Ich atme, ich nehme wahr, ich bin

Sie hat sich trotzig auf den Boden sinken lassen, umschlingt ihre Knie mit den Armen. Aus einem plötzlichen Impuls heraus setze ich mich ihr gegenüber und greife ihre Hände und halte sie fest und sage nichts.

Einige Zeit sitzen wir einfach nur da, obwohl so viele Dinge zu tun sind, und gefordert werden; wir sitzen einfach da und atmen den Augenblick in sachten Zügen ein.

„Weisst du, was ich mir gerade dachte?“
Ich träumte vom Morgen und liess das Jetzt Jetzt sein. Liess es einfach sein, liess die Ohnmacht zu, träumte von der Zukunft. Immer von der Zukunft. Bald, bald würde es anders sein, es würde anders werden, und irgendwann.
Irgendwann würde da Schönheit sein, in mir, und jemand würde es sehen, die Leute würden es erkennen, an mir.

Ich sitze da, und ich glaube, sie zu begreifen, begreife ihr Wesen mehr denn je, und eine gewaltige Zärtlichkeit überrollt mich, und ich bleibe stumm da sitzen und gebe mich ihr hin, und versuche, mich nicht darin zu verlieren.

Und vielleicht spürt sie das.

 

 

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