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Wie von Weitem dringt die Musik wieder an ihr Ohr

Unter die Dusche, dann ausatmen, ausatmen, ausatmen, nur noch atmen, weil alles egal ist, bis aufs Atmen, aber auch das ist egal. Es ist immer das Egalste, das am wichtigsten fürs Überleben ist. Sie legt den Kopf in den Nacken und denkt an Wörter mit a. 

Ausatmen, ausradieren, aussitzen, abkassieren, aufreissen, abküssen, Alternativen wagen, ablecken, abhauen, anmachen, ausmachen, ausschalten. Abhängen. Abschalten. Was anderes sehen. Den Kopf freikriegen. Das Wissen vergrössern, den Horizont erweitern, ihn so lange ausdehnen, bis er platzt. Runterkommen, sich entkrampfen, endlich entspannen. Einmal nur den Stecker ziehen, nur einmal mehr als ein Stand-by-Modus sein, nur einmal ganz aus sein für mehr als für eine Nacht mit drei mühsam erkämpften Stunden Schlaf. Einmal nur mehr sein als ein Fernseher, der auch noch in einem ganz hohen Ton weitersummt, wenn er aus ist. Einmal kein Wasserhahn sein, der nachtropft, wenn man die Dusche verlassen hat. Einmal nur richtig aus sein. Das könnte gut sein.

Sie lächelt. Streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht und geht zurück in die Küche.

Dreht langsam die Musik leise.

Und steckt die Platte zurück in die Hülle.

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