich nicht daran, glaube nicht an Wunder.

[Das ist nicht dahergesagt.]

Ich glaube, tief im Innern überwiegt die Vernunft, das rationale Denken. Hoffnung ist mehr oberflächlich, legt sich wie eine sachte Staubschicht um den Kern; ich weiss selbst nicht, wie ich das meine. Tief in jedem Menschen ist dieses Etwas, das, wenn eine Hoffnung in die Brüche geht (klirrend zerscheppert), leise flüstert: „Ich hab’s ja gewusst.“

Eigentlich hast du es ja gewusst, aber du wolltest nicht wissen, du wolltest hoffen. Du wolltest Farbe, wolltest Gefühle in deinem Leben, denn das tiefste Schwarz ist lebendiger als graue Farblosigkeit. Dann diese Ameisen auf der Haut, dröhnendes Herzklopfen in den Ohren, schweissnasse Finger; du lebst, du lebst… Du hoffst. Es könnte dir auch egal sein, du könntest dir deine Besessenheit ausreden, deine angebliche Faszination – wie misstrauisch sollte man sich selbst gegenüber sein? – aber du hältst dir die Ohren zu, verklebst der Vernunft den Mund und sagst dir, irgendetwas muss es im Leben doch geben, das ihm das gewisse Etwas verleiht.

Die Besonderheit.

Und dann knipst du schnell wieder das Lämpchen an, den Hoffnungsschimmer; wartest, bis es dunkel wird im Zimmer, und dann schwebst du davon mit deinen Träumen, wirbelst Spiralen in die Schwärze.

Nachts ist die Sehnsucht am stärksten.

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