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Und dann umarmte ich sie einfach

Sie sieht hinaus. Die nackte Haut ihres Körpers, verborgen unter weichen Fasern eines Morgenmantels. Ihr warmer Atem bleibt einen Moment lang an einem der Fenster hängen. Sie beobachtet ihren Atem, der zart eine weiche Schicht auf kaltes Glas drückt, die gleich darauf vergeht, wie Tau im ersten Sonnenlicht. Sie lässt ihren Mantel sanft über die Schultern zum Boden hin fallen. Sie spürt das kalte Holz unter ihren Füssen. Einen Moment lang bleibt sie stehen. Die Kälte zieht von den Füssen an durch ihren ganzen Körper, der sich einen Moment lang so nackt und unbeholfen, so anmutig und anstandslos zeigt.
Das Eingeständnis ihrer Verletzlichkeit.
Ein fröstelnder Schauer überzieht ihre Haut, wie ein kalter Kuss in ihrem warmen Nacken, es gleichzutun vermag.
Sie atmet tief und schliesst die Augen.

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