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Das Leben

Die Minuten verfliegen, ein eiliger Nordwind treibt sie vor sich her wie eine Herde unverständiger Schafe, lässt sie durcheinander purzeln und duldet doch keinen Aufschub. Wie viel kann in einer einzigen Minute geschehen – und wie wenig.

Manchmal drängt es mich danach, Dinge zu erleben; scheinbare Ereignisse, Momente, herausgeputzt und zum Glänzen gebracht. Nur kurz. Nur kurz, denn das Leben hastet weiter und die Augenblicke ziehen an dir vorbei, winken dir rasch zu und entschwinden dann am Horizont.

Dich zurücklassend. Betrachtend, wehmütig. Sie verblassen, fallen vom Bald ins Damals und du fragst dich, wo, wo waren sie dazwischen? Gelächter verhallt, Blicke vergilben, und du sitzt irgendwo in der Stille, mit ausgestrecktem Arm, und greifst nach Schatten während dir das Jetzt durch die Finger fliesst. Ungehindert fliesst es, auch dann noch, wenn du die Hände zu Fäusten ballst; auch dann, wenn du die Augen zukneifst und dich in die Arme der Finsternis wirfst.
Es rinnt dir unaufhörlich durch die Finger, das Leben.

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