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Ich laufe durch unsere Stadt…

Und als der Regen fiel, hätten wir uns küssen können zwischen den Pfützen, auf dem Fussgängerstreifen und unter der Staldenbrücke.

Weil unsere Mäntel mit dem Grau des Tages verschwommen wären, hätten uns nur ein paar Leute gesehen, wie wir da stehen, wie ich meine Hände vergrabe in deinen dunklen Haaren, wie deine Arme um mich geschlungen sind, wie nass unsere Haare schon sind vom Dastehen und Küssen und dass deine Füsse in den schönen grünen Turnschuhen auf einem Senklochdeckel stehen und ein kleiner Bach an ihnen vorbeifliesst, der schlingernd ein paar Blätter, drei Zigarettenstummel und einen Kaugummi in die Tiefe trägt. Es wäre gewesen wie damals, an jenem Regentag vor langen Jahren, als wir an einem anderen Bahnhof in einer anderen Stadt standen, aneinander gelehnt, uns in die Augen sahen und der alte Mann uns sah, stehenblieb, lächelte und ganz leise sagte so muss die wahre Liebe sein und weiterging. Hätten wir uns geküsst, wäre das Leben weitergegangen wie er, zur Bahn, zum Bäcker, zur Emme runter oder ziellos die Strasse entlang.

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