Und ich verfluche dieses Leben. Und jubiliere zugleich.

Ich hatte mich auf dem grossen, Stein zusammengerollt, vor dem Feuer. Ein paar Scheite brannten; die Wärme kroch langsam meine Knöchel empor. Auf der Decke zwei Tassen Kaffee. Zwei Tassen? Ich hatte meine dort abgestellt, mir war auf einmal übel gewesen. Ruhig atmen, ich atmete ruhig, ein und aus, ganz ruhig, und sie betrachtete mich. Sie lag da und schaute, und dann legte sie sich neben mich, sodass wir, Gesicht an Gesicht, nebeneinanderlagen.

Ich weiss nicht mehr, was sie noch sagte, was sie flüsterte, als wir so dicht an dicht dalagen. Ihre Nacktsein, waren Aufforderung genug.

„Zum Anbeissen siehst du aus“, sagte ich, glaube ich, noch; und etwas, das überhaupt nicht passte, einfach irgendwas. Sie strich mir mit dem Finger übers Haar, über die Lippen, und ich lächelte, und ich wurde schläfrig, dabei durfte ich nicht, konnte nicht einschlafen, denn ich wollte noch nach Hause.

Und da packte mich leise Wut, kalter Zorn auf sie, die da lag und streichelte, und genau wusste, dass ich sie nie würde lieben können, nie auf diese Art.

Und deshalb öffnete ich den Mund, als ihr Finger wieder meine Lippen nachzeichneten. Und dann kam das Küssen, und ich riss sie an mich, riss sie über mich und zu mir hin.

Auf den Stachel des Begehrens haben wir nur eine Antwort: fangen, einschliessen, festhalten.

Das tiefe Begehren, das realste Begehren ist dann in einem, wenn man zum ersten Mal auf jemanden zugeht. Das löst das Knistern aus. Danach erst kommen Mann und Frau ins Spiel. Aber das, was zuvor geschah – was die gegenseitige Anziehung auslöste -, kann man nicht erklären. Es ist das Begehren in seiner ursprünglichen, reinsten Form.
(Paulo Coelho)

Das Bild ist eine Symbiose von Michael und Urs. Danke für die wunderbare Zusammenarbeit.

 

Epilog

Das echte Liebesleid nistet sich an der Basis unserer Existenz ein, erwischt uns unerbittlich an unserem schwächsten Punkt, greift von da auf alles andere über und verteilt sich unaufhaltsam über unseren ganzen Körper und unser ganzes Leben. Wenn wir unglücklich verliebt sind, dienen unsere sämtlichen Leiden und Sorgen, vom Tod des Vaters bis hin zum banalsten Missgeschick, wie zum Beispiel einem verlegten Schlüssel, als neuerlicher Auslöser für den Urschmerz, der stets bereit ist, wieder anzuschwellen. Wessen Leben durch die Liebe auf den Kopf gestellt wird, so wie meines, der meint immer, zusammen mit dem Liebesleid würden auch alle anderen Sorgen ein Ende finden, und so rührt er unwillkürlich immer wieder an der Wunde in sich drinnen.

Zusammen sind wir frei

Jetzt standen wir hier und schauten auf den Fluss und schwiegen. Jeder von uns wusste, dass der Augenblick gekommen war. Wer macht den ersten Schritt. Sollte ich jetzt etwa die Initiative ergreifen und wenn ja, wie? Das traute ich mich irgendwie nicht. Jeder hing in diesem Augenblick den eigenen Gedanken nach, wartete auf den anderen aber ergab sich letztlich der eigenen Verlegenheit angesichts dieser ungewöhnlichen Situation.

Ausgerechnet Lara wagte sich vor. „Und jetzt? fragte sie mit leiser Stimme und suchte nach meiner Hand. So standen wir uns gegenüber und schauten uns abwechselnd in die Augen.

„Wir könnten da weitermachen, wo wir vorhin aufgehört haben.” sagte ich leise an Lara gerichtet. „Der Kuss, den Du mir da gegeben hast ist mir derart in die Glieder gefahren.”
Überrascht sah sie mich an. „Ehrlich?”

Ich nickte nur vielsagend mit dem Kopf.

Sie kam meinem Gesicht ganz nah. „Na, dann komm mit.” flüsterte sie leise und zog mich an der Hand zurück in die Höhle.

Ich hielt ihr Gesicht in meinen Händen. Ich sah in ihre Augen, einige ihrer Haarsträhnen hatte sich aus ihrem Pferdeschwanz gelöst und fielen über mein Gesicht. Und in aus ihrem strahlenden Lächeln war plötzlich alle Anspannung verschwunden.

Sie küsste mich, mit einer aufreizenden Langsamkeit und Behutsamkeit.

 

Jeder Mensch hat seine eigenen Wünsche, sein eigenes Begehren. Sie sind Teil seines Schatzes. Sie können jemanden fernhalten, aber gemeinhin ziehen sie denjenigen, der wichtig ist, an. Meine Seele hat dieses Gefühl gewählt, und es ist so intensiv, dass es sich auf alle und alles um mich herum übertragen kann. Jeden Tag wähle ich aufs neue die Wahrheit, mit der ich leben will. Ich versuche, praktisch zu sein, effizient, professionell. Aber wenn ich könnte, würde ich immer meine Wünsche und mein Begehren zu Gefährten wählen. Nicht aus Notwendigkeit und auch nicht, um nicht so einsam zu sein, sondern einfach nur, weil es mir guttut, weil es gut ist.
(Paulo Coelho)

Jessica

Shooting as much as I’ve been lately, I get bored fast. Especially when I’m shooting Jessica, who I’ve shot many many times.

The pretty shots just don’t do it for me. The proud stances, the fancy light, when she’s in my viewfinder, I’m constantly trying to figure out something More.
Results in a lot of shots I’ll end up deleting. A lot of playing around, trying to sort through what’s working and what isn’t.
This shoot was very much that, me unhappy with most of the ideas I was coming up with.
Then we both slide a little coming down the hill and it’s a lightning bolt across my thoughts.

I have her slide.
Then have her do it again.
And again. Struggling with the focus, with the light, with just enough flare, with her positioning as she runs/falls.

Then we got the shot.

And I had her do it again anyway. Look at her, it was hilarious!

Boredom gets you chasing fun, gets you this.

Liebe, verlorene Kathleen

Dieser Brief ist ins Leere gesprochen. Aber wenn ich abends am Fenster sitze, und die Musik erinnert mich an dich, dann kann ich nicht anders.

Dann sitze ich hier und fühle mich aufgehoben, nach langer Zeit wieder. Aufgehoben, beim Gedanken an dich. Nach allem, was war, und allem, was ist, zum Trotz. Du bist ein Teil von mir, und ich begreife das erst jetzt. Es fühlt sich wie Familie an.
Das ist es. Wie Familie, weil du nicht anwesend sein musstest, um mir das Gefühl zu geben, bei dir zu sein; weil das immer stärker war als alle Stimmen gegen dich. Gegen uns, sofern es das jemals gegeben hat, uns; in meinem Kopf, in deinem?
Ich frage mich, wie es dir jetzt geht, und spüre, dass du mich blockierst. Ich kann nicht länger erahnen, was du tust, was du gern tust und was nicht; du bist mir fremd geworden. Ich würde dir gern zeigen, was ich für Musik höre, welche Bücher ich lese, was mich verwirrt, was mich fasziniert, aber ich kann mir deine Reaktion darauf nicht mehr vorstellen; dein Urteil über mein derzeitiges Leben. Dieses Urteil, das mir immer wichtiger war, als ich zugeben wollte.
Jetzt bin ich befreit davon.

Update:
Und dann knipst du schnell wieder das Lämpchen an, den Hoffnungsschimmer; wartest, bis es dunkel wird im Zimmer, und dann schwebst du davon mit deinen Träumen, wirbelst Spiralen in die Schwärze.

Nachts ist die Sehnsucht am stärksten.

Wie leer doch Worte oftmals sind.
Ich greife nach ihnen
Und finde nichts, finde weder Halt
Noch Trost
Oder beides zugleich, aber in
Geringem Masse.

Und plötzlich steht die Zeit still

“Ich muss über die Liebe schreiben. Ich muß nachdenken und noch mal nachdenken, schreiben, über die Liebe schreiben – sonst erträgt meine Seele das nicht.”

 

“Leidenschaft – wenn zwei Menschen einander begegnen, kann er wie ein Blitz einschlagen. Die Leidenschaft liegt in der Erregung, die das Unerwartete hervorruft, in dem Wunsch, etwas mit Hingabe zu tun, in der Gewißheit, daß es einem gelingen wird, einen Traum zu verwirklichen. Die Leidenschaft gibt uns Zeichen, die uns im Leben leiten – und es bleibt mir überlassen, diese Zeichen zu deuten.”

Abends auf der Couch liegen und das Gefühl schleicht sich ein, es sei irgendwie falsch, so. Nicht falsch im Sinne von verkehrt und vollkommen unsinnig, hier zu liegen, vor dem Fernseher, in diesem Haus, aber eben doch auch nicht richtig, nicht das, was ich jetzt am liebsten tun würde, und mit wem, und wo. Es fühlt sich an, als liesse ich eine unnötig grosse Zeitspanne ungenutzt verstreichen.
Und dann lächle ich, denn ich sehe jetzt Dein inneres Licht.

Zusammen durch die Nacht IV

Und jetzt frage ich mich, wie es weitergeht.
Natürlich doch.
Natürlich bin ich jetzt süchtig nach dem Gefühl.
Weil das so richtig und gut war.
Und ich harre aus,
kühle meinen Kopf und bin hin und her gerissen zwischen Weltuntergang und siebtem Himmel.

“Das Ganze hat einen Namen: Leidenschaft – wenn zwei Menschen einander begegnen, kann er wie ein Blitz einschlagen. Die Leidenschaft liegt in der Erregung, die das Unerwartete hervorruft, in dem Wunsch, etwas mit Hingabe zu tun, in der Gewissheit, dass es einem gelingen wird, einen Traum zu verwirklichen. Die Leidenschaft gibt uns Zeichen, die uns im Leben leiten – und es bleibt mir überlassen, diese Zeichen zu deuten.” (Paulo Coelho)

Zusammen durch die Nacht III

Prolog
„Im Mai,
irgendwo zwischen Bergen und Tälern,
hellgrüne Wiesen,
Creme farbener leichter Stoff,
ein kleines Zelt,
ein kleines Feuer mit frisch gesammelten Holz aus dem Wäldchen nebenan,
ein kleiner zarter aber wilder Bach,
leichte Klänge einer Violine…“

Am Wasser

Ich suche ihren Blick und kann nichts denken. Kann nur lachen und mich dem Sog ihrer Blicke hingeben.

Ich suche in ihrem Gesicht nach einer Bestätigung, finde ein Lächeln und beschliesse, mich einfach zu freuen.
Ich weiss noch nicht, ob sie mir damit tatsächlich das sagen will, was ich zu träumen wage.

Dann.

Setzt sie sich hinter mich,
direkt hinter mich
und plötzlich lehne ich an ihr.
Lehne nicht nur an ihr, bin ein Teil von ihr; ihre Beine links und rechts, mein Kopf an ihrem Bauch. Ihrer Brust. Ihre Hände spielen in meinen Haaren, behutsam. Ich fühle mich wie übergossen, wie getränkt in Glück. Überall Zuneigung und ich bin dankbar und müde und kann nur denken, dass es nie enden soll.

Ihre Hände so nah, ich greife immer wieder nach ihnen. Streichle sachte, werde gestreichelt. Zwischen zwei Fingern, ihr Gesicht über mir, nur ihr Gesicht und der Sternenhimmel. Ihre Lippen an meinen Lippen,
ich schmiege mich an sie.

“Ich kann dein Herz schlagen hören”,

Sie erwiderte sanft den Druck meiner Hand.

Epilog

Endlich.
Jemanden bei sich zu haben. Jemanden, der zusieht, der streichelt, der küsst. Jemanden mit Augen, Nase und Ohren, mit sanften Händen und Haaren zum Anfassen.
Eine Haut, in die man Fingernägel krallen kann.
Eine Stimme.
Ein warmer Atem.
ihn fühlen,
spüren,
hören,
riechen,
schmecken…

So tiefes Glück und ein unendlicher Hunger.

Hunger nach dem Leben und nach tiefen Gefühlen.

Zusammen durch die Nacht II

Später, sie sass mit dem Rücken an einen Baum gelehnt und redete, legte ich aus einem plötzlichen Impuls heraus meinen Kopf in ihren Schoss. Ich sagte etwas, irgendwas. Es war nicht wichtig. Es war nur wichtig, einfach da zu sein.

Meine Hand an ihrem Arm, auf und ab, zarte Berührungen. Sie erzählte von Ängsten, von Sehnsucht; ich setzte mich auf und fand ihren Blick, diesen Blick aus unbeschreiblich schönen Augen. Noch nie habe ich mich so aufgehoben gefühlt.

Und als sie gehen musste, sträubte ich mich; sass trotzig auf diesem Fleckchen Erde und wollte nicht, dass die Zeit ohne sie weiterlief.

“Komm’ schon”,

sie stand vor mir, dann ging sie in die Hocke.

Sie lächelte.

Dann stolperte die Zeit.

“Ich dich auch”;
ein rascher Kuss auf meiner Wange, kurzentschlossen. Sie zog mich hoch, ein letzter Blick, und ich wusste, ich konnte nicht verloren gehen. Ihre Wärme wie ein Schutzschild, wie ein sanfter Kokon um mich gewebt. Sicherheit.

Die Sicherheit, zu jemandem zurückkehren zu können; Halt suchen zu können und ihn zu finden.
Das ist so schön.

Zusammen durch die Nacht

Zusammen durch die Kälte.
Zusammen durch die Nacht.

Und sie schaut mich so an und ich schaue zurück und alles verschiebt sich, alles zieht mich zu ihr hin.
Der Rest rückt in den Hintergrund, verschwimmt beinahe vollkommen, und erst, nachdem unsere Lippen sich berührt haben, wird mir die Aussenwelt wieder bewusst. Meine Hände suchen ihre Haut.
Und ich freue mich,
und leise flüstere ich ihren Namen,
ganzer Ausdruck meiner hilflosen Freude und der Unfassbarkeit des soeben Geschehenen.

Sie hat soeben mein Leben auf den Kopf gestellt.

Ist das wirklich passiert? Das ist so gross, so unfassbar gross.

Auf dem Rückweg nach ihrer Hand getastet, dann ihr Arm um meine Schulter. Wie selbstverständlich, und ich schlang meinen Arm um ihre Hüfte und griff mit der anderen Hand ihre Finger, die so eine unsagbar beruhigende Wirkung haben, wenn sie diese langsame Streichelbewegung machen, und fühlte mich – glücklich? Ja.

Ja, verdammt.

 

Epilog
Die Leute meinen, ein Seelenfreund sei jemand, der perfekt zu einem passt, und genau das wünschen sich alle. Aber ein wirklicher Seelenfreund ist ein Spiegel, ist der Mensch, der dir alles zeigt, was dich hemmt, der dir zeigt, wer du bist, damit du dein Leben ändern kannst. Ein wahrer Seelenfreund ist wahrscheinlich der wichtigste Mensch, den du je treffen wirst, weil er deine Mauern niederreisst und dich ohrfeigt, bis du aufwachst.

Du bist allein

Das Land reicht bis zum Horizont ein kleiner blauer Himmel darüber die Sonne nicht zu heiss. Nichts ist dort. Das ist mein Land es wartet darauf von mir entdeckt zu werden. Es war wohl noch niemand da, ich bin der erste. Es gibt keine Erwartungen niemand fordert etwas da ist nichts nur das Land und ich.

 

 

Page 20 of 20« First...10...1617181920