Nur ein Paar Augen sein

Zwischen Sehnsucht und Zuhause, zwischen meinen Laken und den Kaffeetassen auf dem Küchentisch, zwischen dir und mir und der Leichtigkeit unserer Gegensätze, dazwischen ist immer noch Platz für ein Lächeln.
Grund genug, nichts zu fürchten, Grund genug, sich nicht den Kopf zu zerbrechen; vielleicht ist es ganz genau das, was mich dir nahe bringt.

Now:

“Küss mich, aber küss mich nicht irgendwie, küss mich wieder und wieder, wo und wie es dir gefällt.”

Lisa schaut aus halb geschlossenen Augen her.

Ich nicke sacht.

 

“Lies in meinen Augen, was ich dir nicht alles sagen kann.”
(Gotthold Ephraim Lessing)

Ich kann nicht denken

„Früher war alles einfach, so einfach wie die Buchstaben in einem Lesebuch. Jetzt ist nichts mehr einfach, nicht einmal mehr die Buchstaben.“
(Hermann Hesse)

 

Du legst deinen Kopf an meine Brust und ich spüre, wie sich mein Herz nervös bis an deine Wangen drückt, als wollte es ausreissen und davonrennen, flüchten und bei dir Schutz suchen. Ich erstarre.

“Was ist los?”

Du richtest dich auf. Kniest auf der weichen Matratze und bist nun auf einer Höhe mit mir.
Deine Augen versuchen in mich einzudringen, sich durchzuwinden und ein Schlupfloch zu finden in der Mauer meines Schweigens. Ich weiche deinem Blick und schaue zu Boden.

Ich spüre deine Finger, wie sie an meiner Hand entlang streicheln, wie Fingerkuppen sich aneinanderdrücken und sich dabei zu einem Kartenhaus aneinander hochstemmen. Das Licht ist gedämpft. Nur die kleine Lampe wirft einen rötlichen Schimmer auf dein Gesicht.

Ich lege meine Hand an deinen Hals und du schmiegst dich daran. Mit dem Daumen berühre ich deine Wangen und verharre einen Moment an deinen Lippen, diesen zarten, honigsüssen Halbmonden. Du drückst einen Kuss darauf.

“Was ist los? Was ist los? Was ist los?”

Worte vernebeln, zerfasern und sickern hinab in das trübe Sumpfland meiner Gedanken. Hilfe, ich ertrinke. Du siehst die tiefen Gräben, die sich in meine Stirn geschlagen haben, diese Zeugen meiner Furcht. Du umfasst mein Gesicht mit beiden Händen. Streichelst durch mein Haar und nur einen Moment später spüre ich, wie deine Nase, diese kleine Erhebung zwischen deinem Mund und deinen Augen, sich daran schmiegt, wie ein Windstoss, der das Laub von den Strassen trägt.

All through the night
I’ll be awake and I’ll be with you
All through the night
This precious time when time is new
Oh, all through the night today
Knowing that we feel the same without saying
(Cyndi Lauper)

 

Oh yeah, photos

I have to take photos of Lealanie, but I’m too busy talking, catching up, been too long since we’ve hung out, and I have to keep reminding myself to actually take some photos. It’s too easy, maybe that’s it. Face like hers, it’s a breeze finding A Shot, comes real easy, so my mind wanders, see. Focuses on conversation, not possible photos to be taken. Or maybe it’s that I’ve taken pictures of her face for…jesus, almost ten years. The comfort that’s bred from familiarity. But it’s probably that some folks are just loads of fun to kibbitz with, photos have to take a backseat to a good kibbitz.

 

Not Far Away

Wie kann es sein?

Hallo, wo seid ihr, warme Gedanken, zärtliche Momente? Ihr seid in meinen Träumen in der Nacht, in meinen tiefsten Sehnsüchten. Du bist in meinem Traum, der so traumlos ist und mich nicht mehr los lässt. Ich spüre dich, rieche dich, schmecke dich. Es ist schmerzlich, aufzustehen ohne dich, die ganze Nacht bist du bei mir, schenkst mir deine Zärtlichkeit, deckst mich mit deiner Nähe zu. Du bereitest mir Lust, verführst mich regelrecht mit deiner selbst. Ich liege wach im Bett und spüre dich, obwohl du nicht da bist.

Sonntagmorgenfrüh

Ich mag zum Samstagmorgen auch den Sonntagmorgen. Eigentlich. Statt wie sonst kann man einfach noch ein Weilchen länger liegen bleiben und seinen müden Gedanken nachhängen.

Eigentlich also ein schöner Morgen. Nur komme ich heute nicht dazu, ihn auch wirklich zu geniessen. Schon die ganze Nacht habe ich kaum ein Auge zugebracht, lag die meiste Zeit nur wach da. Es ist aber auch einfach viel zu viel los bei mir! So viele Gedanken, die mich umtreiben.

Und in eben diesem Gedankenwirrwarr bricht draussen vor meinem Fenster der Sonntagmorgen an. Unaufhaltsam weicht die Nacht der vorsichtigen Frühlingssonne, dringen die ersten Geräusche des neuen Tages durch meine Fenster herein. Und dann, zu allem Überfluss, fängt da draussen auch noch ein Vogel an zu zwitschern.

Nein, denke ich, das will ich gerade einfach nicht hören! Dieses fröhliche Leben, diese heitere Stimmung da draussen. Ich will mich lieber weiter in meiner dunklen Höhle verkriechen. Doch auch mein Decke-über-den-Kopf-ziehen bringt nichts: Der dumme Vogel hört nicht auf zu singen. Zwitschert munter weiter, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt. Ich gebe mich schliesslich geschlagen und fange an, ihm zuzuhören. Was das wohl für ein Vogel ist? Amseln singen doch so, oder? Allmählich zaubert mir das Gezwitscher ein kleines Lächeln auf mein Gesicht. Klingt das nicht irgendwie schön, wie unbeschwert und gegen alles Dunkel der Nacht dieser kleine Vogel den neuen Tag begrüsst? So voll Zuversicht und Vorfreude auf das, was dieser Sonntag wohl mit sich bringen mag? Daran will ich mir ein Beispiel nehmen!

Denn irgendwie spricht mir dieser Vogel auch ein klein wenig aus der Seele. Ja, momentan trage ich viele Sorgen mit mir herum. Bin wie ein Vogel mit gebrochenem Flügel. Aber eigentlich will ich mich nicht vom Dunkel der Nacht überdecken lassen. Nein, ich will diesem Morgen eine Chance geben, ein schöner Tag zu werden. Und vielleicht werde ich am Ende auch wieder fliegen können.

 

Sonntage wie dieser

Voller Sehnsucht

Denn wer liebt, der ist voller Sehnsucht und findet nie ruhigen Schlaf, sondern zählt und berechnet die ganze Nacht hindurch die Tage, die da kommen und gehen.
(Chrétien de Troyes)

Ein Brief, jetzt, wo die Entfernung eingetreten ist.
Erinnerungen überall, Im Zimmer. Im Bett wo wir engumschlungen lagen, Haut an Haut, die ganze Nacht. Auf dem Feld, unter dem Sternenhimmel, wo wir uns umarmten.

Leidenschaft. Annäherung und Entfernung, Glück und Trauer. Träume, Hoffnungen.

Ich denke an Deine Hände, an Deine Stimme, Deinen Geruch.

Dein Blick. Dein Lachen, Dein Charme und dann Dein Ich.

Sie

Sie, die irgendwann im Sommer zu mir kam.
Sie gibt nie klare Antworten.

Sie ist die Richtige für schiefe Metaphern.

Sie ist schön.

Und sie schreibt ihren Schmerz und ihre Wut und jedes andere grosse Wort, das es eben braucht, in die Welt hinaus, ganz egal, was diese Welt davon halten will, denn sie weiss, dass sie ohnehin nie dazu gehören wird. Dass sie nur in einem kleinen Zimmer Worte und Bilder zurechtschneiden und irgendwo in der weiten Welt nach einem Menschen suchen kann, der sie retten könnte oder wenigstens lieben.

Sie glaubt an Worte,
aber nicht an sich selbst.
Immer, wenn es nicht weitergeht, kommt sie hierher und erzählt Geschichten
Immer, wenn es nicht weitergeht, gibt es hier jemanden, der zurückschreibt, der Satzanfänge mit Lächeln auffüllt.
Hier kann sie ehrlich sein.

Hier brennt ein Licht.

 

“Denn die einen sind im Dunkeln
Und die anderen sind im Licht.
Und man sieht nur die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.”
(Bertolt Brecht)

Nur küssen

Drei Worte mit “nur”
sind mehr Glück für mich als fast alles
was wir im Leben sonst
tun dürfen oder tun müssen
Die drei Worte sind: “Dich nur küssen”

“Mich nur küssen
sonst nichts?
Ist das alles
was du an Glück
noch hast?”

Nicht ganz.
Denk im Falle des Falles
an meine Worte zurück:
Denn ich sagte vorsichtig “fast”
(Erich Fried)

 

“Du bist wunderschön”, murmelt sie. Tränen steigen mir in die Augen und Anna zuckt zusammen. “Was ist?”, fragt sie als sie eine Träne mit ihrer linken Hand auffängt. “Das hat noch nie jemand zu mir gesagt”, murmele ich und blicke zu Boden. “Aber jeder hat es gedacht”, lächelt sie.
“Wir sehen uns morgen, okay?”
“Okay”, antworte ich als sie meine Haare zurückstreicht und mir einen Kuss auf die Stirn gibt. Ich will schon die Tür öffnen als ich bemerke dass sie sich nicht rührt und mich weiter anstarrt.

“Was ist?”.

War es ein Tag wie immer?

Immer wenn ich niedergeschlagen, traurig, einsam oder wütend bin, wenn ich das Gefühl habe, in einem Loch zu sitzen, wenn ich einen Schmerz spüre, der mir sagt, dass mir etwas fehlt, dann ist das ein sicherer Hinweis darauf, dass sich mein innerstes meldet. Es kann auch sein, dass ich mich überfordert oder ungerecht behandelt fühle, dass ich Angst habe, mir das aber nicht erklären kann. Mein innerstes zeigt mir gerade einen alten oder auch neuen Schmerz, der auf Verständnis, Beachtung, Mitgefühl, Zuwendung und Liebe wartet.

 

“Hey, ich bin in der Stadt für zwei Wochen und würde dich gern mal wiedersehen.”

 

Deine Hände, die mich berühren,
endlich Dich riechen, endlich Dich spüren.
Deine Lippen, warm und weich,
Schmetterlingsflügeln gleich.
Unsere Zungen berühren sich, sanft und so weich,
wir küssen uns zärtlich

Unsere Körper zittern, ich suche Deinen Mund,
will Dich schmecken, küssen und
ertrinke in einem Meer von Leidenschaft.

 

Ich kann so weitermachen wie bisher. Aber ich kann mich auch wie die Ente im See vergnügen und mich über den Wellengang freuen, der plötzlich aufgekommen ist und das Wasser aufgewühlt hat.
(Paulo Coelho)

Stehle mein Herz und bringe mich zum Schweigen

Ich brauche jemanden, der versteht.
Ich brauche jemanden, der zuhört.
Auf dich habe ich die ganzen Jahre gewartet.

Ich sitze mit einer Flasche alkoholfreiem Bier und einer Schüssel voll unangetastetem grünem Salat vor dem Haus. Es ist weder Tag noch Nacht – doch die Farben verblassen langsam. Noch fliegen Schwalben und Fledermäuse gleichzeitig. Ich schaue auf den Bildschirm, ich schaue nach oben, vielleicht steht da jetzt schon ein Stern.

Träume

“Ich habe Dich eingefangen! Jetzt gehörst Du mir! Ich will Dich, hier und sofort, hörst Du das? Ich flüsterte dir ins Ohr, beisse dabei in dein Ohrläppchen, fuhrwerke an deinem Gürtel herum und versuchte ihn zu öffnen. In meiner Hektik schaffte ich es nicht gleich und fluche. Verdammt! Ich werde Dich gefangen nehmen und nie wieder hergeben.”

 

Wenn ich an deinen Mund denke
wie du mir etwas erzählst
dann denke ich
an deine Worte
und an deine Gedanken
und an den Ausdruck
deiner Augen
beim Sprechen
Aber wenn ich an deinen Mund denke
wie er an meinem Mund liegt
dann denke ich
an deinen Mund
und an deinen Mund
und an deinen Mund
und and einen Schoss
und an deine Augen
(Erich Fried)

Du bist der Text den ich schreibe.

Page 1 of 712345...Last »