Achte auf den Augenblick, der dich ganz tief berührt

Ich will dir sagen, wie schön du bist, ohne dass es farblos und wie daher gesagt klingt. Es wird genug eben einfach so gesagt. Doch dies soll wertvoll bleiben. Du sollst dich nicht daran gewöhnen. Ich schaue dich an.

Deine Lider zucken ein wenig im Licht der schwindenden Abendsonne.

Schweigend die Blumen zwischen deinen Händen.

 

Ich komme zu dir, ganz nah, noch näher. Erst jetzt ist es gut. Ich möchte dir etwas sagen.

 

Was spürst du, wenn ich dich berühre, wenn meine Finger an deiner Wange über die Haut fahren, wenn sie etwas von der Sonne nehmen und dir einen Schatten auf das Gesicht legen? Du regst dich nicht. Nur als meine Nase deinen Hals berührt, murmelst du etwas.

Ich verharre, warte einen Moment, bleibe wie ich bin. Einen Augenblick, zwei Augenblicke, drei.

Du magst das, hast du gesagt.

“Ich, ich, ich….” – Flüsterton. Ich höre dich lächeln. Hörst du mich? “Ich, ich, ich…”, setze erneut an. Sollst dich nicht daran gewöhnen, nicht, nicht daran gewöhnen. “Ich, ich, ..”. Drücke meine Lippen vorsichtig an dein Ohr. Spüre den zarten Widerstand und lasse mich ein wenig zurückfallen. Ich schliesse meine Augen und noch bevor ich aus dem Dunkel zurückkehre, flüstert es

“ich dich auch, ich dich auch, ich auch”….

 

 

 

 

(Ganz ehrlich, beim Überarbeiten werde ich zum Sadisten und quäle den Text immer und immer wieder. Nichts ist gut, ich stelle alles infrage und raufe mir oft die Haare, wenn ich darüber nachdenke‚ in welchem schäbigen Bewusstseinszustand ich gewesen sein muss, als ich diesen Text geschrieben habe.)

 

Wie gut es tut, dich zu sehen

Ich sehe, wie du deine Schuhe ausziehst.

“Gefalle ich dir?”

Du schaust mir in die Augen. Keck bleibst du vor mir stehen, die Hände in der Hüftgegend abgestützt.

“Du bist wunderschön, sexy, eine echte Traumfrau”.

“Worauf wartest du dann noch?”

Ihre Augen funkeln mich herausfordernd an.

“Komm fotografier mich endlich!”

I ha Längizyti

Ich lausche einem Klang jenseits des Klanges,
der in der Nachtlandschaft meiner Träume herumschleicht.

Wärst du doch hier.

Ich sitze mit unruhigen Beinen und schreibe ein paar Worte – ein paar Worte an dich.
Gedanken.
Doch du ziehst an ihnen.
Und so liegen sie dort, diese unglücklichen Gefährten grübelnder Nächte, liegen dort, neben dir und halten eine Erinnerung fest, einen Duft, eine Berührung, einen süssen, kurzen Augenblick. Ich wäre so gern bei dir.
Ich kneife meine Augen zusammen ganz fest. Ich wünsche mir was.

Ich liege wach. Ich warte. Ich habe noch einen Duft von dir. Ich will dir aufmachen und dich hereinbitten und so echt, so verletzlich, so brennend und verlangend vor dir stehen, wie es mir nicht anders, nicht besser, nicht richtiger gelingen mag. Es ist still. Tatenlose Gedanken zerreiben mir das Gesicht und rauben meinen Schlaf. Ich sollte etwas tun, machen, mich in meine Angelegenheiten einmischen. Doch nicht jetzt, lieber nicht, irgendwann, dann, in Zukunft einmal. Und auf den Gleisen, die in ein Morgen reichen, fahren diese und jene Totgeburten einer ungelebten Zukunft. Und anstatt ihrer Gast zu sein und sie zu meinem Zuhause, einer schönen Gegenwart zu machen, bleibe ich, Wünscher und Denker, auf dem Bahnsteig stehen und bin Wächter ausgekühlter Sehnsüchte. Und ich schaue und führe Schrift über dies “hätte doch” und “wäre schön gewesen”, wie es nach einer Weile, blass, schon irgendwo dort in den Zipfeln ferner Baumkronen verweht.
Mit einem schweren Atem kehre ich zurück. Meine Blicke treten nach aussen, in ein ödes Hier- und Jetzt. Ich starre in das warme Licht einer alten Lampe und darunter, Tintenflecke unnützer Gedanken. Es ist still. Es ist leer. Ich lehne mich zurück, zerreibe mit Händen ein ermüdetes Gesicht und lösche das Licht.

 

Versprich mir, dass wir einen Baum pflanzen, sobald das hier vorbei ist, sagte sie leise, bevor sie meine Hand hob und sie ganz sachte mit den Lippen berührte.

Und dafür gibt es bei uns einen ganz speziellen Ort: Das Paradies.

Das Paradies liegt in einer kleinen Bucht in der Nähe der Stadt. Mittelpunkt des Paradieses ist ein natürliches Wasserbassin, dass der Fluss in den Sandstein gegraben hat.

Da stand sie in ihrem blauen luftigen Sommerkleid, ihre blonden Haare fielen offen über ihren Rücken. Nach einer ganzen Weile öffnete sie ganz langsam die Knöpfe ihres Kleides, einen nach dem anderen und liess es sich von ihren Schultern gleiten.

“Und Du bist sicher, dass uns hier niemand sehen kann?” Sie sprach ganz leise und langsam.
“Ganz sicher …”
“…und hören auch nicht?”
” .. hören auch nicht …”
” …auch nicht, wenn ich ganz laut schreie?”

 

 

And through it all she offers me protection
A lot of love and affection
Whether I’m right or wrong
And down the waterfall
Wherever it may take me
I know that life won’t break me
When I come to call, she won’t forsake me
I’m loving angels instead
(Robbie Williams)

 

 

 

Gspürsch nid e lyse Huuch, es isch en Ängel düregange.
Dert am Ufer im Schlehstruuch, blybt en Silberfade hange.

Manchmal denk i no an di

Und im Kopf fallen die Würfel ständig neu, es klappert viel zu laut da drin, so laut, dass ich nichts Anderes mehr hören kann.

Ich schalte den Kopf ab, ich denke nicht nach, ich lebe, ich liebe, ich wende mich nach hier und dort, ich trinke des anderen süsse Lust, lasse mich mitreissen und durch die Nacht tragen.

Und fast kommen die Tränen, weil ich verzweifelt versuche, dich zu erinnern, dich und wie es war mit dir, als du mich berührtest, als deine Hände auf meinem Körper spazierten. Ich verliere deinen Geschmack auf meiner Zunge, deinen Geruch und deine Wärme, deine Haut und deinen Mund.

Bis heute frag ich dich insgeheim immer wieder, was das war, was ich in deinen Augen sah, als wir uns zum ersten Mal liebten. Waren das Tränen? Wusstest du schon zu Beginn, dass du mir das Herz brechen würdest?

I denk ma oft, wo kenntast jetz sein.
Die Zeit heilt alle Wunden – ob gro’ oder klan.
Doch manchmal reiß’n die ‘dast’n ein.
Do woa a so a Glanz in deine Aug’n;?Do woa des Soiz auf deina Haut.
Und dann mei G’fühl, so zwischn Angst und Euphorie.

Manchmal denk i no an di…
(Austria 3)

 

 

Ich kann nicht denken

„Früher war alles einfach, so einfach wie die Buchstaben in einem Lesebuch. Jetzt ist nichts mehr einfach, nicht einmal mehr die Buchstaben.“
(Hermann Hesse)

 

Du legst deinen Kopf an meine Brust und ich spüre, wie sich mein Herz nervös bis an deine Wangen drückt, als wollte es ausreissen und davonrennen, flüchten und bei dir Schutz suchen. Ich erstarre.

“Was ist los?”

Du richtest dich auf. Kniest auf der weichen Matratze und bist nun auf einer Höhe mit mir.
Deine Augen versuchen in mich einzudringen, sich durchzuwinden und ein Schlupfloch zu finden in der Mauer meines Schweigens. Ich weiche deinem Blick und schaue zu Boden.

Ich spüre deine Finger, wie sie an meiner Hand entlang streicheln, wie Fingerkuppen sich aneinanderdrücken und sich dabei zu einem Kartenhaus aneinander hochstemmen. Das Licht ist gedämpft. Nur die kleine Lampe wirft einen rötlichen Schimmer auf dein Gesicht.

Ich lege meine Hand an deinen Hals und du schmiegst dich daran. Mit dem Daumen berühre ich deine Wangen und verharre einen Moment an deinen Lippen, diesen zarten, honigsüssen Halbmonden. Du drückst einen Kuss darauf.

“Was ist los? Was ist los? Was ist los?”

Worte vernebeln, zerfasern und sickern hinab in das trübe Sumpfland meiner Gedanken. Hilfe, ich ertrinke. Du siehst die tiefen Gräben, die sich in meine Stirn geschlagen haben, diese Zeugen meiner Furcht. Du umfasst mein Gesicht mit beiden Händen. Streichelst durch mein Haar und nur einen Moment später spüre ich, wie deine Nase, diese kleine Erhebung zwischen deinem Mund und deinen Augen, sich daran schmiegt, wie ein Windstoss, der das Laub von den Strassen trägt.

All through the night
I’ll be awake and I’ll be with you
All through the night
This precious time when time is new
Oh, all through the night today
Knowing that we feel the same without saying
(Cyndi Lauper)

 

Wie kann es sein?

Hallo, wo seid ihr, warme Gedanken, zärtliche Momente? Ihr seid in meinen Träumen in der Nacht, in meinen tiefsten Sehnsüchten. Du bist in meinem Traum, der so traumlos ist und mich nicht mehr los lässt. Ich spüre dich, rieche dich, schmecke dich. Es ist schmerzlich, aufzustehen ohne dich, die ganze Nacht bist du bei mir, schenkst mir deine Zärtlichkeit, deckst mich mit deiner Nähe zu. Du bereitest mir Lust, verführst mich regelrecht mit deiner selbst. Ich liege wach im Bett und spüre dich, obwohl du nicht da bist.

Ich sollte doch

Das kalte Bett in der Sonne. Ein Streifen aus Licht und ein bisschen Staub. In den nächsten Stunden wird es schon nicht mehr gewesen sein, als diese eine Zeile.
Ohne mich, ohne uns. Kein Zauber, keine Momente ohne Erklärungen, keine Teilchen von Kopf zu Kopf, ohne Materie. Warum sind wir so. Warum reicht manchmal ein verirrtes Wort. Und obwohl man es besser weiss. Oder doch nicht, sondern genau weil man es weiss. Wegschieben. Und andersherum, die Arme ausgebreitet, ohne Sieb und Filter. Das Herz im finstern, blind sich an die Dunkelheit gewöhnend. Und Stille. Um ein Herz herum. Es genügt ein Funken und alles springt, obwohl du weisst, dass das nur Momente sind. Es könnte doch noch da sein, oder wieder.

Irgendwo

Ich kann mich noch ganz genau an diesen Tag erinnern. Daran, wie es gerochen hat. Dieses Gefühl im Bauch. Die Stadt war ganz ruhig und ich bin einfach immer weiter gelaufen. Vorbei an leeren Balkonen, am Ententeich und über die Brücke. Ein Blick zurück.
Die Freiheit so gross. Der Blick so weit.
Wie sehr du fehlst.

Wir haben es nicht besser gewusst, den langen Rückweg nicht bedacht.
Ein Teil von uns ist noch dort, ein Stück hier und den Rest haben wir verloren,

irgendwo dazwischen.

Erzähl mir was

Manchmal überlege ich ob es anders gelaufen wäre, hätten wir das Licht angelassen. Vielleicht hätte sie gelächelt. Vielleicht hätte ich gelacht.

Später, draussen, nehmen wir jede Möglichkeit zur Berührung wahr und kommen doch nicht zum Punkt. Du wirst wieder fahren und wirst dich nie wieder melden egal was Du sagst.

Und so lächele ich leise, lasse mich umarmen und trauere morgen um den Menschen, dessen Nähe so wohl tat.

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