Wie gut es tut, dich zu sehen

Ich sehe, wie du deine Schuhe ausziehst.

“Gefalle ich dir?”

Du schaust mir in die Augen. Keck bleibst du vor mir stehen, die Hände in der Hüftgegend abgestützt.

“Du bist wunderschön, sexy, eine echte Traumfrau”.

“Worauf wartest du dann noch?”

Ihre Augen funkeln mich herausfordernd an.

“Komm fotografier mich endlich!”

Ich habe dir Licht gegeben, als du mich nach Schatten gefragt hast

Der Wein ist gut:
Musik und Wein und dieser Geruch, den ich nicht vergesse.

 

Welche Rolle spiele ich? Ich habe den Text nicht parat, keiner souffliert, nur das Glas raunt mir wenig hilfreich Dinge ins Ohr, Fragen und ein bisschen Einsamkeit. Wir improvisieren, damit kennen wir uns aus, das Französische daran ist die leichtgenommene Schwere, das Wollen und Hinauszögern und zur Ablenkung noch einen Roten, bis die Zunge schwer wird und man eine Entschuldigung hat für das Nichtgesagte, das Nichtküssen, das Festhalten und Liebkosen mit Sicherheitsabstand, damit einen die Sehnsucht nicht auffrisst. Was war da nochmal, letztes Jahr, was war da noch gleich, wen interessiert das und wer kann so schnell lernen aus all dem, wer will das schon, ich nicht, du nicht, wir stolpern blind und ohne doppelten Boden durch unsere Befindlichkeiten und weinen nachts dann ein bisschen in unseren Betten.

 

Time will save you
You don’t need to save yourself
Sorry eyes of those left behind
When we were kids do these thing we oblige
If you find yourself alone, with no need to call home
(Turin Brakes)

Du bringst mich um den Verstand

Ein Traum das alles
und ich stehe
mit feuchten Wangen
am Ufer
meiner Welt

 

Steh still, nur einen Moment, während ich dich küsse und koste.
Und ich spüre deine Haut, elektrisiert, es knistert. Kannst du es hören? Ich schalte den Kopf ab, ich denke nicht nach, ich lebe, ich liebe, ich wende mich nach hier und dort, ich trinke des anderen süsse Lust, lasse mich mitreissen und durch die Nacht tragen, und es ist gut – bis am nächsten Morgen die Gedanken wie ein Gewitter über mir zusammenbrechen.

Ich verlier dich, langsam entgleitest du mir. Wie Honig rinnst du mir durch die Finger, und deine süsse Spur verblasst, vom Regen fortgewaschen. Schlaf, schlaf wohl, während ich hoffe, dass du irgendwann wieder auftauchst. Bis dahin wart ich im Regen.

 

All I want is nothing more
To hear you knocking at my door
Cause if I could see your face once more
I could die a happy man I’m sure
(Kodaline)

 

Nur ein Paar Augen sein

Zwischen Sehnsucht und Zuhause, zwischen meinen Laken und den Kaffeetassen auf dem Küchentisch, zwischen dir und mir und der Leichtigkeit unserer Gegensätze, dazwischen ist immer noch Platz für ein Lächeln.
Grund genug, nichts zu fürchten, Grund genug, sich nicht den Kopf zu zerbrechen; vielleicht ist es ganz genau das, was mich dir nahe bringt.

Now:

“Küss mich, aber küss mich nicht irgendwie, küss mich wieder und wieder, wo und wie es dir gefällt.”

Lisa schaut aus halb geschlossenen Augen her.

Ich nicke sacht.

 

“Lies in meinen Augen, was ich dir nicht alles sagen kann.”
(Gotthold Ephraim Lessing)

Diamante

Ein Kopfnicken bist du, ein schweigsames Nicken und ich schau hoch zu dir und deine Augen versuchen etwas zu sagen, dass ich in all dem Lärm um uns herum einfach nicht hören kann. Statt zu reden küssen wir uns, statt uns zu küssen halten wir uns aneinander fest, ich will nicht mehr loslassen und tue es doch.

Auf dem Weg nach Hause wünschte ich, du würdest dort auf mich warten, um mich in den Arm zu nehmen und zu schweigen, ein stilles Nicken, ein schweigsames Verstehen, ein Anker und Land in Sicht, wer bist du, meine Fremde, wer bist du, dass ich immer wieder in deinen Armen an Land gehe, wie stürmisch die See auch ist, wie hoch auch die Wellen schlagen, wie sehr auch die Irrfahrten zehren.

Warum man sowas hier macht

When I wake up
I begin my search for you
(Ian Randall Thornton)

 

Nach einem Morgen voller Anlaufschwierigkeiten irgendwann ein paar Minuten konzentriertes Arbeitsglück, die plötzliche Überzeugung, dass man das kann, dass das gut wird, Freude über einen sehr schönen Satz und ein Bild dazu, dann wieder Unstimmigkeiten, umschreiben, nochmals umschreiben und schon spuckt einem der eigene Text wieder aus. Keine Ahnung mehr, was das noch mal alles sollte, wo wollte ich überhaupt hin damit, und die feste Überzeugung, dass man unmöglich weiterschreiben kann. Also kurz was Anderes machen, eine Stunde später immer noch beim lesen und schreiben, und sich fragen, warum man einfach nicht weiterkommt, gefühlt Jahre auf demselben Stand, genauer: auf denselben vier Stellen, und alles so unfertig, allem voran ich, und man fragt sich dann, warum, aber auch mehr rhetorisch, weil hör halt auf zu bloggen, du Nuss.

 

Und dafür gibt es bei uns einen ganz speziellen Ort: Das Paradies.

Das Paradies liegt in einer kleinen Bucht in der Nähe der Stadt. Mittelpunkt des Paradieses ist ein natürliches Wasserbassin, dass der Fluss in den Sandstein gegraben hat.

Da stand sie in ihrem blauen luftigen Sommerkleid, ihre blonden Haare fielen offen über ihren Rücken. Nach einer ganzen Weile öffnete sie ganz langsam die Knöpfe ihres Kleides, einen nach dem anderen und liess es sich von ihren Schultern gleiten.

“Und Du bist sicher, dass uns hier niemand sehen kann?” Sie sprach ganz leise und langsam.
“Ganz sicher …”
“…und hören auch nicht?”
” .. hören auch nicht …”
” …auch nicht, wenn ich ganz laut schreie?”

 

 

And through it all she offers me protection
A lot of love and affection
Whether I’m right or wrong
And down the waterfall
Wherever it may take me
I know that life won’t break me
When I come to call, she won’t forsake me
I’m loving angels instead
(Robbie Williams)

 

 

 

Gspürsch nid e lyse Huuch, es isch en Ängel düregange.
Dert am Ufer im Schlehstruuch, blybt en Silberfade hange.

Ich kann nicht. Heute nicht.

Du hälst mich, ziehst mich zurück in das Zimmer und verschliesst die Tür. Eigentlich wollte ich gerade gehen, aber was schon bedeutet “eigentlich” in solchen Momenten. Ich spüre deine Nase in meinem Nacken und dein Haar auf meine Schulter fallen. Du beschnupperst mich, als versuchtest du mir ein Geheimnis zu entlocken. Ich drücke meinen Kopf an deine Brust, du umarmst mich und ich verschwinde in der Höhle, die du mit deinem Körper baust. Du gibst mir einen Kuss auf den Hinterkopf und ein tiefes Wohlbefinden drückt sich aus deinen Lungen und stösst warm an mein Ohr, haucht mir ein
“Ich liebe dich”.

Let me inside you
Into your room
I’ve heard it’s lined
With the things you don’t show
(The Pretenders)

(I’m writing once again from the airport in LA; my plane leaves in an hour. I don’t know why I write these letter to you, knowing you will never see them because I will never send them.
I know you understand.)

Maggie, thank you for your patience and your trust in me.

Die Besondere

Ein ganz normaler Tag und dann stehst du irgendwo und überlegst, und dein Blick fällt durch die Glastür hindurch. Und du siehst sie.

Eigentlich hast du es ja gewusst.

Und dann wartest du, bis es dunkel wird im Zimmer, und dann schwebst sie davon mit meinen Träumen, wirbelt Spiralen in die Schwärze.

Nachts ist die Sehnsucht am stärksten.

Two People In A Room

Einmal sagtest Du, Du wolltest bei mir sitzen, während ich schreibe;
denke, da könnte ich nicht schreiben…
Ich kann nicht genug allein sein, wenn ich schreibe, es kann nicht still genug um mich sein, wenn ich schreibe.

 

Komm ich mache ein Bild von Dir!

 

“Sehen
dass du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreissen
und das was sich anschmiegen will…”
(Erich Fried)

 

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