Mein Blick streift sie immer wieder

„Es tut mir leid wegen gestern wirklich.“
Ich wollte ihr noch sagen, dass ich sie liebe, aber das war mir dann doch zu peinlich im vollgestopften Pendelzug.

„Ich liebe dich.“

Sie ist es, die es sagt und ich lächle und irgendwie ist heute endgültig ein bisschen Frühling geworden.

Der ganze Wagen scheint auf einmal von einer unerklärlichen Hektik erfasst zu werden und das am frühen Morgen, jetzt wo ich ausnahmsweise glücklich bin. Das darf doch alles nicht wahr sein. Was ist los, was soll die Aufregung? Ich will jetzt Frühling sein, ich will jetzt ihre Hände halten und mich an ihr erfreuen. Diesen kleinen unscheinbaren Moment, nichts Spektakuläres zwar, nur ein kleines Glück, das sich nicht festhalten lässt, das bald wieder auf Reise gehen wird, einen anderen Zug, ein Flugzeug oder ein Schiff besteigen wird um andere zu streifen, diesen zarten zerbrechlichen Augenblick will ich jetzt voll auskosten und nichts soll mich daran hindern.

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