Und wahr wird es immer sein

Jetzt in diesem Moment ist die Wahrheit, dass du Recht hast mit allem. Aber das hast du dir, glaube ich, schon gedacht.
Dieses Jahr fing an mit einem Apfel den ich nicht essen durfte.
Mein Herz schlägt schneller.
Es ist kalt in der Stadt. Schnell gehe ich durch die Strassen, die Füsse auf dem Asphalt im störrischen Gang derer, die in Wahrheit lieber zuhause in einer Ecke liegen und Vorwürfe gegen die Zimmerdecke rufen würden. Nur mehr hastige, schnelle Bewegungen und auch diese mit ausdrücklichem Widerstreben. Endlich zurück in der Wohnung und ich sperre den Winter aus.
Ich ziehe die Kleider aus, dusche heiss. Ich höre Musik von neunzehnhundertachtundachzig und lese das Internet von zweitausendsechzehn.
Ich kehre an einen Ort zurück, den ich seit sehr langer Zeit nicht mehr sah; lese alte Zeilen darin, offenbar verfasst von mir. Es kommt mir vor, als läse ich die Texte eines Fremden. Ich vergleiche sie mit dem Heute und frage mich erst, was denn jetzt eigentlich wahr ist und dann, ob ich mir nicht allein schon mit dieser Frage etwas vorlüge.
Denn ich weiss, dass alles wahr war und alles wahr ist. Und wahr wird es immer sein, aber selbst im allerbesten Fall immer nur für ganz genau einen Moment. Für einen Moment, der sich nur in den seltensten Fällen wiederholt. Mehr Wahrheit ist nicht drin.

 

Ich finde das sehr gut so.

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