Und plötzlich steht die Zeit still

“Ich muss über die Liebe schreiben. Ich muß nachdenken und noch mal nachdenken, schreiben, über die Liebe schreiben – sonst erträgt meine Seele das nicht.”

 

“Leidenschaft – wenn zwei Menschen einander begegnen, kann er wie ein Blitz einschlagen. Die Leidenschaft liegt in der Erregung, die das Unerwartete hervorruft, in dem Wunsch, etwas mit Hingabe zu tun, in der Gewißheit, daß es einem gelingen wird, einen Traum zu verwirklichen. Die Leidenschaft gibt uns Zeichen, die uns im Leben leiten – und es bleibt mir überlassen, diese Zeichen zu deuten.”

Abends auf der Couch liegen und das Gefühl schleicht sich ein, es sei irgendwie falsch, so. Nicht falsch im Sinne von verkehrt und vollkommen unsinnig, hier zu liegen, vor dem Fernseher, in diesem Haus, aber eben doch auch nicht richtig, nicht das, was ich jetzt am liebsten tun würde, und mit wem, und wo. Es fühlt sich an, als liesse ich eine unnötig grosse Zeitspanne ungenutzt verstreichen.
Und dann lächle ich, denn ich sehe jetzt Dein inneres Licht.

Zusammen durch die Nacht IV

Und jetzt frage ich mich, wie es weitergeht.
Natürlich doch.
Natürlich bin ich jetzt süchtig nach dem Gefühl.
Weil das so richtig und gut war.
Und ich harre aus,
kühle meinen Kopf und bin hin und her gerissen zwischen Weltuntergang und siebtem Himmel.

“Das Ganze hat einen Namen: Leidenschaft – wenn zwei Menschen einander begegnen, kann er wie ein Blitz einschlagen. Die Leidenschaft liegt in der Erregung, die das Unerwartete hervorruft, in dem Wunsch, etwas mit Hingabe zu tun, in der Gewissheit, dass es einem gelingen wird, einen Traum zu verwirklichen. Die Leidenschaft gibt uns Zeichen, die uns im Leben leiten – und es bleibt mir überlassen, diese Zeichen zu deuten.” (Paulo Coelho)

Zusammen durch die Nacht III

Prolog
„Im Mai,
irgendwo zwischen Bergen und Tälern,
hellgrüne Wiesen,
Creme farbener leichter Stoff,
ein kleines Zelt,
ein kleines Feuer mit frisch gesammelten Holz aus dem Wäldchen nebenan,
ein kleiner zarter aber wilder Bach,
leichte Klänge einer Violine…“

Am Wasser

Ich suche ihren Blick und kann nichts denken. Kann nur lachen und mich dem Sog ihrer Blicke hingeben.

Ich suche in ihrem Gesicht nach einer Bestätigung, finde ein Lächeln und beschliesse, mich einfach zu freuen.
Ich weiss noch nicht, ob sie mir damit tatsächlich das sagen will, was ich zu träumen wage.

Dann.

Setzt sie sich hinter mich,
direkt hinter mich
und plötzlich lehne ich an ihr.
Lehne nicht nur an ihr, bin ein Teil von ihr; ihre Beine links und rechts, mein Kopf an ihrem Bauch. Ihrer Brust. Ihre Hände spielen in meinen Haaren, behutsam. Ich fühle mich wie übergossen, wie getränkt in Glück. Überall Zuneigung und ich bin dankbar und müde und kann nur denken, dass es nie enden soll.

Ihre Hände so nah, ich greife immer wieder nach ihnen. Streichle sachte, werde gestreichelt. Zwischen zwei Fingern, ihr Gesicht über mir, nur ihr Gesicht und der Sternenhimmel. Ihre Lippen an meinen Lippen,
ich schmiege mich an sie.

“Ich kann dein Herz schlagen hören”,

Sie erwiderte sanft den Druck meiner Hand.

Epilog

Endlich.
Jemanden bei sich zu haben. Jemanden, der zusieht, der streichelt, der küsst. Jemanden mit Augen, Nase und Ohren, mit sanften Händen und Haaren zum Anfassen.
Eine Haut, in die man Fingernägel krallen kann.
Eine Stimme.
Ein warmer Atem.
ihn fühlen,
spüren,
hören,
riechen,
schmecken…

So tiefes Glück und ein unendlicher Hunger.

Hunger nach dem Leben und nach tiefen Gefühlen.

Zusammen durch die Nacht II

Später, sie sass mit dem Rücken an einen Baum gelehnt und redete, legte ich aus einem plötzlichen Impuls heraus meinen Kopf in ihren Schoss. Ich sagte etwas, irgendwas. Es war nicht wichtig. Es war nur wichtig, einfach da zu sein.

Meine Hand an ihrem Arm, auf und ab, zarte Berührungen. Sie erzählte von Ängsten, von Sehnsucht; ich setzte mich auf und fand ihren Blick, diesen Blick aus unbeschreiblich schönen Augen. Noch nie habe ich mich so aufgehoben gefühlt.

Und als sie gehen musste, sträubte ich mich; sass trotzig auf diesem Fleckchen Erde und wollte nicht, dass die Zeit ohne sie weiterlief.

“Komm’ schon”,

sie stand vor mir, dann ging sie in die Hocke.

Sie lächelte.

Dann stolperte die Zeit.

“Ich dich auch”;
ein rascher Kuss auf meiner Wange, kurzentschlossen. Sie zog mich hoch, ein letzter Blick, und ich wusste, ich konnte nicht verloren gehen. Ihre Wärme wie ein Schutzschild, wie ein sanfter Kokon um mich gewebt. Sicherheit.

Die Sicherheit, zu jemandem zurückkehren zu können; Halt suchen zu können und ihn zu finden.
Das ist so schön.

Zusammen durch die Nacht

Zusammen durch die Kälte.
Zusammen durch die Nacht.

Und sie schaut mich so an und ich schaue zurück und alles verschiebt sich, alles zieht mich zu ihr hin.
Der Rest rückt in den Hintergrund, verschwimmt beinahe vollkommen, und erst, nachdem unsere Lippen sich berührt haben, wird mir die Aussenwelt wieder bewusst. Meine Hände suchen ihre Haut.
Und ich freue mich,
und leise flüstere ich ihren Namen,
ganzer Ausdruck meiner hilflosen Freude und der Unfassbarkeit des soeben Geschehenen.

Sie hat soeben mein Leben auf den Kopf gestellt.

Ist das wirklich passiert? Das ist so gross, so unfassbar gross.

Auf dem Rückweg nach ihrer Hand getastet, dann ihr Arm um meine Schulter. Wie selbstverständlich, und ich schlang meinen Arm um ihre Hüfte und griff mit der anderen Hand ihre Finger, die so eine unsagbar beruhigende Wirkung haben, wenn sie diese langsame Streichelbewegung machen, und fühlte mich – glücklich? Ja.

Ja, verdammt.

 

Epilog
Die Leute meinen, ein Seelenfreund sei jemand, der perfekt zu einem passt, und genau das wünschen sich alle. Aber ein wirklicher Seelenfreund ist ein Spiegel, ist der Mensch, der dir alles zeigt, was dich hemmt, der dir zeigt, wer du bist, damit du dein Leben ändern kannst. Ein wahrer Seelenfreund ist wahrscheinlich der wichtigste Mensch, den du je treffen wirst, weil er deine Mauern niederreisst und dich ohrfeigt, bis du aufwachst.

Du bist allein

Das Land reicht bis zum Horizont ein kleiner blauer Himmel darüber die Sonne nicht zu heiss. Nichts ist dort. Das ist mein Land es wartet darauf von mir entdeckt zu werden. Es war wohl noch niemand da, ich bin der erste. Es gibt keine Erwartungen niemand fordert etwas da ist nichts nur das Land und ich.

 

 

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