I ha Längizyti

Ich lausche einem Klang jenseits des Klanges,
der in der Nachtlandschaft meiner Träume herumschleicht.

Wärst du doch hier.

Ich sitze mit unruhigen Beinen und schreibe ein paar Worte – ein paar Worte an dich.
Gedanken.
Doch du ziehst an ihnen.
Und so liegen sie dort, diese unglücklichen Gefährten grübelnder Nächte, liegen dort, neben dir und halten eine Erinnerung fest, einen Duft, eine Berührung, einen süssen, kurzen Augenblick. Ich wäre so gern bei dir.
Ich kneife meine Augen zusammen ganz fest. Ich wünsche mir was.

Ich liege wach. Ich warte. Ich habe noch einen Duft von dir. Ich will dir aufmachen und dich hereinbitten und so echt, so verletzlich, so brennend und verlangend vor dir stehen, wie es mir nicht anders, nicht besser, nicht richtiger gelingen mag. Es ist still. Tatenlose Gedanken zerreiben mir das Gesicht und rauben meinen Schlaf. Ich sollte etwas tun, machen, mich in meine Angelegenheiten einmischen. Doch nicht jetzt, lieber nicht, irgendwann, dann, in Zukunft einmal. Und auf den Gleisen, die in ein Morgen reichen, fahren diese und jene Totgeburten einer ungelebten Zukunft. Und anstatt ihrer Gast zu sein und sie zu meinem Zuhause, einer schönen Gegenwart zu machen, bleibe ich, Wünscher und Denker, auf dem Bahnsteig stehen und bin Wächter ausgekühlter Sehnsüchte. Und ich schaue und führe Schrift über dies “hätte doch” und “wäre schön gewesen”, wie es nach einer Weile, blass, schon irgendwo dort in den Zipfeln ferner Baumkronen verweht.
Mit einem schweren Atem kehre ich zurück. Meine Blicke treten nach aussen, in ein ödes Hier- und Jetzt. Ich starre in das warme Licht einer alten Lampe und darunter, Tintenflecke unnützer Gedanken. Es ist still. Es ist leer. Ich lehne mich zurück, zerreibe mit Händen ein ermüdetes Gesicht und lösche das Licht.

 

Versprich mir, dass wir einen Baum pflanzen, sobald das hier vorbei ist, sagte sie leise, bevor sie meine Hand hob und sie ganz sachte mit den Lippen berührte.

Manchmal denk i no an di

Und im Kopf fallen die Würfel ständig neu, es klappert viel zu laut da drin, so laut, dass ich nichts Anderes mehr hören kann.

Ich schalte den Kopf ab, ich denke nicht nach, ich lebe, ich liebe, ich wende mich nach hier und dort, ich trinke des anderen süsse Lust, lasse mich mitreissen und durch die Nacht tragen.

Und fast kommen die Tränen, weil ich verzweifelt versuche, dich zu erinnern, dich und wie es war mit dir, als du mich berührtest, als deine Hände auf meinem Körper spazierten. Ich verliere deinen Geschmack auf meiner Zunge, deinen Geruch und deine Wärme, deine Haut und deinen Mund.

Bis heute frag ich dich insgeheim immer wieder, was das war, was ich in deinen Augen sah, als wir uns zum ersten Mal liebten. Waren das Tränen? Wusstest du schon zu Beginn, dass du mir das Herz brechen würdest?

I denk ma oft, wo kenntast jetz sein.
Die Zeit heilt alle Wunden – ob gro’ oder klan.
Doch manchmal reiß’n die ‘dast’n ein.
Do woa a so a Glanz in deine Aug’n;?Do woa des Soiz auf deina Haut.
Und dann mei G’fühl, so zwischn Angst und Euphorie.

Manchmal denk i no an di…
(Austria 3)

 

 

Die Hoffnung muss sein

Es stimmt schon, was du sagst. Man wartet eben doch. Allen selbst auferlegten Spielregeln zum Trotz wartet man. Heimlich und dennoch unenttäuscht, weil sämtliche Phantasien und Vorstellungen lediglich bekräftigt werden mit jedem Tag des unvollendeten Wartens. Weil die schale Hoffnung, Gesagtes könne so gemeint gewesen sein, wie es gesagt wurde, schon lange abgestorben ist. Ganz still, ganz leise und fast ohne Todeskampf. Nahezu unbemerkt.

Du sagst zu mir, dass es bitter sei, aber unvermeidbar, dass es dazugehören würde, und meinst das Gefühl des Wartens. Doch das einzig Bittere in mir ist das Gefühl, schon so lange gewusst zu haben, dass alles Warten vergebens sein würde.

 

The grass was greener
The light was brighter
When friends surrounded
The nights of wonder
(Pink Floyd)

Wir gehen allein durch diese Welt,
doch wen wir grosses Glück haben,
dürfen wir einen Augenblick lang jemandem gehören,
jemandem der uns durch die Einsamkeit trägt,
die ein Leben lang andauert.

Two People In A Room

Einmal sagtest Du, Du wolltest bei mir sitzen, während ich schreibe;
denke, da könnte ich nicht schreiben…
Ich kann nicht genug allein sein, wenn ich schreibe, es kann nicht still genug um mich sein, wenn ich schreibe.

 

Komm ich mache ein Bild von Dir!

 

“Sehen
dass du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreissen
und das was sich anschmiegen will…”
(Erich Fried)

 

Wünsche und Träume

Warm fühlt sich das an, und beiläufig zugleich; in meinem Kopf zerstäuben Gedankenwolken, ich drehe mich, drehe den Kopf leicht-schräg nach oben, Richtung Zärtlichkeit. Vage Nähe, ein entschuldigendes Lächeln. Mein fragender Blick weicht auf; ich spüre, wie sich sein Lächeln in meinem widerspiegelt; ich begreife nicht ganz, aber ein wenig. Manche Worte finden einen Nachklang in dir. Viele verhallen, wenn auch nicht ungehört, so doch kaum mit grosser Achtsamkeit bedacht; und eben, weil es so viele sind, so viele Gespräche, so viel Austausch, muss das vielleicht so sein. Bescheiden sind sie, knicksen artig, schon kurz nachdem sie auf die Bühne geschubst wurden, und machen ihren Abgang, verschwinden still und leise in der Versenkung.

Manche jedoch, die rühren etwas in dir an; vielleicht ist es so, dass du auf sie gewartet hast, auf genau diese Worte, ohne es zu wissen; vielleicht gab es den Widerhall schon, in dir, irgendwo in dir drin, und jetzt, wo jemand diese Worte ausgesprochen hat, da regt sich etwas, da lässt es sich nicht mehr Stillschweigen. Es regt sich, und das ist kein zaghaftes Klopfen an verschlossener Tür; das ist gesprengte Ketten und gewaltiges Aufatmen.

Worte, auf die man gewartet hat, und an die man zu glauben hoffte. Weisst du, das ist mehr als man beschreiben kann. Es ist nicht so, als hallten diese Worte bloss nach in dir, wie ein gewöhnliches Echo, spöttisch verzerrt und mit der Zeit verblassend. Es ist, wenn man das behaupten kann, genau umgekehrt. Ein umgekehrtes Echo; denn je mehr Zeit vergeht, und je öfter sie dir ins Gedächtnis rufen, desto klarer wird ihre Botschaft, desto lauter und dringlicher werden sie. Sie krallen sich in dir fest.

Siehst du mich nicht, ruft die Essenz; hier bin ich doch, kannst du mich nicht glauben? Hast du noch immer nicht die Kraft, den Mut, dich mir zuzuwenden? Hast du wirklich nur rasch geblinzelt; kannst du das, wie lange kannst du das noch tun?
Ist es möglich, dass es die eigenen, wahren Wünsche und Träume sind, die einem die grösste Angst machen?

 

 

 

 

Oh yeah, photos

I have to take photos of Lealanie, but I’m too busy talking, catching up, been too long since we’ve hung out, and I have to keep reminding myself to actually take some photos. It’s too easy, maybe that’s it. Face like hers, it’s a breeze finding A Shot, comes real easy, so my mind wanders, see. Focuses on conversation, not possible photos to be taken. Or maybe it’s that I’ve taken pictures of her face for…jesus, almost ten years. The comfort that’s bred from familiarity. But it’s probably that some folks are just loads of fun to kibbitz with, photos have to take a backseat to a good kibbitz.

 

Not Far Away

Freitag

Auf dem Bildschirm meines Laptops bewegt sich ihr Kopf bestätigend auf und ab. Die Pixel lassen zu wünschen übrig; ich betrachte das kleine Bild, ich lächle.

“Bei wem fühlst du dich denn geborgen?”, fragt sie. Mein Blick wandert wieder zu ihr zurück; ihre Augen schauen fragend, ihr Blick ist warm, und müde. Ich nenne ein paar Namen, ein paar wenige; dann verstumme ich.

Dann tippe ich ein paar Worte, und drücke die Enter-Taste, mit Nachdruck. Das ist wie Flüstern, denke ich; wie ein heimliches Flüstern, obwohl niemand im Raum ist, aber es soll doch keiner hören.

Sie strahlt.

Ich sollte doch

Das kalte Bett in der Sonne. Ein Streifen aus Licht und ein bisschen Staub. In den nächsten Stunden wird es schon nicht mehr gewesen sein, als diese eine Zeile.
Ohne mich, ohne uns. Kein Zauber, keine Momente ohne Erklärungen, keine Teilchen von Kopf zu Kopf, ohne Materie. Warum sind wir so. Warum reicht manchmal ein verirrtes Wort. Und obwohl man es besser weiss. Oder doch nicht, sondern genau weil man es weiss. Wegschieben. Und andersherum, die Arme ausgebreitet, ohne Sieb und Filter. Das Herz im finstern, blind sich an die Dunkelheit gewöhnend. Und Stille. Um ein Herz herum. Es genügt ein Funken und alles springt, obwohl du weisst, dass das nur Momente sind. Es könnte doch noch da sein, oder wieder.

Erzähl mir was

Manchmal überlege ich ob es anders gelaufen wäre, hätten wir das Licht angelassen. Vielleicht hätte sie gelächelt. Vielleicht hätte ich gelacht.

Später, draussen, nehmen wir jede Möglichkeit zur Berührung wahr und kommen doch nicht zum Punkt. Du wirst wieder fahren und wirst dich nie wieder melden egal was Du sagst.

Und so lächele ich leise, lasse mich umarmen und trauere morgen um den Menschen, dessen Nähe so wohl tat.

Warme Sachen, mit Liebe, oder so

Regen. Nebel, Kaffee, zu zweit sein.

Gespräche, Blicke, Schatten, Bilder, je nach dem, auf was man steht und von wo aus man durchsieht.
Wenn das Feuer umkippt, ist immer einer da, der es für uns wieder einsammelt.
Zum Glück sind wir unbrennbar, sonst wären wir schon längst eine Geschichte im Wirrwarr der Zeit.
Uns gefällt das, aufheben, hinstellen und Gesprächsfetzen sammeln.

Ich schaue aus dem Fenster in den Herbst hinaus. Runter auf die Strasse und gegenüber läuft ein Fernseher.

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