Die Welt die uns gehört

„Noch bin ich nicht fähig, nach diesem anderen Selbst zu greifen. Es ist Atem, der mich streichelt. Es sind Finger, in die ich mich nur zu gerne lege. Es sind Lippen, von denen ich gekostet werden will.“

 

„Im Moment als mein Bewusstsein das Ich formuliert, erkenne ich dich. Du bist es. Wärme breitet sich aus in mir beim Denken dieser drei Worte. Du berührst mich, nicht unbedacht, wie es eben geschieht, wenn man im selben Bett schläft. Du meinst mich.“

 

An Dich denken
und unglücklich sein?
Wieso?
Denken können
ist doch kein Unglück
und denken können
an Dich:
an Dich
wie Du bist
an Dich
wie Du Dich bewegst
an Deine Stimme
an Deine Augen
an Dich
wie es Dich gibt —
wo bleibt da
für wirkliches Unglück
(wie ich es kenne
und wie es mich kennt)
noch der Raum
oder die Enge?
(Erich Fried)

 

Ein weiters Bild aus der Zusammenarbeit mit Poet Laval.

Ich weiss, was es braucht, um die Bilder zu entwickeln: Liebe, Leidenschaft, Hoffnung, Mut, Risikobereitschaft, Formwille, Widerstandsfähigkeit, Kraft zur Behauptung. Ich weiss auch, dass ein Künstler ein Krieger sein muss. Und. Michael ist genau das was ich beschrieben habe, ein Künstler.

 

“Der Wind erzählt dir, was du hören möchtest. Manchmal singt er für dich und wenn du genau hinhörst, erzählt er dir mehr als du zu denken glaubst. Lass dich nieder und sei!”
(Annina)
Danke für Deine Texte, die mich so inspirieren.

 

@Debbie: Sometimes its necessary to embrace the magic, to find out what’s real in life, and in one’s own heart.

 

 

Ich lasse mich aus dem Traum gleiten, denn ich will bei dir sein.

Ich kenne dich, ich weiss, wie du dabei aussiehst. Manchmal wie ein Kind, das etwas ganz Neues, Fremdes entdeckt, das erforscht werden will, ganz ernsthaft bei der Sache. Manchmal liebevoll lächelnd, weil es dir einfach Freude macht, was du tust und weil du genau weisst, wie sehr ich es mag, was du tust. Manchmal mit gierigem Ausdruck, weil du dich daran erinnerst, welche Lust es dir bereitet hat, und mir. Ich liebe sie alle, diese deine Gesichter. Das Bedürfnis sie zu sehen wächst.

Alle Texte sind Teil der noch unveröffentlichten Kurzgeschichte “Die Welt die uns gehört”

Why Not You?

Leben

Dieses Leben, wie es ist, in einem Moment – der bleiben soll. (*)

Du & ich, welch eigene Beziehung. Freund, Seelenverwandter, guter Freund, Verliebtheit, tiefe Freundschaft, Wegbegleiter, für kurz oder länger oder lang? Du & ich, ein Glaube, oder auch kein Glaube, unser Alter, unsere Reife, unsere Entfernung, unsere Arbeit, unsere Ausbildung. Du & ich. Ganz nah, ganz fern? Du & ich viel Kontakt, dann wieder wenig? Du & ich soviel Dinge. Eine eigene Beziehung. Unsere eigene Beziehung. Wie sie auch sein sollte, in einem grossen, manchmal unüberschaubaren Plan, der Göttlichkeit, oder des “Schicksals”. So verschieden und doch so gleich. Eine eigene Beziehung. Aneinander denken, oder auch nicht, sich vermissen, weniger, stärker. Schön, dass es dich gibt, einfach schön, dass es uns gibt. Auch was die Zukunft bringt, wie es uns geht, wo wir sein werden, was wir tun werden, Du & ich, oder Du irgendwo und ich irgendwo. Es ist unsere Geschichte: Du & ich und es ist schön, gemeinsam ein paar Zeilen, In welcher Form auch immer, wenn man behutsam miteinander umgeht, zu schreiben. *Keep smiling – you never now who will fell in love with you, when you are smiling* (weiss nicht mehr genau wer das geschrieben hat, aber nicht ich).
Eine tiefe Seele, die an dich denkt. Vergiss nicht, du bist nie allein, egal welche Wendung unsere Geschichte nimmt.

 

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.
(Rainer Maria Rilke)

(*) Hat mir so unglaublich gefallen

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

Wo wären wir ohne das Morgen? Wir hätten stattdessen das Heute. Und wenn es so wäre, wenn ich mit dir das Heute hätte, dann würde ich hoffen, dass heute der längste Tag wäre. Ich würde ihn mit dir füllen und alles tun, was ich jemals geliebt habe. Ich würde lachen, ich würde reden, ich würde zuhören und lernen, und ich würde lieben, lieben, lieben. Ich würde aus jedem Tag ein Heute machen und jedes Heute mit dir verbringen, und niemals würde ich mir Sorgen um morgen machen, um den Tag, an dem ich nicht bei dir wäre. Und wenn dieses gefürchtete Morgen für uns kommt, dann sollst du wissen, dass ich dich nicht verlassen und auch nicht zurückgelassen werden wollte – und dass die Augenblicke mit dir die schönsten Augenblicke meines Lebens waren.

 

Einen Text schreiben, wie der obige,
ist,
sich unendlich verlieben
und
fallen
und
wieder aufstehen
und
weiterrennen
und
irgendwo am Horizont die Liebe sehen wollen,
weil man sie sehen will.

 

Ein Glück, wenn man in den Flow kommt. Beim Hämmern von Nägeln kommt er leichter als beim Tippen von Worten, zumindest geht es mir so. Besonders fasziniert mich am Flow das momentane Verschwinden des Zeitempfindens. Es gibt nicht die Zeit, sondern wir sind selbst die Zeit.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Sie sollten alle gleich viel Aufmerksamkeit bekommen. Ich werde besser darin, auch das Stiefkind Gegenwart zu lieben. Wenn ich einen Augenblick lang den Wolken zuschaue, zum Beispiel, oder den Wind auf meiner Haut spüre. Wenn ich Musik höre, ganz bewusst. Wenn ich mich frei mache von Erwartungen.

 

Irgendwann wird morgen heute sein.

(Annina)

Ich liebe den Engel

Heute bin ich dir sehr nahe. Fühle mich herbei geholt in deine Welt. Kann deutlich dein Lachen hören, deine Stimme. Nun fühle ich mich im Hier und Jetzt geborgen. Ich kann deine Liebe spüren, deine Wärme und Energie in mich aufnehmen. Fühle mich in deinen Armen sicher und geborgen. Es sind die Arme eines Engels die mich gerade halten, mich wiegen und mir zu flüstern, ich bin bei dir.

Tränen des Glücks suchen sich einen Weg durch mein Gesicht. Eine starke Energie zieht nun durch meinen Körper, will mich auf den Weg bringen, um dich auf unserem gemeinsamen Weg zu begleiten. Ich lasse mich fallen, versinke in einen Mantel der Ewigkeit, als mich die Wellen der Liebe weit nach oben tragen. Nach oben in den Horizont, weiter zur Milchstrasse, bis an den Rand der Unendlichkeit.

 

Ich liess meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde gross:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloss.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –
und er liess mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt…
(Rainer Maria Rilke)

 

Dieser Post ist inspiriert durch die wunderbaren Texte von Annina.

Das Bild ist aus der Reihe “Photo Painting”, ein Projekt mit Michael, dass mir grosse Freude bereitet.

 

Du:

“Es gibt Schicksalsbegegnungen, die passieren einfach. Wie die Bäume im Frühling, wenn sie erneut blühen. Die Natur weiss, was sie tun muss, um das Leben zu würdigen. Und es gibt Seelen, die wissen, wohin sie müssen, um Liebe zu vergeben, zu erfahren und gemeinsam zu erleben.”

 

Ich:

“Alles ist wie es ist und alles hat Sinn, dass es geschieht, wie es geschieht, auch wenn ich nicht immer in der Lage bin, die Sinnhaftigkeit zu erkennen. Insofern weiss ich, dass es nichts gibt, was keinen Sinn ergibt.”

I bi immer für di da – ei tag länger aus für immer

Lass Dich fallen, hab keine Angst
Schliess Deine Augen und spüre mich
Gib Dich deinem Verlangen hin
weil ich nur heute bei Dir bin
Zwei Seelen die auf einer Wolke schweben
nur mit Dir will ich das erleben
Dein Atem streichelt meine Haut
wir beide sind uns so vertraut
Der Augenblick der uns gehört
dein sanfter Blick der mich betört
Denk jetzt nicht nach und lass Dich geh’n
vor Leidenschaft will ich vergeh’n
Auf meinem Körper Deine Hände
Zart und sinnlich ohne Ende
Von Deinen Lippen will ich trinken
und sanft in Deine Arme sinken

 

Ich will dich. Einfach so, den Verstand ausgeschaltet, den Körper auf Empfang, ohne Kompromisse, ohne Nachdenken. Ich will dir in die Augen schauen, Augen die mich anflehen, nicht aufzuhören. Ich will spüren, wie dein Körper mir entgegenstrebt, zitternd, verschwitzt, fordernd, drängend. Ich will dich schmecken, deinen Atem in mich aufnehmen, vergessen, dass ich sterben muss. Ich will den Moment, wenn die Spannung dich zwingt, aufzustöhnen, kurz bevor dein Atem sich überschlägt, und du die Grenze übertrittst, den Punkt ohne Wiederkehr, unkontrolliert, dich selbst offenbarend. Ich will dein Salz auf meinen Lippen, Muskel um Muskel erforschen, auf deiner Haut lesen, deinen Rhythmus spüren.

Nichts, was ich lieber täte, als dich mitten im Satz zu stoppen, dich heranzuziehen, um dich zu küssen.

Sei mein Engel für die Nacht

Das Zimmer ist dunkel, nur der flackernde Schein der beiden Kerzen durchdringt die hereinbrechende Schwärze der Nacht. Ich bin allein mit meinen Gedanken, allein mit meinen Gefühlen.
Nah ist die Erinnerung an letzte Nacht, als du bei mir warst.

Oder war es nur ein Traum?

“Berühr’ mich, bitte berühr’ mich”, die Worte sind in meinem Kopf, Du flüsterst sie mir ins Ohr, so dass dein Atem meinen Hals streift.

“Ganz langsam”, flüstere du wieder, “ich will von der Spannung in mir umspült werden wie von einer grossen Welle, so lange, bis ich glaube, ertrinken zu müssen”.

Mein Finger umfährt die Linie deiner Brust, ganz leicht nur.

“Hör’ nicht auf“.

 

Lass mich Deinen Atem spüren,
deine Lippen sanft berühren.
Deine Nähe lässt mich beben,
lass uns in den Himmel schweben.
Hast in mir die Glut entfacht,
sei mein Engel für die Nacht.

Ja ich sehne mich nach dir

Wenn Du zitternd vor Verlangen
mir Deine Lippen schenkst,
dann, dann
möchte ich ihn anhalten den Moment,
um mit Dir in ihm zu versinken.
(Urs)

 

Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleite
mich verlierend selbst mir aus der Hand,
ohne Hoffnung, daß ich Das bestreite,
was zu mir kommt wie aus deiner Seite
ernst und unbeirrt und unverwandt.
… jene Zeiten: O wie war ich Eines,
nichts was rief und nichts was mich verriet;
meine Stille war wie eines Steines,
über den der Bach sein Murmeln zieht.

Aber jetzt in diesen Frühlingswochen
hat mich etwas langsam abgebrochen
von dem unbewussten dunkeln Jahr.
Etwas hat mein armes warmes Leben
irgendeinem in die Hand gegeben,
der nicht weiß was ich noch gestern war.

(Rilke Aus: Das Buch der Bilder)

 

 

Rilkes Gedichten gelingt es mich in den innersten Tiefen zu erreichen und dort etwas zum Klingen zu bringen, das ich mit Worten nur schwer beschreiben kann. Klar es gibt viele Andere, die ich gerne habe, aber bei Rilke ist das noch einen Hauch anders. Ihm gelingt es, das für mich Unaussprechliche in Worte zu kleiden.

 

Epilog:

Es zählt nicht, ob du schweissgebadet, ungewaschen, mit schmerzenden Füssen und Dreck unter den Fingernägeln betrunken die Hände in die Luft werfend den Moment deines Lebens erlebst, mit Musik, die dir von deinem eigenen Leben erzählt, nein es zählt nicht, ob du zuhause sitzt, alleine, aus dem Fenster siehst und dein Herz sich selbst zerreisst. Denn egal, wie du das alles gestaltest, egal, was auf deiner Bühne passiert, die sich Leben nennt, egal ob gut oder schlecht, ob traurig oder witzig, schwarz oder weiss, heiss oder kalt – was am Ende zählt ist, dass du dich lebendig fühlst. Und daran führt kein Weg vorbei. Denn was zählt, ist, sein Leben zu leben

Die Sonne kommt langsam

Man hört die Kühe muhen, die Glocken um ihre Hälse klingen hell und ungleichmässig, ein wunderschönes Kuhkonzert. Wir trinken Kaffee, in der einen Hand halte ich die Tasse, in der anderen streiche ich dir durchs Haar. Vor uns erst Kühe und Wiese, dann Berge, die sich in den wolkigen Himmel strecken, als gäbe es dort etwas umsonst.

Die Sonne kommt langsam.

Aber sie kommt, sagst du und siehst zu mir hoch. Sie muss kommen, sage ich und drehe das Gesicht in die andere Richtung, ohne meine Hand aus deinen Haaren zu nehmen. Keine Menschenseele in der Nähe sonst, so scheint es. Unten auf dem Parkplatz ein einzelnes weisses Huhn, das zwischen den Autos herumwackelt und nach Essen sucht.

Wie halten die Menschen hier diese Ruhe aus? Vielleicht wird man auch verrückt, wenn alles, was man den ganzen Tag hört, das Klingeln von Kuhglocken ist, sage ich. Vielleicht wird man auch verrückt, wenn man immer wieder darüber nachdenkt, wann man verrückt wird, sagst du. Dass ich irgendwann verrückt werde, weiss ich ja schon, sage ich. Ich suche nur noch nach dem perfekten Zeitpunkt.
Und es zeigt sich tatsächlich der blaue Himmel, gelassen schütteln ihn sich die auseinanderdriftenden Wolken aus dem Ärmel. Ich starre auf die Berge und lausche und noch immer nichts als Kuhglocken. Drei schwarze Hühner weit entfernt auf der Wiese, so stummgeschaltet, als habe allein mein Kopf sie auf den Rasen projiziert.
Aber die Sonne kommt.

Als ich zurückblicke, liegst du im Bett hast die Augen geschlossen und erlebst innendrin deine eigenen Gefühle.

Und als ich mich zu dir lege, mit meinem Kopf an deiner Schulter, weiss ich wieder, warum ich hier bin.

Mach die Augen nicht zu

Gedankenversunken teilen wir einander diese Welt mit, die es nur zwischen uns gibt. Auf einmal gibt es Bilder in uns, leuchtend farbig aus intensiver Lebendigkeit.

Das Leben! Nichts anderes zeigen sie, ausser dieses Leben, wie es ist in einem Moment – der bleiben soll…

Ein wolkenloser Himmel über uns gab es, gibt es und wird es noch oftmals geben. Doch so wie er ist, wenn wir ihn gemeinsam nebeneinander über uns haben, wird er nie mehr sein. Es gibt Dinge, die ähneln sich, doch gleich sind sie nicht. Wiederholung ist im Einmaligen nicht möglich. Und ja, es lohnt sich, diesen Augenblick festzuhalten, mit dem Herz, mit dem Gefühl und allen erdenklichen Emotionen. Wieso sollte ich dir in diesem Moment etwas Unwahres sagen? So wahrhaftig wie ich mir solche Momente herbeiwünsche, so wahr wird der Moment sein, wenn er ist. Wahrscheinlich wird er anders, als wir ihn erdenken. Einzigartig und besonders, das steht fest. Einen Fehler kannst du kaum begehen, wenn du nicht einfach nur tust, was du zu tun fühlst. Es wird anders sein, weil es anders ist…

 

Niemals bin ich neben dir aufgewacht, niemals bin ich neben dir eingeschlafen. Jedes Mal lag ich neben dir und war hellwach. Hellwach war der Raum, hellwach war mein Kopf, hellwach waren alle meine Gedanken, die Sonne und deine Anwesenheit erhellten alles und liessen mich innerlich leuchten.

Da liegen wir jetzt also.
„Ich könnte uns Nudeln machen.“
Irgendwie ein komischer Satz, wenn er von jemandem ausgesprochen wird, der nackt ist. Wenn man dabei selbst auch nackt ist macht das die Situation eher skurriler als realer.
„Mit Tomatensosse?“
„Ja, könnte sein. Ich muss nachschauen, was da ist.“
Also schnell was übergezogen und raus in die Küche.

Ich bleibe zurück und decke mich zu und lausche der Musik. Mein Bewusstsein dreht sich im Kreis wie ein kleiner Junge auf einer grünen Wiese im Sommer, nur ein bisschen schneller und schwankender. Nur nicht wegfliegen, bloss nicht umkippen.

Und mach auf keinen Fall die Augen zu.

Ich starre also vor mich hin in den halbdunklen Raum. Das Bett ist viel wärmer und weicher und grösser als meins. Hier könnte ich noch ein wenig bleiben. Ich starre also vor mich hin in den halbdunklen Raum. Das Bett ist viel wärmer und weicher und grösser als meines. Hier könnte ich noch ein wenig bleiben.

Ich überlege mir, wann ich das letzte Mal jemanden getroffen habe, der so gut küsst wie Du, du die in diesem Moment gerade das Nudelwasser salzt oder Tomatensosse in der Mikrowelle aufwärmt, oder was auch immer du gerade tust. So gut geküsst hat ja schon ewig niemand mehr, vielleicht noch nie. Oder vielleicht schon, aber dann eben nicht mich. Wahnsinn. Noch bevor ich überlegen kann, wie wohl der Rest später laufen wird, wenn die Nudeln gegessen sind, fallen meine Augen dann doch zu.

„Mit Käse?“ Licht fällt durch den Spalt der Tür, durch den du den Kopf steckst. Ich öffne die Augen.
„Oh ja!“
Wie lange ist es bitteschön her, dass mir jemand Nudeln mit Tomatensosse und Käse gemacht hat, noch dazu um diese Uhrzeit? Und jetzt fühle ich mich übermässig vom Glück umarmt und geküsst. Gleissendes Licht fällt durch die Jalousien, die den Raum verdunkeln, kleine Englein schwirren um mich herum und schiessen mit Pfeilen um sich und singen im Kanon süsse Lieder. Mir wird schon ganz schwindelig.

Da kommst du auch schon wieder und hast Nudeln und Tomatensosse und Käse dabei und alles ist ganz wie im Märchen. Wir erzählen uns keine Witze und lachen trotzdem und für einen kurzen Moment bleibt die Zeit stehen und es gibt niemanden, der in diesem Moment besser zusammenpasst als wir.

 

 

Das Bild ist in Zusammenarbeit mit Michael und die Texte sind mit Annina entstanden.

Ich danke Euch beiden von Herzen.

Secret Garden

Secret Garden

Es ist wunderbar: wie ich hierher kam und vom Hügel in das schöne Tal schaute, wie es mich ringsumher anzog – Dort das Wäldchen! – Ach könntest du dich in seine Schatten mischen! – Dort die Spitze des Berges! – Ach könntest du von da die weite Gegend überschauen! – Die ineinandergeketteten Hügel und vertraulichen Täler! – O könnte ich mich in ihnen verlieren!

Ein grosses dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt darin wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit aller Wonne eines einzigen, grossen, herrlichen Gefühls ausfüllen zu lassen.
(Johann Wolfgang von Goethe)

 

 

 

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