Ja ich sehne mich nach dir

Wenn Du zitternd vor Verlangen
mir Deine Lippen schenkst,
dann, dann
möchte ich ihn anhalten den Moment,
um mit Dir in ihm zu versinken.
(Urs)

 

Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleite
mich verlierend selbst mir aus der Hand,
ohne Hoffnung, daß ich Das bestreite,
was zu mir kommt wie aus deiner Seite
ernst und unbeirrt und unverwandt.
… jene Zeiten: O wie war ich Eines,
nichts was rief und nichts was mich verriet;
meine Stille war wie eines Steines,
über den der Bach sein Murmeln zieht.

Aber jetzt in diesen Frühlingswochen
hat mich etwas langsam abgebrochen
von dem unbewussten dunkeln Jahr.
Etwas hat mein armes warmes Leben
irgendeinem in die Hand gegeben,
der nicht weiß was ich noch gestern war.

(Rilke Aus: Das Buch der Bilder)

 

 

Rilkes Gedichten gelingt es mich in den innersten Tiefen zu erreichen und dort etwas zum Klingen zu bringen, das ich mit Worten nur schwer beschreiben kann. Klar es gibt viele Andere, die ich gerne habe, aber bei Rilke ist das noch einen Hauch anders. Ihm gelingt es, das für mich Unaussprechliche in Worte zu kleiden.

 

Epilog:

Es zählt nicht, ob du schweissgebadet, ungewaschen, mit schmerzenden Füssen und Dreck unter den Fingernägeln betrunken die Hände in die Luft werfend den Moment deines Lebens erlebst, mit Musik, die dir von deinem eigenen Leben erzählt, nein es zählt nicht, ob du zuhause sitzt, alleine, aus dem Fenster siehst und dein Herz sich selbst zerreisst. Denn egal, wie du das alles gestaltest, egal, was auf deiner Bühne passiert, die sich Leben nennt, egal ob gut oder schlecht, ob traurig oder witzig, schwarz oder weiss, heiss oder kalt – was am Ende zählt ist, dass du dich lebendig fühlst. Und daran führt kein Weg vorbei. Denn was zählt, ist, sein Leben zu leben

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