Ich kann nicht. Heute nicht.

Du hälst mich, ziehst mich zurück in das Zimmer und verschliesst die Tür. Eigentlich wollte ich gerade gehen, aber was schon bedeutet “eigentlich” in solchen Momenten. Ich spüre deine Nase in meinem Nacken und dein Haar auf meine Schulter fallen. Du beschnupperst mich, als versuchtest du mir ein Geheimnis zu entlocken. Ich drücke meinen Kopf an deine Brust, du umarmst mich und ich verschwinde in der Höhle, die du mit deinem Körper baust. Du gibst mir einen Kuss auf den Hinterkopf und ein tiefes Wohlbefinden drückt sich aus deinen Lungen und stösst warm an mein Ohr, haucht mir ein
“Ich liebe dich”.

Let me inside you
Into your room
I’ve heard it’s lined
With the things you don’t show
(The Pretenders)

(I’m writing once again from the airport in LA; my plane leaves in an hour. I don’t know why I write these letter to you, knowing you will never see them because I will never send them.
I know you understand.)

Maggie, thank you for your patience and your trust in me.

When a new day begins

Tired. Yep. Here’s a picture, mm hm. Sophie, always good for a good picture. Wanna shoot her with the digital, I get a chance. Okay, back to sleep now. Think I’ve become addicted to coffee, and this is my body punishing me. Gotta go cold turkey, mm hm. Good night (oh wait, is that the sun) and good luck.

And I’m Off Again

Shot Lara.

And I hadn’t realized how much I love it. Love the easy dynamic, the little jokes, the stories I tell, the stories I get to hear. Even asked her the questions I’ve been asking couples on my trip, think I’ve developed a fondness for interviewing folks, gonna have to figure out how to incorporate that into future shoots.

Good ol’ fun. Gonna have to make sure there’s more a that, in the future.

Sonntagmorgenfrüh

Ich mag zum Samstagmorgen auch den Sonntagmorgen. Eigentlich. Statt wie sonst kann man einfach noch ein Weilchen länger liegen bleiben und seinen müden Gedanken nachhängen.

Eigentlich also ein schöner Morgen. Nur komme ich heute nicht dazu, ihn auch wirklich zu geniessen. Schon die ganze Nacht habe ich kaum ein Auge zugebracht, lag die meiste Zeit nur wach da. Es ist aber auch einfach viel zu viel los bei mir! So viele Gedanken, die mich umtreiben.

Und in eben diesem Gedankenwirrwarr bricht draussen vor meinem Fenster der Sonntagmorgen an. Unaufhaltsam weicht die Nacht der vorsichtigen Frühlingssonne, dringen die ersten Geräusche des neuen Tages durch meine Fenster herein. Und dann, zu allem Überfluss, fängt da draussen auch noch ein Vogel an zu zwitschern.

Nein, denke ich, das will ich gerade einfach nicht hören! Dieses fröhliche Leben, diese heitere Stimmung da draussen. Ich will mich lieber weiter in meiner dunklen Höhle verkriechen. Doch auch mein Decke-über-den-Kopf-ziehen bringt nichts: Der dumme Vogel hört nicht auf zu singen. Zwitschert munter weiter, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt. Ich gebe mich schliesslich geschlagen und fange an, ihm zuzuhören. Was das wohl für ein Vogel ist? Amseln singen doch so, oder? Allmählich zaubert mir das Gezwitscher ein kleines Lächeln auf mein Gesicht. Klingt das nicht irgendwie schön, wie unbeschwert und gegen alles Dunkel der Nacht dieser kleine Vogel den neuen Tag begrüsst? So voll Zuversicht und Vorfreude auf das, was dieser Sonntag wohl mit sich bringen mag? Daran will ich mir ein Beispiel nehmen!

Denn irgendwie spricht mir dieser Vogel auch ein klein wenig aus der Seele. Ja, momentan trage ich viele Sorgen mit mir herum. Bin wie ein Vogel mit gebrochenem Flügel. Aber eigentlich will ich mich nicht vom Dunkel der Nacht überdecken lassen. Nein, ich will diesem Morgen eine Chance geben, ein schöner Tag zu werden. Und vielleicht werde ich am Ende auch wieder fliegen können.

 

Sonntage wie dieser

Very little conversation

Much as I love color, a shot like this works far better in black and white. Lets me focus on Tina’s form, the emotion she’s giving out in her pose.

Situation like this, I basically just got out of the way and let her move, took a shot when I connected with the pose. Very little conversation, very little direction. Tina knew what she was doing, all I had to do was not fuck up my part.

Closer You Can Get

It’s a theory I’ve got, the closer you get, the more comfortable you are with your subject. Got your folks that always like to shoot from across the street, their subject unaware, unable to participate or even grant permission.

Got your folks, like to get in real close. I’m one of those folks. I like the intimacy of it, like to be able to interact with my subject in that close space, make it a communication, a partnership.

Yeah, I could get this same frame from a long lens, but…hell, it’s like Urs from The Professional. The way I look at it, it’s just like that. Closer you can get, better you are. Able to be in such proximity to another person and have them comfortable, not raising any alarms.

Then it’s you affecting what you are observing. Participating, versus merely being a voyeur.

 

 

 

Stille Wasser

Zugegeben, manchmal bin ich vielleicht überemotional. Manchmal vielleicht auch einfach zu labil und sensibel. Genau an solchen Tagen gerate ich dann gerne mal in Erdbeben-Situationen, Momente, in denen die Tränen kommen aus Wut oder Ärger, aus Ohnmacht oder Unverständnis, ich kenne den Grund nicht genau, nur die Folgen.

 

Ich habe anstrengende Tage hinter mir, die vollgepackt waren mit Meetings, Menschen, Organisationskram und Software-Sterben. Darüber habe ich fast vergessen, dass mir das Leben ja immer noch so seine Streiche spielt mit Kopfklopfen und Gefühlsstolpern. Ablenkung durch einen vollgestopften Kalender ist ja schön und gut, nur eigentlich wollte ich ja endlich mal bewusst Entscheidungen treffen und leben – prima. Der Rückschlag kommt mit dem Leerlauf wie der Kater nach dem Saufen, nur hilft Aspirin da wohl nicht weiter.

Das Wochenende wird spannend.

 

U i nime d Tage so wie si sii
u si chöme u gö wider verbii
u aues wird angers oder blibt wies isch gsii

(Patent Ochsner)

Dies ist ein ganz gewöhnlicher Donnerstagabend

Sie stand in der linken Ecke des Gartens. Die Sonne schien durch die Bäume.
Plötzlich tauchte er vor ihren geschlossenen Augen auf. Irritiert blinzelte sie, doch das Bild verschwand nicht. Gott, hatte sie lange nicht mehr an ihn gedacht. Wie es ihm wohl ging? Lange, seit Ewigkeiten, nichts mehr von ihm gehört.

Seltsam, dass die Leute immer noch glaubten, das Leben sei nichts als eine Sammlung von Geraden, die einander irgendwann kurz kreuzten, weil das Geraden eben in der Mathematik spätestens in der Unendlichkeit tun. Weil es sich nicht vermeiden liess. Und danach weiter ihres Weges gingen.
Am Ende blieb es doch nie bei einer Strassenkreuzung – für eine gewisse Zeit bildeten die beiden Geraden immer Parallelen. Drifteten zwar irgendwann auseinander, ihre Wege verliefen aber länger in der Nähe des anderen als die meisten Leute dachten. Denn war man nicht auch dann jemandem nahe, wenn man ihn nicht berührte (was Parallelen bekanntermassen nie tun)? Reichte es nicht, an denjenigen zu denken?

Irgendwann war sie in die andere Richtung weitergegangen, damals hatte sie gedacht, wie man so schön sagt, “unsere Wege haben sich getrennt”. Stundenlang hatte sie anfangs an ihn gedacht, ihn gehasst, von ihm geträumt.
Und nun war er hier in ihrem Garten.

Sie lächelte. Das alles war schon Ewigkeiten, scheinbar Lichtjahre her. Es verwunderte sie ihre eigene Sehnsucht nach etwas, das sie noch nicht einmal mit den Fingerspitzen greifen konnte und für, dass sie keine Worte hatte.

Sie geht noch einmal auf die Strasse

Der Italiener um die Ecke hat noch ein Glas Grappa.

Dann zieht sie weiter, mit dem Nichts im Blick und dem Alles auf den Schultern. Sie geht mit der Geschwindigkeit derer, die nichts zu verlieren und nichts zu gewinnen haben. Sie geht ohne Ziel, die Füsse werden finden, was die Augen nicht sehen, wovon der Kopf nicht weiss, dass das Herz es sucht.

Bald kommt sie zum Park, duckt sich an Büschen vorbei und geht über den Sand zum Kinderspielplatz. Sie setzt sich auf eine Schaukel, fährt mit den Händen die metallenen Ketten entlang, lässt die Füsse baumeln, pendelt sachte hin und her, holt Schwung, ganz vorsichtig, dann immer mehr, bis sie mit der Nasenspitze die Bäume spürt und mit den Fussspitzen die Wolken treffen kann, bis es kribbelt in ihrem Magen und der Wind in ihren Ohren rauscht.
Als alle Wolken zerplatzt sind, aller Schwung verbraucht ist, schaukelt sie aus, zieht mit den Füssen Spuren in den weichen Sand, spürt den Beginn der Wiese und muss weitergehen.

Die Welt die uns gehört

„Noch bin ich nicht fähig, nach diesem anderen Selbst zu greifen. Es ist Atem, der mich streichelt. Es sind Finger, in die ich mich nur zu gerne lege. Es sind Lippen, von denen ich gekostet werden will.“

 

„Im Moment als mein Bewusstsein das Ich formuliert, erkenne ich dich. Du bist es. Wärme breitet sich aus in mir beim Denken dieser drei Worte. Du berührst mich, nicht unbedacht, wie es eben geschieht, wenn man im selben Bett schläft. Du meinst mich.“

 

An Dich denken
und unglücklich sein?
Wieso?
Denken können
ist doch kein Unglück
und denken können
an Dich:
an Dich
wie Du bist
an Dich
wie Du Dich bewegst
an Deine Stimme
an Deine Augen
an Dich
wie es Dich gibt —
wo bleibt da
für wirkliches Unglück
(wie ich es kenne
und wie es mich kennt)
noch der Raum
oder die Enge?
(Erich Fried)

 

Ein weiters Bild aus der Zusammenarbeit mit Poet Laval.

Ich weiss, was es braucht, um die Bilder zu entwickeln: Liebe, Leidenschaft, Hoffnung, Mut, Risikobereitschaft, Formwille, Widerstandsfähigkeit, Kraft zur Behauptung. Ich weiss auch, dass ein Künstler ein Krieger sein muss. Und. Michael ist genau das was ich beschrieben habe, ein Künstler.

 

“Der Wind erzählt dir, was du hören möchtest. Manchmal singt er für dich und wenn du genau hinhörst, erzählt er dir mehr als du zu denken glaubst. Lass dich nieder und sei!”
(Annina)
Danke für Deine Texte, die mich so inspirieren.

 

@Debbie: Sometimes its necessary to embrace the magic, to find out what’s real in life, and in one’s own heart.

 

 

Ich lasse mich aus dem Traum gleiten, denn ich will bei dir sein.

Ich kenne dich, ich weiss, wie du dabei aussiehst. Manchmal wie ein Kind, das etwas ganz Neues, Fremdes entdeckt, das erforscht werden will, ganz ernsthaft bei der Sache. Manchmal liebevoll lächelnd, weil es dir einfach Freude macht, was du tust und weil du genau weisst, wie sehr ich es mag, was du tust. Manchmal mit gierigem Ausdruck, weil du dich daran erinnerst, welche Lust es dir bereitet hat, und mir. Ich liebe sie alle, diese deine Gesichter. Das Bedürfnis sie zu sehen wächst.

Alle Texte sind Teil der noch unveröffentlichten Kurzgeschichte “Die Welt die uns gehört”

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