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Ich schreibe aus mir heraus

Sogar diesen Geruch, der schon seit gestern Abend an meinen Händen haftet und sich nicht abwaschen lässt, kann ich aus mir herausschreiben. Es gehört dann nicht mehr nur mir sondern noch anderen; selbst wenn niemand es liest.
Das Schreiben wäscht etwas aus mir heraus, die Buchstaben fangen ein und lassen den erlebten Moment erstarren. Erstarren, weil er mit Worten beschrieben wurde; Gedanken sind anders, sind mehr, sind nicht nur Worte.

Und dann überwiegt wieder der Drang, der Wunsch, etwas festzuhalten; manchmal gelingt es, manchmal weiss man, genau so ist es gewesen, und man liest es wieder und wieder und die Worte tropfen von meinen Lippen, schmecken wie Honig, wie Salz und Zitrone.

Und doch. Ist es nicht möglich, dass andere Leute, wenn sie die Dinge nicht aus sich herausschreiben, mehr davon haben? Dass es sich in sie hineinbrennt, weil es nicht hinaus kann; dass sie es intensiver erleben als es mir je möglich sein wird

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