Klettern wir mal auf einen Baum?

“Klettern wir mal auf einen Baum? Machen wir ihn zu unserem wunderbarsten Ort auf der ganzen Welt? In nur einem Moment, Augenblicke voller unbeschwerter Zeiteinheiten, die für uns ewig bleiben werden.”

Ich träume, du kommst zu mir und dein Körper ist ganz warm und du kommst her und bewegst dich in meinen Armen und wir küssen uns und Stille erfüllt den Raum.

So ungefähr ein Monat.
 Ein Monat ist es her, dass alles plötzlich anders wurde.
Vor einem Monat, da war der Wandel plötzlich greifbar. Da hatte er einen Anstrich, eine Identität, und er trug Deinen Namen.

 

In meinen Träumen;

lagen wir an einem Freitag, in der Mittagssonne an der Emme im Gras und starrten, in den wolkenlosen Himmel und fühlten uns so leicht. So leicht wie schon so lang nicht mehr, fast schwebten wir davon. Ich hatte den Kopf auf deine Schulter gebettet, das Gras kitzelte meine Füsse, irgendwo im Hintergrund spielten Kinder, und wir lagen nur da. Und als du dann sagtest, du hast mich gern, da hörte ich nur zu und glaubte es nicht, irgendwie. Um nicht wieder in die Falle zu tappen. Um nicht schon wieder den gleichen Fehler zu machen.

Doch die Wirklichkeit hatte sich unbemerkt gedreht und alles war anders als die Male zuvor:

Als jemand die Worte an mich herantrug und ich glaubte, was sie sagte, und es gelogen war.

Dieses Mal wollte ich klüger sein und glaubte ich nichts.

Und dieses Mal war alles wahr.

Und später.

Wir standen auf und gingen los und kauften uns Eis und das Leben bestand nur aus zwei Menschen, Dir und mir, alles andere war nur Kulisse, die Welt rückte sich selbst in den Hintergrund, niemand dachte nur für eine Sekunde an morgen, an übermorgen, an die Zukunft. Weil sie sowieso da sein würde, irgendwie stand das niemals in Frage.

Vielleicht kann man nicht sagen, wann genau alles anders wurde, jedoch, was man sagen kann, ist: dass Du die Konstante dabei bist. Vor einem Monat bauten wir das Gerüst, auf dem heute mein Weltbild steht.

Heute, da liegen wir nebeneinander am Seeufer, über uns der blaue Himmel ohne Wolken. Und wir liegen da und um uns tausend Menschen, die Lärm machen und dennoch nur Statisten sind, in einer Welt, die unsere Namen trägt, in der das Wasser rauscht und wir nicht an morgen denken. Denn dass Morgen uns gehört, das steht doch ausser Frage.

 

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