Aber manchmal war es so schwer zu lieben

Ich sehe sie dasitzen, und das Bewusstsein, sie da sitzen zu sehen, fährt mir in alle Glieder.
Sie könnte jede sein, aber; ich falle aus mir heraus, falle heraus und komme nur langsam und zittrig wieder zu mir. Dahinten sitzt sie, pocht mein Herz, dahinten, und gleich werdet ihr euch vielleicht ansehen und vielleicht wirst du etwas sagen, vielleicht wird sie deinen Teller begutachten, was du darauf hast; also belade ich meinen Teller mit Grünzeug. Sie soll nicht denken, ich ernähre mich ungesund; vor ein paar Tagen hätte sie meinen Teller sehen sollen, da war die Farbkombination phänomenal.

Und als ich allen Mut zusammennehme, und unserem gemeinsamen Bekannten, der mit ihr am Tisch sitzt, auf die Schulter tippe, wendet sie sich gleichzeitig einem alten Freund zu, die ihr natürlich genau in diesem Moment um den Hals fallen muss. Meine Mundwinkel kringeln sich ein wenig, aber noch immer bin ich ausserhalb, ausser mir, ich spreche mechanisch und verhasple mich in abstrusen Denkschleifen; Mein Gegenüber merkt, dass ich mich für das Gespräch gar nicht interessiere, und wirkt irritiert.

Beharrlich halte ich die Plauderei trotzdem am Laufen, aber sie ist ehrlich abgelenkt und wird nicht so bald aus ihrem Gespräch befreit sein. Also gehe ich.
Wahrscheinlich hat sie nichts von alldem mitbekommen. Meine Mundwinkel kräuseln sich noch ein wenig mehr.

Ein weiteres Bild entstanden aus der Zusammenarbeit mit Poet Laval.

Ich würde meinem Freund so gerne ein wenig bei der Arbeit zusehen, aber ich bin immer so weit weg, dass ich ihn gar nicht sehen kann.

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