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Author Archives: umoll

Wichtig ist, nie beim Anfang zu starten

Ich werde dich suchen, hier, zwischen den Zeilen. Irgendwo zwischen zurechtgeschnittenen Worten und Bildern, im Fluchtpunkt einer Atempause. Kontrollgang des Blicks in die Ferne: Unser Wir zieht Fäden, die Wolken entlang. Jeder Vogelschatten, der mich streift, berichtet von deinen Brauen und Wimpern. Die Spuren von Entenfüssen im Fluss erzählen von deinem Lächeln. Der Duft frischer Pistazien muss mit deinem Nacken zu tun haben. Wenn ich mein Gesicht lang genug in die Stille halte, weiss ich, dass es sich lohnt, an […]

Sie

Sie, die irgendwann im Sommer zu mir kam. Sie gibt nie klare Antworten. Sie ist die Richtige für schiefe Metaphern. Sie ist schön. Und sie schreibt ihren Schmerz und ihre Wut und jedes andere grosse Wort, das es eben braucht, in die Welt hinaus, ganz egal, was diese Welt davon halten will, denn sie weiss, dass sie ohnehin nie dazu gehören wird. Dass sie nur in einem kleinen Zimmer Worte und Bilder zurechtschneiden und irgendwo in der weiten Welt nach […]

Begegnung

Immer habe ich mir gewünscht, dich wiederzusehen. “Man läuft sich im Leben zweimal über den Weg” sagten mir schon viele Freunde und Mitmenschen. Nun kann ich es glauben und habe es verstanden. Doch was wollte mir diese Begegnung mitteilen? War es die Chance ungesagte Worte endlich auszusprechen? War es die Chance dir für Alles zu danken? War es die Chance endgültig und richtig Abschied zu nehmen? Es war sicherlich nicht die Chance, dass wir füreinander bestimmt sind, denn wir haben […]

I keep dreaming on

Wäre das Heute mir nicht so unendlich fremd und das Gestern so verdammt nah, gäbe es ein Morgen. Doch wohin mit Morgen, wenn es nebulös scheint, wenn es verwischt, vor dem ersten Grauen? Plötzlich ist ein Monat vergangen, ein weiterer und ich werde fast taub vom Ticken der Uhr, dieser scheusslich runden Scheibe, die weder Anfang noch Ende kennt. So ergeht es uns. Falls wir einander nicht mehr sehen, hören und fühlen können, woher wissen wir ob der Andere noch […]

Ich mag Dich

Sie lächelt. Alles ist bunt. Der Regen und die Blätter, selbst aschfahle Asphaltschwärze liegt farbenfroh unter unseren Füssen. Wir denken im Zickzack, überschlagen uns dabei, greifen nach verrückten Ideen und lachen, während wir uns an beiden Händen fassen und uns dabei so schnell im Kreise drehen, dass uns schwindelig wird und wir gedankenlos von einer Strassenseite zur anderen taumeln. Und wo wir uns miteinander und umeinander bewegen, bleiben Regenbogenfarben. Bunte Ballons hängen an grauverschmierten Bentonwänden hinab und überall schmeissen gut […]

Halte mich

Meine Worte bleiben in der Luft hängen. Es ist, als könnte man jeden einzelnen ihrer Buchstaben greifen und wie eine Frucht vom Baum pflücken. “Was?” Ich starre auf den Boden. Es war eine blöde Idee. Ich möchte mich übergeben. Ich möchte den Zeitbaum wieder herunterklettern und einen anderen Ast hinaufsteigen. “Ach nichts” Sie schaut herüber zu mir. Ich spüre ihren Blick wie Eiszapfen auf meine Haut schlagen. Sie zieht ein Blättchen, legt Tabak hinauf, drückt ein wenig Gras hinein, dreht […]

Und wahr wird es immer sein

Jetzt in diesem Moment ist die Wahrheit, dass du Recht hast mit allem. Aber das hast du dir, glaube ich, schon gedacht. Dieses Jahr fing an mit einem Apfel den ich nicht essen durfte. Mein Herz schlägt schneller. Es ist kalt in der Stadt. Schnell gehe ich durch die Strassen, die Füsse auf dem Asphalt im störrischen Gang derer, die in Wahrheit lieber zuhause in einer Ecke liegen und Vorwürfe gegen die Zimmerdecke rufen würden. Nur mehr hastige, schnelle Bewegungen […]

Über der Stadt

Ich gehe spazieren. Kurve um Kurve geht es hinauf auf die Anhöhe über der Stadt. Laub verschiedenster Form und Farbe säumt den Weg. Ein wenig Nässe der letzten Tage liegt verstreut hier und dort in den schattigen Stellen. Ich mag es, wenn meine Füsse in die bunten Blätterhaufen eintauchen. Ich mag es, sie davon zu stossen. Es ist ein sonniger Novembertag. Der Wind bläst. Schritt für Schritt erklimme ich die Anhöhe, die sich Biegung für Biegung immer weiter nach oben […]

Warme Sachen, mit Liebe, oder so

Regen. Nebel, Kaffee, zu zweit sein. Gespräche, Blicke, Schatten, Bilder, je nach dem, auf was man steht und von wo aus man durchsieht. Wenn das Feuer umkippt, ist immer einer da, der es für uns wieder einsammelt. Zum Glück sind wir unbrennbar, sonst wären wir schon längst eine Geschichte im Wirrwarr der Zeit. Uns gefällt das, aufheben, hinstellen und Gesprächsfetzen sammeln. Ich schaue aus dem Fenster in den Herbst hinaus. Runter auf die Strasse und gegenüber läuft ein Fernseher.

Das wünsche ich mir für dich

“Einsamkeit ist Unabhängigkeit, ich hatte sie mir gewünscht und mir erworben in langen Jahren. Sie war kalt, o ja, sie war aber auch still, wunderbar still und groß wie der kalte stille Raum, in dem die Sterne sich drehen.” (Hermann Hesse)   “Hi”, sagt eine Stimme. Ich schrecke hoch und wische mir den Moment aus dem Gesicht. Ich sage nichts. “Darf ich mich setzen?” Ich zögere. Ich will alleine sein, doch ich nicke. Sie ist jung. Ihre Hand streift durch […]