Oh yeah, photos

I have to take photos of Lealanie, but I’m too busy talking, catching up, been too long since we’ve hung out, and I have to keep reminding myself to actually take some photos. It’s too easy, maybe that’s it. Face like hers, it’s a breeze finding A Shot, comes real easy, so my mind wanders, see. Focuses on conversation, not possible photos to be taken. Or maybe it’s that I’ve taken pictures of her face for…jesus, almost ten years. The comfort that’s bred from familiarity. But it’s probably that some folks are just loads of fun to kibbitz with, photos have to take a backseat to a good kibbitz.

 

Not Far Away

Ihr Blick

Da liegt irgendwas in ihrem Blick, das mir den Atem nimmt.

Ein Gefühl, ich schmecke es auf der Zunge, auf der Haut, ich rieche es. Spüre es. Wie das Klingen einer Stimmgabel, wenn der ursprüngliche Ton mit den Ohren längst nicht mehr wahrnehmbar, das Vibrieren der Gabel aber noch spürbar ist.
So fühlt sich das an, was in ihrem Blick mitschwingt.

Ein bisschen.

Zusammen durch die Nacht

Später schiebe ich mein Fahrrad neben ihr her.

Ihre Augen sagen: Komm’ her und: Ich mag dich, sehr sogar.

Da steht sie und es wird dunkel um uns herum und dann küsst sie mich. Wir uns. Wir uns noch mehr.

Ich meine, es ist nicht das Küssen an sich, nach dem ich mich sehne; es ist die Vertrautheit, die dabei entsteht. Je länger wir uns küssten und je länger ich ihren Atem ganz nah spürte, desto heftiger empfand ich.

Und wir tauschten Worte aus, ehrliche Worte; es schien, als sei es nie ein Problem gewesen, miteinander zu sprechen, das fühlte sich so gut an. Sprechen, küssen, lachen, sprechen. “Was willst du?”, fragte sie mich, und ich war betrunken und irgendwie drehte sich alles, und doch war es noch nie so klar. “Dich”, antwortete ich lachend, und dann, ernster: “Öfter mit dir zusammen sein.”

Und unsere Hände finden einander, ich lächle jemanden an, aber das Lächeln gilt ihr. Gilt ihr, und ich fühlte mich noch einen Tag später gut, fühlte ihre Zärtlichkeit an mir haften, und ich glaube, manchmal braucht es ganz einfach die Zärtlichkeit eines anderen um die eigene Zärtlichkeit zu sich selbst wiederzufinden.

Hallo, und wo warst du?

Der Schmerz frisst an mir, beisst Stücke aus mir heraus, und ich stehe nur da und schaue, was übrigbleibt. Ich kann nicht mehr ausweichen, spüre den Schmerz mit voller Wucht; Emotional auf dem Zahnfleisch und sitze doch aufrecht, halte mich aufrecht.

Dann stehst du da. Dann die Hände, ganz automatisch, wir halten uns fest, du kriechst in mich rein. Du kriechst in mich rein, und ich halte dich.

 

Seit du fort bist, habe ich begriffen, dass jeder Tag eine einzige Unwahrscheinlichkeit ist.

 

Warum sollte man sich der Erinnerung entledigen

„Warum sollte man sich der Erinnerungen entledigen, die ebenso für eine gute Zeit stehen?“

 

Ja doch. Du hast das richtig gesehen: Da sind Blätter in meinem Haar und Grashalme auf meinen Lippen. Während du roten Wein getrunken hast, habe ich gewartet, dass etwas passiert. Irgendetwas muss doch irgendwann einmal passieren, das kann doch nicht sein, dass ich hier warte, bis dir der Rotwein von der Zunge tropft und mit ihm eine Lüge oder eine Wahrheit, was weiss ich denn davon. Der Teufel in mir lärmt und tanzt und trinkt und lacht, während der Engel in mir feinbravartig arbeiten geht, Geld verdienen für den Wein, den du trinkst, um Mut zu sammeln für die vielen Fragen, die du mir doch niemals stellen wirst. Unterdessen ist unterwegs etwas verlorengegangen, ich weiss nicht mehr genau, was es war, aber ich vermisse es – mit Inbrunst und doch nur ganz nebenbei, so latent beim Aufstehen und Zubettgehen, beim Umsehen und Nichtverstehen, ständig, immerzu. Während ich in dein Ohr flüstere und die Wahrheit sage, ausnahmsweise einmal, nicht für lange, denn der Wahrheit folgt umgehend eine Lüge, wie das immer so ist mit diesen Dingen, die in uns drin passieren und die wir deswegen partout nicht verstehen können. Du lachst, bittersüss, deine Zunge schwer und dunkelrot deine Zähne; ich warte immer noch.

 

“… Ich trinke solidarisch mit, und es kommt der Blues, gegen den man weder anlieben noch -trinken kann, weil der Sex in diesem Fall sinnlos und Alkohol einem schal werden lässt, und dennoch wird man ganz kurz mitgerissen von den Gedanken und ist kurz wirklich bei sich, bei dem Zwanzigjährigen, der man mal war.”

 

Sie war weg vor langer Zeit.

 

Danke Michael!

Für mich, hier die Non-Blues Version:

Non blues

 

Irgendeinisch fingt ds Glück eim *

* Irgendwann findet das Glück Dich (Züri West)

Und während ich all die Worte höre, – Gedanken, Gefühle – zieht es kurz im Bauch.
Ein Erinnerungsknoten.

Weisst du noch? Erinnere dich an die wichtigen Dinge.
Veränderungszeiten und der Alltag dazwischen, das vergessen und rennen.

Lass uns kurz stehen bleiben und das Lied zu ende hören.

Wir kennen den Weg, wir trauen uns nur noch nicht, ihn zu gehen.
Wir sind Anfänger, Lebens-Anfänger.
Wir zählen nicht die Erfolge, sondern die Anfänge. Die Momente, in denen wir wieder aufstehen. Immer wieder. Wie Baumringe reihen sich die Versuche aneinander, langsam unendlich viele.
Unzählbar.

Die Geschichte ist noch nicht vorbei.
Der Höhepunkt kommt erst noch, bestimmt.
Wir sind nicht die einzigen, denen es so geht.

Eigentlich ist es ganz einfach.
Sei mutig, sei tollkühn und lass dich nicht verunsichern.
Es ist laut da draussen und schnell und alle wissen alles besser.

Schliess einfach die Augen, hör auf das Pochen deines Herzen, und dann lauf los.

 

Wenn dein Glück kein Glück mehr ist
dann kann deine Lust noch Lust sein
und deine Sehnsucht ist noch
deine wirkliche Sehnsucht
Auch deine Liebe kann noch deine Liebe sein
beinahe noch glückliche Liebe
und dein Verstehen kann wachsen
Aber dann will auch deine Traurigkeit
traurig sein
und deine Gedanken werden mehr und mehr
deine Gedanken
Du bist dann wieder du und fast zu sehr bei dir
Deine Würde ist deine Würde
Nur dein Glück ist kein Glück mehr
(Erich Fried)

Ich mag dich

Stolz recken Blumen sich gegen den Himmel. In das tiefe dunkle blau, dieses Meer, das so stolz über ihren Köpfen schwebt. Ich streife durch sie hindurch. Lasse sie durch meine Finger gleiten. Spüre die feinen langen Gräser auf meiner Haut. Es ist alles weich, merkwürdig, anders.

Neben mir gehst du. Du hältst ein wenig Abstand. Wenn du etwas sagst, dann lächelst du und manchmal, da wirst du rot. Du schaust dann auf den Boden.

Du bist schön. Du bist schön, deine  Lippen, der schüchternen Blick deiner Augen. Alles.

Ich bin gerne mit dir zusammen. Fühle mich wohl bei dir. Es ist schön.

Wir sind scheues Getier. Du und ich. Achten darauf, uns nicht zu schrecken. Nicht voreinander wegzulaufen, davon zu rennen. Wir sprechen vorsichtige Worte.

Ja.

Es ist ein warmer Tag. Ein warmer Wind zieht vorüber. Ich rieche das Getreide, das sich vor und hinter und neben uns in die Ferne zieht. Ich schliesse meine Augen.

„Ich, ich, ich“, stottere ich. Wir bleiben stehen und dein Blick, dieser Quell deiner süssen Verletzlichkeit, wendet sich mir zu.
„Ich mag dich“,

 

sage ich schliesslich. Ich schlucke, zögere. Dann greife ich nach deiner Hand. Es ist alles still. Du, ich, die Welt. Ich spüre, wie ein kräftiger Atem durch deine Lungenflügel strömt und deine Brust hebt. Du reibst deine Lippen aneinander, als seien sie ein wenig trocken und dann, dann lächelst du.

Ich kenne meine Aufgabe

Deine Haut. So glatt. So hell. Überall und nirgends.
 Du lehnst langsam den Kopf zurück und bietest mir deinen Hals. Die Erhabenheit deiner Bewegungen rauben mir den Verstand. Ich höre auf zu denken. Alles was ich noch wahrnehme, ist das wellenschlagende Echo deiner Sinnlichkeit in mir.
 Ich beuge mich über dich und weiss, ich bin verloren.
 Meine Lippen berühren die Kühle deines Halses und verschmelzen mit dir. Dein Duft berauscht mich.
 Ich grabe meine Zähne hungrig und sanft in dein Fleisch. Du bebst unter mir. Warm berührt mich mein Name am Ohr. Diese eine Silbe, die nur mich meint.
 Flüsternder Stoff, als ich mich zu dir lege.
 Gierig greifen deine Arme nach mir.  Die Gewissheit in deinen Augen erzählt es mir.

Ich kenne meine Aufgabe.

 

Wenn ich an deinen Mund denke
wie du mir etwas erzählst
dann denke ich
an deine Worte
und an deine Gedanken
und an des Ausdruck
deiner Augen
beim Sprechen

Aber wenn ich an deinen Mund denke
wie er an meinem Mund liegt

dann denke ich
an deinen Mund
und an deinen Mund
und an deinen Mund
und an deinen Schoss
und an deine Augen
(Erich Fried)

 

Ja, Geliebte.

Ich bete dich an.
Du setzt dich auf mich.
Mit der Gewalt eines brechenden Dammes rauscht das Blut laut durch meinen Schädel.
Mein Puls pocht.

Dein Puls pocht.

 

Ich will dich. Ich will dich.
Ich werfe dich auf den Rücken. Dein Widerstand ist zwecklos. Ich erkenne dich und dein Spiel.
„Nimm mich.“, lächelst du mir mit schamloser Unschuld entgegen. Du kennst mein hungriges Verzehren. Dein Abgrund ist tiefer als meiner. Willig lehnst du dich zurück und lässt mich gewähren und wartest auf den samtenen Nachtschatten in meinen Augen. Beobachtest mich, bis du weisst: die Lichter sind angezündet. Ich brenne. Ja. Komm. Verliere dich. Ich erlöse dich. Von deiner Göttlichkeit. Erlösung. Ich weiss, du willst es.
Mich verschlucken.
Ich höre auf zu atmen.
Dein tiefes Stöhnen vibriert an meiner Kehle und sendet wilde Kreise über meinen Nacken.
Du schälst mir die Haut in Streifen vom Rücken.
Du bäumst dich auf und ich liebe dich für dein Vergessen.
Nichts mehr bist du. Kein Name, kein Schatten, nichts mehr. Ja!
Ein Biss in meine Schulter holt mich zurück aus der wirbelnden Röte vor meinen Augen.
Ich bewege mich nicht. Sehe dich an.
Hör nicht auf. Bitte, hör nicht auf!
Dein Atem fliegt heiss über die Bisswunde.
Nein, ich höre nicht auf.

Ich kenne meine Aufgabe.

Früher wollte ich das nie wissen

Prolog
Wir stehen früh auf, stärken uns und laufen über Stunden hinweg bis in den Nachmittag hinein. Wenn uns keine Wehwehchen plagen und keine Blasen uns vom Weitergehen abhalten, kommen wir sogar halbwegs fit an unserem Ziel an. Ein nettes Lokal. Wir lassen uns auf einem traumhaften kleinen Platz nieder, geniessen kaltes Bier, essen Käse mit Blaubeermarmelade und fühlen uns ein wenig wie kleine Kinder mit blauverschmierten Mündern. Die Sonne wärmt Körper und Herz. Später am Nachmittag wollen wir noch Bilder machen. Drei Menschen. Es macht Spass, wie wir uns austauschen, wie wir unsere unterschiedlichen Beobachtungen, Erlebnisse und Gefühle beschreiben und abermals ist es fast schon schockierend, wie schnell extrem persönliche Dinge auf den Tisch gebracht werden. Persönliche Gedanken, über die man zu Hause lange nachdenkt, bevor man guten Freunden davon erzählt. Aus diesem Austausch ist das Bild entstanden im Sommer 2015.

 

 

Früher wollte ich das nie wissen. Jetzt bin ich älter geworden und die Uhr tickt laut, die Tage und Jahre vergehen wie Luftpostliebesbriefe an die Liebste, die auf einer stürmischen Insel sitzt und auf Schönwetter wartet, während am Ufer die Aufwartungen salzverzehrt sterben.
Die Sonnenbrille beschlägt vom heissen Atem der Unverbindlichkeit und wir lachen, bis uns die Realität die Kehle zuschnürt. Alltag ist grau, dachte ich, Alltag muss grau sein. Aber Alltag ist das, was uns am Leben hält, wenn man das Nichtwissenwollen eintauscht gegen die wohligwarme Umarmung des Zugeständnisses zu einem fremden Menschen, der einem so fern wie die Sonne an einem Gewittertag ist und so nah wie die Regentropfen auf der eigenen Haut.

 

 

Epilog
Leicht ist es nicht. Doch genau das, was ich wollte, raus aus dem Staub der Gewohnheit, raus aus dem Mief der Sicherheit. Jetzt also bin ich in die Achterbahn des Lebens eingestiegen, lache und staune, lasse mir das Adrenalin zu Kopf steigen und drehe Runde um Runde. Zwischendurch ein paar Loopings und ein Traum wird wahr. Nur die Menge an Zuckerwatte in meinem Magen hatte ich vor Fahrtantritt vielleicht nicht ganz bedacht – es ist schwer, den Fixpunkt zu finden und die Sehnsucht zu stillen.

Aber bin ich nicht genau deshalb eingestiegen?

Ich will es nicht hören

Halt mich. Das kannst du gut, mich halten und vor dem Abgrund bewahren, einfach da sein, ohne Fragen, ohne Fordern, die Momente nehmen und geniessen. Während in mir drin die Gedanken durcheinander rauschen und stolpern, unbändig, hartnäckig, weil ich mich nicht daruf einlassen kann, weil ich den Bauch voll habe mit Zuckerwatte. Komm mir nicht zu nah, du könntest verbrennen.

Ihre Hände auf meinem Körper und diese Sehnsucht nach Berührung. Sie weiss nicht, was ich weiss, dass nämlich alles falsch ist irgendwie, eine Lüge in meinem Kopf, ein Versuch nur, ein Ausprobieren. Und fast kommen die Tränen, weil ich verzweifelt versuche, dich zu erinnern, dich und wie es war mit dir, als du mich berührtest, als deine Hände auf meinem Körper spazierten. Ich verliere deinen Geschmack auf meiner Zunge, deinen Geruch und deine Wärme, deine Haut und deinen Mund.

Bis heute frag ich dich insgeheim immer wieder, was das war, was ich in deinen Augen sah, als wir uns zum ersten Mal liebten. Waren das Tränen? Wusstest du schon zu Beginn, dass du mir das Herz brechen würdest?

Nein, sag nichts.
Ich will es nicht hören.

 

Und immer wieder frage ich mich, was zur Hölle eigentlich passiert ist zwischen uns und finde doch keine Antwort. Loslassen will ich dich, aber überall tauchst du auf, zwischen den Brotscheiben, unter der Zeitung, in meinem Kaffee, im Spiegel. Da ist es am schlimmsten. Wenn du mich anstarrst aus meinen eigenen Augen und sachte den Kopf schüttelst. Geh weg, flüstere ich dann, geh weg und lass mich endlich allein, sage ich und denke: ruf doch mal an.

 

“I can’t live with or without you”

 

 

 

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