Es ist so laut, seit die Stille tot ist

Es sieht so aus, als ob meine Fähigkeit, zur Welt zu gelangen, und meine Fähigkeit, mich in Phantasien zurückzuziehen, nicht unabhängig voneinander funktionieren könnten. Mehr noch: als ob der Zugang zur Welt nur die andere Seite eines Rückzuges aus ihr wäre, und als ob dieser Rückzug an den Rand der Welt nur eine Abhängigkeit wäre und nur ein anderer Ausdruck meiner natürlichen Fähigkeit, auf sie zuzugehen.
Maurice Merleau-Ponty

In den vergangenen Tagen befand ich mich auf einer Reise. Ich traf alte Freunde und unter ihnen auch ein paar neue, darunter auch sie.
Ich sehe noch immer ihren Ausdruck, das, was sie mit mir tat, ohne sich dessen bewusst zu sein. An das Ignorieren meines Verbots, das Niemandsland meiner Seele zu betreten.
Wir rangen miteinander um die Hüllenlosigkeit und das verletzbar sein, um Vorherrschaft und Herrschaftslosigkeit.

Sie streckte mir ihre Hand entgegen, tat es mit Worten und Gesten, lud mich ein und ich streckte mich ihr entgegen. Im Geiste war ich schon voraus, sprich es blieb nur Fantasie, dass sie meinen Kopf hielt und ihn streichelte und ihre Lippen mich liebkosten und wir sahen und spürten, dass es gut war. Im Konkreten aber, in der Realität also, nicht in meiner Vorstellung, da hasste ich sie. Sah sie denn nicht, dass hier betreten verboten war, dass es an dieser Stelle keinen Einlass gab. Ich löste den Spalt, den sie zwischen meinem Inneren und der Außenwelt getrieben hatte und schob ihn zwischen uns. Sie rüttelte wieder und wieder an dieser schweren Tür, die sie ein wenig geöffnet hatte und ich hoffte wohl, sie würde es schaffen. Ich selbst aber hatte umgekehrt, schaute aus der Ferne durchs Schlüsselloch und blieb verborgen. Nach außen lehnte ich sie ab, bespöttelte und erniedrigte sie.

Ach, wie sehnte ich mich nach ihr.

Two People In A Room

Einmal sagtest Du, Du wolltest bei mir sitzen, während ich schreibe;
denke, da könnte ich nicht schreiben…
Ich kann nicht genug allein sein, wenn ich schreibe, es kann nicht still genug um mich sein, wenn ich schreibe.

 

Komm ich mache ein Bild von Dir!

 

“Sehen
dass du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreissen
und das was sich anschmiegen will…”
(Erich Fried)

 

Woman In Love

Was there ever a more beautiful sound than your name?  To speak it aloud makes my heart ring like a bell. Strange to imagine that, isn’t it – a heart ringing – but when you touch me that is what it is like: as if my heart is ringing in my chest and the sound shivers down my veins and splinters my bones with joy.

Why have I written these words in this blog? Because of you. You taught me to love this book where I had scorned it. When I read it for the second time, with an open mind and heart, I felt the most complete despair and envy of Sydney Carton. Yes, Sydney, for even if he had no hope that the woman he loved would love him, at least he could tell her of his love. At least he could do something to prove his passion, even if that thing was to die.

I would have chosen death for a chance to tell you the truth, Tessa, if I could have been assured that death would be my own. And that is why I envied Sydney, for he was free.

And now at last I am free, and I can finally tell you, without fear of danger to you, all that I feel in my heart.

You are not the last dream of my soul.

You are the first dream, the only dream I ever was unable to stop myself from dreaming. You are the first dream of my soul, and from that dream I hope will come all other dreams, a lifetime’s worth.

With hope at least

 

Quiet Moment

I know I’m old, but sometimes I’m reminded in a particularly acute way.

Diana and I are shooting, it is quiet, it’s a perfectly overcast day, the best kind here, which usually sees, true story, too much sun. We’re shooting, laughing it up, and all of a sudden here are two young punks walking up to us at a leisurely pace, these young bastards with no care in the world and infused with strong auras of individuality, despite the fact they’re basically wearing Punk Uniforms, as dictated by something they saw or read.

And they’re laid back, been hiking all morning, looking for a giant cross you can see from the 101 freeway in the Cahuenga pass, a cross I’ve seen for decades, a cross that’s always kind of irked me, not attached to a church, just put up on the hill so that everyone would see it, architectural proselytization.

I tell ’em there’s no public road up there, you’d have to walk right up the mountain, which would require more than a bit of tresspassing and law-breaking.

Which they nod their heads and and get right down to doing.

At which point I realize I’m old. Because I’m jealous. Jealous of that specific kind of freedom, the freedom of believing there are no serious consequences to my actions, and if through some great series of bad luck dominoes falling, I can always squirm my way out.

Magnifient bastards, I hope they found that fucking cross.

Siehst du, es gibt keine rationalen Argumente gegen Unsinn

Da sitze ich und bewege mich nicht. Seit etwa einer halben Stunde starre ich nach draussen. Es ist stürmisch und die Bäume tanzen. Der Wind heult.

Radio hören, mehr geht nicht. Ich könnte es mir gemütlich machen. Ich könnte noch ein bisschen arbeiten. Ich könnte schreiben. Ich könnte noch ein paar Dinge vorbereiten und erledigen.
Aber ich kann nicht. Es geht nicht. Seltsamer Zwischenzustand. Das Warten füllt mich ganz aus, fordert meine ganze Konzentration. Noch nie habe ich so aktiv gewartet. Mein kleiner Finger wartet, mein Bauch, meine Oberlippe. Alles ist gespannt.

Es ist schwer in Worte zu fassen, was in mir vorgeht. Alles. Und Nichts. Gefühle, Erinnerungen, Trauer. Vorstellungen von morgen, Träume, Vorfreude.

 

Nie mehr, und das für immer. Keine Zukunft, und die Vergangenheit bedeutungslos. Nein, kein Fremder kann so fremd sein wie ein Mensch, der einem einmal nahe war.

 

Wie kann es sein?

Hallo, wo seid ihr, warme Gedanken, zärtliche Momente? Ihr seid in meinen Träumen in der Nacht, in meinen tiefsten Sehnsüchten. Du bist in meinem Traum, der so traumlos ist und mich nicht mehr los lässt. Ich spüre dich, rieche dich, schmecke dich. Es ist schmerzlich, aufzustehen ohne dich, die ganze Nacht bist du bei mir, schenkst mir deine Zärtlichkeit, deckst mich mit deiner Nähe zu. Du bereitest mir Lust, verführst mich regelrecht mit deiner selbst. Ich liege wach im Bett und spüre dich, obwohl du nicht da bist.

Sonntagmorgenfrüh

Ich mag zum Samstagmorgen auch den Sonntagmorgen. Eigentlich. Statt wie sonst kann man einfach noch ein Weilchen länger liegen bleiben und seinen müden Gedanken nachhängen.

Eigentlich also ein schöner Morgen. Nur komme ich heute nicht dazu, ihn auch wirklich zu geniessen. Schon die ganze Nacht habe ich kaum ein Auge zugebracht, lag die meiste Zeit nur wach da. Es ist aber auch einfach viel zu viel los bei mir! So viele Gedanken, die mich umtreiben.

Und in eben diesem Gedankenwirrwarr bricht draussen vor meinem Fenster der Sonntagmorgen an. Unaufhaltsam weicht die Nacht der vorsichtigen Frühlingssonne, dringen die ersten Geräusche des neuen Tages durch meine Fenster herein. Und dann, zu allem Überfluss, fängt da draussen auch noch ein Vogel an zu zwitschern.

Nein, denke ich, das will ich gerade einfach nicht hören! Dieses fröhliche Leben, diese heitere Stimmung da draussen. Ich will mich lieber weiter in meiner dunklen Höhle verkriechen. Doch auch mein Decke-über-den-Kopf-ziehen bringt nichts: Der dumme Vogel hört nicht auf zu singen. Zwitschert munter weiter, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt. Ich gebe mich schliesslich geschlagen und fange an, ihm zuzuhören. Was das wohl für ein Vogel ist? Amseln singen doch so, oder? Allmählich zaubert mir das Gezwitscher ein kleines Lächeln auf mein Gesicht. Klingt das nicht irgendwie schön, wie unbeschwert und gegen alles Dunkel der Nacht dieser kleine Vogel den neuen Tag begrüsst? So voll Zuversicht und Vorfreude auf das, was dieser Sonntag wohl mit sich bringen mag? Daran will ich mir ein Beispiel nehmen!

Denn irgendwie spricht mir dieser Vogel auch ein klein wenig aus der Seele. Ja, momentan trage ich viele Sorgen mit mir herum. Bin wie ein Vogel mit gebrochenem Flügel. Aber eigentlich will ich mich nicht vom Dunkel der Nacht überdecken lassen. Nein, ich will diesem Morgen eine Chance geben, ein schöner Tag zu werden. Und vielleicht werde ich am Ende auch wieder fliegen können.

 

Sonntage wie dieser

Closer You Can Get

It’s a theory I’ve got, the closer you get, the more comfortable you are with your subject. Got your folks that always like to shoot from across the street, their subject unaware, unable to participate or even grant permission.

Got your folks, like to get in real close. I’m one of those folks. I like the intimacy of it, like to be able to interact with my subject in that close space, make it a communication, a partnership.

Yeah, I could get this same frame from a long lens, but…hell, it’s like Urs from The Professional. The way I look at it, it’s just like that. Closer you can get, better you are. Able to be in such proximity to another person and have them comfortable, not raising any alarms.

Then it’s you affecting what you are observing. Participating, versus merely being a voyeur.

 

 

 

Ein festgefrorener Augenblick

“Es gibt Augenblicke, in denen in unserem Leben Widrigkeiten auftauchen, die wir nicht verhindern konnen. Doch alles hat seinen Grund. Erst nachtraglich begreifen wir, warum es sie gegeben hat.”
(Paulo Coelho)

 

In den vergangenen Tagen befand ich mich auf einer Reise. Ich traf alte Freunde und unter ihnen auch ein paar neue, darunter auch sie. Ich erinnere mich an ihre offenen Augen und ihre scharfe, klare Sprache. Ich sehe noch immer ihren Ausdruck, das, was sie mit mir tat, ohne sich dessen bewusst zu sein. An das Ignorieren meines Verbots, das Niemandsland meiner Seele zu betreten. Wir rangen miteinander um die Hüllenlosigkeit und das verletzbar sein, um Vorherrschaft und Herrschaftslosigkeit. Sie wollte auch das andere sehen. Diesen anderen Teil von mir. Nicht nur das Souveräne, nicht nur das, was ich vorgab zu sein und worin ich augenscheinlich gut war. Sie wollte verstehen, warum ich wortkag blieb, nur das besprach, wo es sicher für mich war. Sie wollte sehen, vorgeblich, wie ich annahm, denn sie hatte doch keine Ahnung. Mit seinem Therapeuten schläft man nicht, dachte ich und obwohl sie keine war, verhielt sie sich so. Wusste sie denn nicht, dass wir so manches wünschen, um dann zu bereuen, es gewünscht zu haben. Ich konnte sie nicht einkehren lassen, denn eine Umkehr wäre dann nicht mehr denkbar, ganz und gar unmöglich gewesen und auch, wenn sie dies bewusst nicht dankte, so dachte ich, es sei wohl besser so. Sie streckte mir ihre Hand entgegen, tat es mit Worten und Gesten, lud mich ein und ich streckte mich ihr entgegen. Im Geiste war ich schon voraus, sprich es blieb nur Fantasie, dass sie meinen Kopf hielt und ihn streichelte und ihre Lippen mich liebkosten und wir sahen und spürten, dass es gut war. Im Konkreten aber, in der Realität also, nicht in meiner Vorstellung, da hasste ich sie. Sah sie denn nicht, dass hier betreten verboten war, dass es an dieser Stelle keinen Einlass gab. Ich löste den Spalt, den sie zwischen meinem Inneren und der Aussenwelt getrieben hatte und schob ihn zwischen uns. Sie rüttelte wieder und wieder an dieser schweren Tür, die sie ein wenig geöffnet hatte und ich hoffte wohl, sie würde es schaffen. Ich selbst aber hatte umgekehrt, schaute aus der Ferne durchs Schlüsselloch und blieb verborgen. Nach aussen lehnte ich sie ab, bespöttelte und erniedrigte sie. Ach, wie sehnte ich mich nach ihr.