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Das Porträt ohne Kleider

Dass du mir aber auch so über den Weg laufen musst, ohne es überhaupt zu wissen, ohne es zu ahnen, trampelst du durch meinen Garten aus Gedanken und die Brombeersträucher zerkratzen deine Waden, spürst du es, oder holst du nur Luft, um weiter zu tauchen als jemals zuvor, wer kann das ahnen, wenn man doch alles abblockt, was Aufschluss geben könnte, wenn man so knapp neben sich eine Mauer gebaut hat aus Nichtwissenwollen aber der Bauch muckt auf und klettert am wilden Wein empor, während der Kopf sich anderen Dingen zuwendet, sich überschlägt vor lauter Ablenkungsmanövern und bald ist der Herbst da und dann der Winter  und ichwiralle wieder dunkelgrau mit Tequila auf den Lippen und Fragen in den Fingerspitzen und Disteln im Haar.

 

Ich sage immer, ich bin ein Porträtfotograf und ich will, ich muss diesen fotografierten Augen trauen. Vor vielen Jahren habe ich zufällig herausgefunden, dass sich der Ausdruck einer Frau verändert, wenn sie keine Kleider trägt, auch, wenn ich nur ein Porträt von ihrem Gesicht fotografiere. Ich nenne diese Technik scherzhaft “das Porträt ohne Kleider“. Und natürlich bin ein Mann und mag Frauen. Ich glaube, dass ich zum Zeitpunkt, in dem ich das Foto schiesse, kann ich in einer besonderen Harmonie mit ihnen kommunizieren und ich denke, es gibt nichts, das ich besser kann als das.

Ich kann nicht erfolgreich darin sein, Käfer zu fotografieren, weil es keine Harmonie zwischen uns gibt.

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