Achte auf den Augenblick, der dich ganz tief berührt

Ich will dir sagen, wie schön du bist, ohne dass es farblos und wie daher gesagt klingt. Es wird genug eben einfach so gesagt. Doch dies soll wertvoll bleiben. Du sollst dich nicht daran gewöhnen. Ich schaue dich an.

Deine Lider zucken ein wenig im Licht der schwindenden Abendsonne.

Schweigend die Blumen zwischen deinen Händen.

 

Ich komme zu dir, ganz nah, noch näher. Erst jetzt ist es gut. Ich möchte dir etwas sagen.

 

Was spürst du, wenn ich dich berühre, wenn meine Finger an deiner Wange über die Haut fahren, wenn sie etwas von der Sonne nehmen und dir einen Schatten auf das Gesicht legen? Du regst dich nicht. Nur als meine Nase deinen Hals berührt, murmelst du etwas.

Ich verharre, warte einen Moment, bleibe wie ich bin. Einen Augenblick, zwei Augenblicke, drei.

Du magst das, hast du gesagt.

“Ich, ich, ich….” – Flüsterton. Ich höre dich lächeln. Hörst du mich? “Ich, ich, ich…”, setze erneut an. Sollst dich nicht daran gewöhnen, nicht, nicht daran gewöhnen. “Ich, ich, ..”. Drücke meine Lippen vorsichtig an dein Ohr. Spüre den zarten Widerstand und lasse mich ein wenig zurückfallen. Ich schliesse meine Augen und noch bevor ich aus dem Dunkel zurückkehre, flüstert es

“ich dich auch, ich dich auch, ich auch”….

 

 

 

 

(Ganz ehrlich, beim Überarbeiten werde ich zum Sadisten und quäle den Text immer und immer wieder. Nichts ist gut, ich stelle alles infrage und raufe mir oft die Haare, wenn ich darüber nachdenke‚ in welchem schäbigen Bewusstseinszustand ich gewesen sein muss, als ich diesen Text geschrieben habe.)

 

Vergesst nicht: Hinter den Wolken ist der Himmel immer blau

Stolz recken die Gräser sich gegen den Himmel. In das tiefe dunkle blau, dieses Meer, das so stolz über ihren Köpfen schwebt. Ich streife durch sie hindurch. Lasse sie durch meine Finger gleiten. Spüre sie auf meiner Haut.

Neben mir gehst du. Du hältst ein wenig Abstand. Wenn du etwas sagst, dann lächelst du und manchmal, da wirst du rot. Du schaust dann auf den Boden. Du bist schön. Du bist schön mit deinem langen Haar, deinen vollen Lippen und dem schüchternen Blick deiner Augen. Ich bin gerne mit dir zusammen. Fühle mich wohl bei dir. Es ist schön.

Wir sind scheues Getier. Du und ich. Achten darauf, uns nicht zu schrecken. Nicht voreinander wegzulaufen, davon zu rennen. Wir sprechen vorsichtige Worte und behutsame Blicke liegen auf fruchtbarem Boden. Wir sollten etwas Schönes darauf bauen. Ja.

Es ist ein warmer Tag. Ein warmer Wind zieht vorüber. Ich rieche die Felder, die sich vor und hinter und neben uns in die Ferne ziehen. Ich schliesse meine Augen.

„Ich, ich, ich“, stottere ich. Wir bleiben stehen und dein Blick, dieser Quell deiner süssen Verletzlichkeit, wendet sich mir zu. „Ich mag dich“, sage ich schliesslich. Ich schlucke, zögere. Dann greife ich nach deiner Hand. Es ist alles still. Du, ich, die Welt. Ich spüre, wie ein kräftiger Atem durch deine Lungenflügel strömt und deine Brust hebt. Du reibst deine Lippen aneinander, als seien sie ein wenig trocken und dann, dann lächelst du.

Happy New Year

We will open the book. Its pages are blank. We are going to put words on them ourselves. The book is called Opportunity and its first chapter is New Year’s Day.

 

This is the new year the new you. You can pass through another year, coasting on cruise control. Or you can step out of your comfort zone, trying things you have never done before, & make 2017 as the year that you elevate from where you are & soar high.

 

Make it happen.

Ich mag Dich

Sie lächelt. Alles ist bunt. Der Regen und die Blätter, selbst aschfahle Asphaltschwärze liegt farbenfroh unter unseren Füssen. Wir denken im Zickzack, überschlagen uns dabei, greifen nach verrückten Ideen und lachen, während wir uns an beiden Händen fassen und uns dabei so schnell im Kreise drehen, dass uns schwindelig wird und wir gedankenlos von einer Strassenseite zur anderen taumeln. Und wo wir uns miteinander und umeinander bewegen, bleiben Regenbogenfarben. Bunte Ballons hängen an grauverschmierten Bentonwänden hinab und überall schmeissen gut gelaunte Menschen Farbe wie Saatgut und Streusand, bis alles Leben bunt und vielfarbig ist. Wir nehmen Anlauf und springen in Pfützen, so lange bis wir ausser Atem geraten und triefend nasse Socken aus viel zu falschen Schuhen tropfen. “Stopp, stopp, stopp” rufst du. “Ich kann nicht mehr”. Vor lauter hier- und dorthin, vor lauter ich will, ich will, ich will, dies und das und das und dorthin und jenes und die ganze Welt, haben wir das Luftholen vergessen. Nun stehen wir voreinander, ausser Atem, ich vor dir und du vor mir. Deine Augen leuchten und ich kann nicht von ihnen lassen. Es ist, als ob nichts war, nichts sei, nichts werde, nichts komme und nichts gehe. Es ist Moment und Augenblick und Jetzt. Es sind Finger, die sich auf Handflächen bewegen, die ineinandergreifen und warm sind. Es sind Augen, die sich im Vertrauen auch ein wenig Verletzlichkeit, ein wenig – das bin ich – zuwerfen. Es sind Münder, die sich näher und näher und ganz, ganz nahekommen. Es sind Lippen, die sich aufeinanderdrücken und bleiben und bleiben und bleiben, lange, und nicht damit aufhören wollen. Und plötzlich, da dreht sich alles um uns und wir sind Mittelpunkt und stehen im Scheinwerferlicht einer Geschichte, eines Anfangs, eines bunten, hübschen Bilderbuchs mit Happy End.

“Hey Träumer”.

Ich wache auf. Wo bin ich? Sie lächelt. Draussen regnet es und kahle Äste ragen hoch in einen wolkenbedeckten Himmel. Auf meinem Schoss, da liegt ein Bilderbuch, bunt und hübsch. Ich reibe mir etwas die Müdigkeit aus den Augen und richte mich auf. Wir sitzen nun nebeneinander auf dem Bett, eine Wolldecke über unseren Beinen und heisser Tee dampft aus grossen Tassen. Ich zeige auf das Buch auf meinem Schoss und frage dich, ob es ein Happy End hat. Du nickst und lächelst, drückst mir einen Kuss auf die Wange und wir schauen aus dem Fenster in dem alles bunt und schön und gut und Happy End ist.

Wenn ich schon gerade beim Sommer bin

Ja es dürfte bekannt sein, dass ich dem Sommer, aber insbesondere dem Frühling, sehr offensiv gegenüberstehe, um nicht zu sagen euphorisch. Der Herbst ist ja auch angenehm. Punkt.
Aber wenn ich krampfhaft etwas nennen sollte, was ich am Winter zu schätzen weiss, dann vielleicht diese angedeutete melancholische Stimmung, die in Verbindung mit den tiefen Temperaturen auftritt und die ansatzweise auch an den Herbst erinnert.
Das sitzen vor einem Feuer und starren auf die Flammen.

Aber im Sommer gibt es so viel mehr. Das allein-sitzen in einem Strassencafé und beobachten der Leute. Die Entdeckung des eigenen Willens, das Fahrrad stehen zu lassen und nachts nach Hause zu laufen. Nicht die Sonnencreme, sondern den Sonnenbrand. Nicht die Stimmung und die Leute auf all den Open-Airs, sondern,
das fühlen, bemerken, aufnehmen dieser Stimmung um einen herum, während man im Gras sitzt und irgendwo im Hintergrund nette Musik zu hören bekommt. Nicht der hohe Anteil der hellen Stunden am Tag, sondern die Chance, die Zeit von einem Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang auf einer Spielplatzschaukel sitzend beobachten zu können und sich nicht dabei zu langweilen.

Du!
Die Sonne brennt mir ins Gesicht, Flimmern auf den Augen, Licht in den Wimpern. Der Sommer stiehlt sich an den Anfang des Herbstes; trotzt der Zeit mit blauem Himmel, obwohl der Schatten schon den ersten Winter mit sich trägt.

Ja dieser Sommer…

Ich drücke dich fest an mich und rolle mit dir zusammen über das Bett. Nach einer Weile bleiben wir liegen. Wir sind ganz still. Du liegst auf mir und bewegst dich nicht. Schaust mir in die Augen. Du berührst meine Nase mit deiner. Ich schliesse meine Augen und spüre deine weichen Lippen auf meiner Nasenspitze liegen. Mein Körper zittert. Dein Herz schlägt ganz schnell. Dein Haar liegt auf meiner Stirn. Dann küsst du mich. Berührst meine Lippen. Ich lausche deinem schnellen Atem, spüre ihn auf meiner Haut. Du spitzt deine schmalen Lippen, drückst sie vorsichtig auf meine. Bleibst einen Moment darauf liegen.

Diesen Moment grenzenlos gefühlter Schönheit, diesen Moment, den man auf ewig zu halten sucht, den man schwört, niemals gehen zu lassen.

Hallo, sagen. Hallo, und endlich.

Und die Landschaft zieht vorbei, vorbei, die Zeit läuft nicht schnell genug. Schneller, schneller soll er fahren der Zug.

Es fühlt sich richtig an. Der Ton in ihrer Stimme, Kannst du herkommen? Kannst du den nächsten Zug nehmen?

Und in meinem Kopf surrt es. Ich fahre. Natürlich fahre ich. Sie will mich sehen, sie will, dass wir uns nah sind, und ich spüre das in ihrem Tonfall, über Kilometer und Kilometer hinweg.

Die Entscheidung ist längst gefallen,

und es tut wahnsinnig gut.

Dann stehst du vor mir. Dann die Hände, ganz automatisch, wir halten uns fest, du kriechst in mich rein. Du kriechst in mich rein, und ich halte dich. Verlegen bist du, ein bisschen.

Lights will guide you home

When you try your best, but you don’t succeed
When you get what you want, but not what you need
When you feel so tired, but you can’t sleep
Stuck in reverse
And the tears come streaming down your face
When you lose something you can’t replace
When you love someone, but it goes to waste
Could it be worse?
(Coldplay)

Die letzten Monate waren keine leichte Zeit. Zu viel Arbeit, zu viele Anforderungen, zu viel Stress, zu viele Gedanken. Im Gegenzug: Zu wenig Zeit, zu wenig Herzensprojekte, zu wenig Spontanität, zu wenig Spass.
Ich habe beschlossen:

Nein.

Ab jetzt nicht mehr. Seit Tagen entrümple ich mein Hirn, atme durch, mache es mir und meinem Herzen leichter.

Wie alle Menschen hatte ich auch während meines bisherigen Lebens Vorstellungen und Träume. Manches davon habe ich mir selbst erfüllt, manches ist mir geschenkt worden. Vieles war unerreichbar oder war mir, kaum erreicht, wieder aus den Händen gerissen worden.

 

Aber er ist immer noch alles da.

 

Es gibt zwei Arten sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles eines. Ich glaube an Letzteres.
(Albert Einstein)

Lights will guide you home

 

 

Stehle mein Herz und bringe mich zum Schweigen

Ich brauche jemanden, der versteht.
Ich brauche jemanden, der zuhört.
Auf dich habe ich die ganzen Jahre gewartet.

Ich sitze mit einer Flasche alkoholfreiem Bier und einer Schüssel voll unangetastetem grünem Salat vor dem Haus. Es ist weder Tag noch Nacht – doch die Farben verblassen langsam. Noch fliegen Schwalben und Fledermäuse gleichzeitig. Ich schaue auf den Bildschirm, ich schaue nach oben, vielleicht steht da jetzt schon ein Stern.

Träume

“Ich habe Dich eingefangen! Jetzt gehörst Du mir! Ich will Dich, hier und sofort, hörst Du das? Ich flüsterte dir ins Ohr, beisse dabei in dein Ohrläppchen, fuhrwerke an deinem Gürtel herum und versuchte ihn zu öffnen. In meiner Hektik schaffte ich es nicht gleich und fluche. Verdammt! Ich werde Dich gefangen nehmen und nie wieder hergeben.”

 

Wenn ich an deinen Mund denke
wie du mir etwas erzählst
dann denke ich
an deine Worte
und an deine Gedanken
und an den Ausdruck
deiner Augen
beim Sprechen
Aber wenn ich an deinen Mund denke
wie er an meinem Mund liegt
dann denke ich
an deinen Mund
und an deinen Mund
und an deinen Mund
und and einen Schoss
und an deine Augen
(Erich Fried)

Du bist der Text den ich schreibe.

Einer dieser Abende

Ganz allein, nur ich und der letzte schluck Rotwein. Dieses Lied und eine Zigarette.

Der Himmel, die frische nach-Regen-Luft.
Gedanken.
Erinnerungen.
Pläne und Wünsche.

Kleine Zettel überall auf dem Schreibtisch.
Einer dieser Abende. Denken und träumen und schreiben und ich sein, ohne Filter.
Die Stille der Nacht und meine Worte, ganz laut.

Der Himmel sieht aus wie gemalt und mir fehlen die Worte. Wie seit Wochen schon. Ich kann die Sätze, die ich fühle, nicht formen, nicht fassen.

Am Horizont flackert es schon wieder hell, es donnert und grummelt.

Die Vögel zwitschern.

Ich brauche Zeit zum Vermissen, Zeit zum Ankommen. Und zwischendurch brauche ich Zeit, um zu fühlen, zu verstehen, sacken zu lassen. Ich muss sortieren, begreifen, einordnen, Schubladen schliessen, um endlich darüber schreiben zu können.

Denn dann wird es besser. bestimmt.

Viel Kaffee und Musik.
Innehalten, ein Schritt nach dem anderen.

Alles scheint zu funktionieren, fast automatisch.

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