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Es ist für alle besser, wenn ich jetzt gehe

Eine soulige Frauenstimme, ein wenig Klavier und ein bassiges Saxophon dröhnen hinaus aus den halb geöffneten Fenstern und verschwinden irgendwo dort in den Hügeln des Emmentals. Ich drehe lauter. Du magst das. Neben mir, da sitzt du. Und du – hey du – magst du denn gar nichts sagen? Ab und an versuche ich ein bisschen Kommunikation zu betreiben, doch es hat eher etwas von einer ersten Stunde Fremdsprache lernen. Irgendetwas von dröger Grammatik und einem nicht-so-recht-wollen. Ich blicke gerade aus, halte den Blick starr auf dieses Kommen und Gehen von Dingen gerichtet an denen man vorbei, aber doch eigentlich nie über sie nachdenkt.

Ich weiss, dass du schön bist. Das Haar, das du offen trägst, obwohl du das nicht magst. Der Rock, der bis zur Hälfte deiner Oberschenkel reicht. Ich blicke noch immer starr geradeaus. Eine Sonne verschwindet über dem Jura ihr Orange und Rot und Gelb liegen nun überall. “Wow, ist das schön”, sage ich. Es bleibt merkwürdig stehen, wie ein Essen, das nicht angerührt, nicht geschmeckt und gerochen wird. Nicht einmal ein leises “ja” mag dir von den Lippen gehen.

Es ist still. Ich drehe meinen Kopf zur Seite bis meine Augen geradeaus in deine Richtung schauen. Du blickst noch immer starr aus dem Fenster. Es ist keine Regung in dir. Es ist als könnte ich einen Stöpsel an dir ziehen und als bliebe dann nur noch ein Stoss faltiges Plastik auf deinem Sitz zurück.

Adieu, meine Liebe, Adieu.

 

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