Immer wenn es regnet

Altes Material in den Händen, im Kopf.

 

Festhalten und weitergehen. Es geht doch noch, wieder loslassen. Vermissen ohne zu fallen.

 

Da sitze ich und bewege mich nicht. Seit etwa einer halben Stunde schaue ich nach draussen. Es ist stürmisch und die Bäume tanzen. Der Wind heult.
Radio hören, mehr geht nicht. Ich könnte es mir gemütlich machen. Ich könnte noch ein bisschen arbeiten. Ich könnte schreiben. Ich könnte noch ein paar Dinge vorbereiten und erledigen.
Aber ich kann nicht. Es geht nicht. Seltsamer Zwischenzustand. Das Warten füllt mich ganz aus, fordert meine ganze Konzentration. Noch nie habe ich so aktiv gewartet. Mein kleiner Finger wartet, mein Bauch, meine Oberlippe. Alles ist gespannt. Es ist schwer in Worte zu fassen, was in mir vorgeht. Alles. Und Nichts. Gefühle, Erinnerungen. Vorstellungen von morgen, Träume, Vorfreude.

Hier sitze ich jetzt also, ich höre Reeto und bin ganz ruhig, ganz wild innen drin und ich warte auf dich.

 

Ganz sanft ruhten wir uns aus. Legten uns hin. Schlossen die Augen und das unter uns nahm die Form unserer Körper an.
Endlosigkeiten verlieren sich im Nichts, manchmal auch nicht. Nur so, mit dir. Alles festhalten, für später.

 

Es regnet nicht mehr.

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