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Sonn·tag·abend

Manchmal ist dieser Übergang von einer Woche auf die nächste ein besonderer. Dieses Gefühl, das Vergangene noch ein wenig zu dehnen, indem man die Nacht von Sonntag auf Montag verlängert, den Sonntag länger verweilen lässt, als ihm eigentlich zustünde. Es ist, weil dieser Wochenübergang anders ist als all die Übergänge zuvor. Es wird etwas passieren, das steht fest, und von da an wird alles anders sein. Also koste ich diesen Sonntag aus, bis er Überstunden macht und neben mir im Bett liegt, übermüdet von all diesen Strapazen des Tages. Sie musste mit mir frühstücken, dann zogen wir durch die Stadt, lagen in der Sonne auf einer Wiese, assen Eis, lasen Bücher und schrieben lange Texte. 

Sie hatte Maracujaschorle mitgebracht, also setzten wir uns an die Emme und verweigerten uns: Dem Denken, den öffentlichen Verkehrsmitteln, den Grasflecken auf den hochgekrempelten Jeans, den Ameisen auf unseren Beinen, den Sonnenbrillenträgern, den Hundehaufen, den streunenden Junggesellen, den Politikneuigkeiten, die keine Neuigkeiten waren. Wir wollten nichts, und als wir das hatten, war das mehr als genug. Später am Tag nahmen wir eine Papiertüte, da hinein wickelten wir eine halbe Stunde Sonne und eine Scheibe Himmelblau. Zuhause versteckten wir sie ganz hinten im dunklen Vorratsschrank.

Dort liegt sie nun. 

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